wiesudennblues am 09.10.2008 um 10:26 Uhr
Es war Altennachmittag, an dem die Kinder immer mal wieder für die Senioren singen. Das Ganze findet in vertrauter Umgebung statt (im Turnraum des KiGas). Für alle anderen Kinder ist das etwas Schönes und sie freuen sich darauf, aber mein Kleiner kriegt regelmäßig Panikattacken, sobald es losgeht. Er ist schon soweit, dass er von vornherein fragt: Muss ich da mitmachen? Oder er stellt gleich klar: Da mach ich aber nicht mit. Er wird dann auch aggressiv und schlägt um sich. Anfangs (er kam mit 2 J. und 9 Monaten in den KiGa) haben wir das akzeptiert und gesagt, der gewöhnt sich schon dran, das wird noch klappen, wenn er mal älter wird. Gestern allerdings ist er sogar abgehauen und sie haben ihn erst nach einiger Zeit und in einiger Entfernung vom Kindergarten wieder gefunden. Heute nachmittag habe ich ein Elterngespräch mit den Erzieherinnen deswegen, da sie der Meinung sind, man muss jetzt unbedingt aktiv dagegen angehen, bevor er nächstes Jahr eingeschult wird. Ich wüsste gerne, wer schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Wie kann ich damit umgehen und meinem Kind helfen?

Vielleicht möchte er einfach nicht vor Menschen auftreten? Das ist schliesslich nicht jedermanns sache.
Grundsätzlich wird so was von Vorschulkinder leider immer wieder verlangt! Aber mal Hand auf´s Herz: möchtest du oder dein Partner auf einer Bühne stehen und vor Publikum singen müssen?? Das ist nun mal nicht jedermanns Sache. Finde ein Elterngespräch eigentlich unnötig, viel mehr solltest du ein Interesse haben, warum es passieren kann, das der kleine wegläuft...
DH
Warum ist es immer so schlimm, wenn Kinder nicht "funktionieren"? Rücksicht nehmen auf die Gefühle des Kleinen fände ich angebrachter.
DH

Hat der Kleine schon mal gesagt WARUM er dort nicht hin will? Irgenwas muß ihn doch ängstigen, einschüchtern?
Wenn er generell normal entwickelt ist,würde ich mir aber wegen der Einschulung keine Gedanken machen, nur weil er sich wegen dieser einen Sache so weigert, stellt das noch lange nicht seine Schulunfähigkeit unter Beweiß. Lass dich da bloß nicht von den Erzieherinnen einschüchtern.
Kannst du nicht mal mit dabei sein? Damit du mal mitbekommst ,um was es da geht? Grundsätzlich denke ich, muß man erst mal ergründen, warum er nicht will. Man kann Kinder nicht einfach zwingen etwas zu tun und sich dann wundern, wenn es sich "wehrt".
Ich würde an deiner Stelle erst mal herausfinden warum das so ist und mich wegen der Einschulung nicht einschüchtern lassen und das nächste Mal mit dem Kind mit dahin gehen.
DH
wiesudennblues am 9. Oktober 2008 10:41 Ich hab das schon auf die verschiedensten Arten versucht: Nichts von der Veranstaltung sagen, damit er sich nicht vorher ängstigt. Ihn darauf in Gesprächen vorbereiten, damit er sich darauf einstellen kann. Wenn ich dabei bin - sitzt er weinend auf meinem Schoß und will nur noch nach Hause. Wenn Oma dabei ist - flüchtet er (gestern). Es gab auch ein oder zwei Veranstaltungen, wo er anstandslos mitgemacht hat, aber das ist die Ausnahme. WARUM hat er nie beantwortet - Ich will halt nicht, sagt er nur.
moon73 am 9. Oktober 2008 10:48 Dann mußt du das akzeptieren. Je öfter man ihn zwingt, desto mehr wird er sich hineinsteigern. Er soll es freiwillig machen können. Er ist schließlich noch ein Kind, er ist erst 5 Jahre alt. Stell dich als Mutter hinter dein Kind und erlaube ihm, fernzubleiben. Wer weiß, vielleicht macht er irgendwann freiwillig mit. Und bis zur Schule im nächsten Jahr ist noch sehr viel Zeit.
moon73 am 9. Oktober 2008 11:04 Im übrigen finde ich es generell unmöglich, dass von Kindern immer erwartet wird, dass sie alles machen können ohne Scham und Angst. Kinder müssen oft Dinge tun, die würden die Erwachsenen genausowenig machen wollen. Frag doch mal deine Erziehrinnen, ob sie dieses Jahr zu Weihnachten bei dir im Büro vor versammelter Mannschaft Weihnachtslieder singen wollen?
wiesudennblues am 9. Oktober 2008 11:17 Es geht ja nicht darum, dass Kinder keine Angst oder Scham haben dürfen. Vielmehr geht es darum, wie sie lernen können, mit Angst umzugehen, um sie nach und nach zu überwinden. Das macht dann mutig für weitere Herausforderungen.
Ês muss ja nicht einmal Angst sein. Es kann auch einfach sein, dass er keine Lust darauf hat, dass er das nicht will

es könnte sein, daß er sich bei vielen Menschen auf engestem Raum sehr, sehr unwohl fühlt und angst hat..aber das sollte der Kinterarzt bzw. ein Kinderpsychologe mal aufklären...
ich für meinen Teil bin der Meinung, daß dies kein Erziehungsfehler ist..und würde das auch ganz stark zurückweisen bei den sogenannten Elterngesprächen
Vielleicht bekommt er Panikattacken,wenn zu viele Leute um hin herum sind.Damit kommen viele nicht klar.

Wovor hat er den Panik? Vor vielen Menschen oder vor anderen auftreten zu müssen???
wiesudennblues am 9. Oktober 2008 10:55 Das könnte ne Kombination aus beidem sein. Wenn er in einer neuen Situation ist (fremde Leute z.B.) dreht er total auf und macht einen auf Kasper. Vermutlich, um seine Unsicherheit zu überspielen. Und was das Auftreten angeht, weiß ich, dass das sehr schwierig ist, aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass man sich daran "gewöhnen" kann. Ich möchte ihn auf keinen Fall dazu zwingen, aber wie kann ich ihm helfen, mehr Mut und Selbstsicherheit zu gewinnen? Er schließt sich durch sein Verhalten von den anderen aus.
regideur am 9. Oktober 2008 13:59 Erzwingen kannst und solltest Du nichts. Auch könnte man bei solchen Auftritten einen Kompromiss finden. Er kommt mit, tritt aber nicht mit auf. So kann er auch mal die anderen Kinder beobachten und sehen was die dabei für einen Spaß haben. Vielleicht möchte er sich dann auch einmal ausprobieren. Wenn er dazu bereit ist darf nichts schief gehen!!!! Versuche es also in einer kleinen Gruppe. Zu Weihnachten zum Beispiel wo er alle Beteiligten kennt. Wenn er dann doch mal einen Hänger hat sollte ihm jemand helfen und er darf auf gar keinen Fall ein Negativerlebnis haben.
Eine Unsicherheit bei fremden Leuten ist auch normal weil etwas ungewohnt. Lob und Tadel (nicht übertrieben und nur verbal und keine Strafe!) sind hier ganz wichtig. Setze ihn solchen Situationen hin und wieder einmal aus. Er ist erst knapp 3 und hat noch ganz viel Zeit zum lernen.
Sollte alles nichts helfen kannst Du es nur akzeptieren das er eben so ist.
PS.: Mich bringt auch niemand zum tanzen weil ich dabei das Gefühl habe mich zum Affen zu machen. Eine Tanzschule musste ich trotzdem besuchen…geholfen hatte es nicht!
Villeicht macht es ihn traurig, dass alle Vater und Mutter haben und er nur eine Mutter hat die zusieht ...
Also bei dem was du beschrieben hast, sieht das extremst nach mobbing aus...
Wenn er gemobbt wird oder keine Freunde im Kindergarten hat sei froh
Das ist ein Zeichen dafür, dass er nett und höflich ist
DH
Sorry, bin neu hier - was bitteschön soll DH bedeuten???
Ja, das kann ich auch nachvollziehen. Aber ich habe Angst, dass das noch schlimmer werden könnte und irgendwann in einer totalen Abkapselung endet (worst case). Er ist eher schüchtern und braucht eine Auftauphase, auch wenn er neue Kinder kennen lernt.
Es gibt viele Kinder, die schüchtern sind. Das heisst aber noch lange nicht, das er sich total abkapselt...
Ich denke eher, das er anfangen wird sich abzukapseln, wenn er immer und immer wieder zu etwas gedrängt wird, was er nicht will. Jeder Mennsch ist nunmal verschieden und ihm wird es unangenehm sein auf der Bühne zu stehen, vielleicht macht es ihm auch Angst, dann sollte man wenn langsam daran arbeiten und ihn nicht einfach "zwingen" sich dort oben hinzustellen. Das er weg gelaufen ist, ist ist ja kein Wunder, er sah ja keine andere Möglichkeit.
Hast du einen Vorschlag, wie man daran arbeiten könnte?
Man muss als erstes mit ihm reden, ihn fragen wovor er Angst hat etc. Ich weiß ja nicht was genau seine Ängste auslöst. Wenn er Angst hat vor sovielen Menschen zu singen, aber eigentlich gerne singt oder etwas anderes gerne macht, dann könnte man ihn zb innerhalb der Familie/Freunde mal was vorsingen lassen oder etwas anderes machen lassen, was er gerne tut. So kann er Sicherheit aufbauen und von der Familie/Freunde wird er dann positiv bestärkt. Das kann ihm wiederrum Selbstvertrauen geben.