Frage von Tamiihatfragen, 48

Kieferorthopädische Behandlung und Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse?

Eine Krankenkasse zahlt ja nur unter dem 18.Lebensjahr. Aber eine Krankenkasse bezahlt wenn schwere Kieferanomalien vorliegen, und mit einer chirurgischen Behandlung kombiniert wird (laut einer Krankenkasse die ich angeschrieben habe).

Inwiefern äußern sich schwere Kieferanomalien, was ist damit gemeint? Kann man sich auch einfach so für den chirurgischen weg entscheiden damit die Krankenkasse zahlt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BlackRose10897, 26

In meinem Fall musste der Unterkiefer gerichtet werden (sagittale Kieferspaltung).  Ich war zuvor 10 Jahre lang in Behandlung, die aber auf gut deutsch voll in die Hose ging. Ich bekam innerhalb von einem Jahr wieder einen sehr stark ausgeprägten Überbiss (trotz Retainer) und hatte durch die Fehlstellung des Kiefers noch weitere Probleme als nur die Ästhetik.

Ich bin dann damals zu mehreren Kieferorthopäden und -chirgurgen zwecks Zweitmeinung. Da alle haargenau das selbe gesagt und zu einer OP geraten haben, bin ich dann zur Kieferorthopädin und zum Kieferchirurgen meiner Wahl. Diese haben dann die Untersuchungsergebnisse und einen Behandlungsplan an meine Krankenversicherung geschickt. Diese wurden dort dann begutachtet und innerhalb von zwei Wochen bekam ich die Freigabe für die Behandlung.

Kommentar von Tamiihatfragen ,

Und wie ist das mit einem Überbiss, kann ich da auch zu einem Chirurgen greifen? Wie ist deine OP verlaufen?

Kommentar von BlackRose10897 ,

In meinem Fall blieb nur noch die OP. Ich hatte lange Bedenken, ob ich diesen Eingriff überhaupt machen sollte, denn man konnte mir nicht garantieren, dass das Ergebnis jemals so wird wie erhofft. Aber er war leider nötig.

Wenn ein Eingriff aber nicht unbedingt nötig ist, würde ich es nicht tun.

Man hat starke Schmerzen und das nicht nur ein paar Tage. Und das Ganze auch noch zweimal, da die Schrauben ja wieder entfernt werden müssen. 

Ich bin zwar mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sowohl gesundheitlich als auch ästhetisch. Auch meine behandelten Ärzte waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis und hätten auch nicht gedacht, dass es SO gut wird. 

ABER durch den Eingriff habe ich leider einen irreparablen Nervenschaden unter der linken Unterlippenhälfte. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass das u.U. passieren kann und dem war dann auch so. Ist jetzt gesundheitlich nicht tragisch, aber doch manchmal etwas unangenehm (fühlt sich an wie eine Betäubung vom Zahnarzt, die langsam nachlässt)

Mann sollte sich den Risiken und auch der Langwierigkeit solch einer kombinierten Behandlung im Klaren sein. Das ganze ist nicht innerhalb von ein paar Wochen erledigt. Und wie gesagt, es gibt auch deutlich angenehmere Dinge. Wochenlange schmerzhafte Schwellung und Blutergüsse im Gesicht.Zwei Wochen "zugebundene" Kiefer. D.h. Suppe, mehr nicht und es braucht auch einige Zeit danach, bis man wieder einigermaßen essen kann.

Beim zweiten Eingriff (zur Entfernung der Schrauben) sieht man auch wieder aus wie Spongebob. Nicht ganz so heftig wie beim ersten Mal und die Zähne werden auch nicht nochmal zusammengebunden, aber auch da kann man einige Zeit kaum essen.

Lass Dich richtig informieren, was in Deinem Fall getan werden MUSS und hol dir weitere fachärtzliche Meinungen. 

Kommentar von BlackRose10897 ,

Ach und in meinem Fall wurde auch nicht alles übernommen. Ich hatte die DAMON-Brackets, die (zumindest damals) noch nicht von der Kasse übernommen wurden. Kostenpunkt 1500 Euro. Die Behandlung an sich wurde aber übernommen. Ich habe 20% selbst bezahlt, die nach erfolgreichem Abschluss erstattet wurden.

Bei der OP musste ich auch 1000 Euro selbst übernehmen. Für was genau weiß ich nicht mehr.

Kommentar von Tamiihatfragen ,

aber 20% sind doch nicht soviel oder? Ich mein 2500€ ist schon ne Menge Geld

Kommentar von BlackRose10897 ,

Nein, in meinem Fall waren die 20% knapp 700 Euro für die kieferorthopädische Behandlung.

Die 2500 Euro waren da nicht einberechnet, da diese ja privat bezahlt werden mussten.

Antwort
von Taddhaeus, 18

Genau, die Krankenkassen zahlen bei Patienten über 18 Jahren in aller Regel nur noch Behandlungen, die man kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgisch durchführen muss.

Wenn du so eine Fehlstellung hast, dann ist das ziemlich offensichtlich - es sind zum Beispiel ausgeprägte Vor- oder Rücklagen des Unterkiefers, sehr kleine Oberkiefer und so weiter. In den allermeisten Fällen sind solche Fehlstellungen auch schon länger bekannt (z.B. dem Hauszahnarzt).

Die Chirurgie ist hierbei auch keine Alternative, sondern ein Muss. Es gibt nicht einen "nicht-chirurgischen" und einen "chirurgischen" Weg.

Antwort
von Reanne, 34

Man sollte vorher immer ein 2. Meinung eines Facharztes einholen, es gibt keine Gewähr für ein 100%iges Gelingen.

Kommentar von Tamiihatfragen ,

Wie meinst Du das?

Kommentar von Reanne ,

Ein operativer Eingriff im Kieferbereich ist keine einfache Sache, ich würde an Deiner Stelle noch zu einem anderen Arzt gehen und seine Meinung darüber zu hören.

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