Frage von Lysop89, 30

KfZ- Gutachten bei Justizauktion angreifbar?

Hallo zusammen,

meine Eltern haben ein Auto im Wege der Zwangsversteigerung über justiz-auktion.de gekauft. Der zuständige Gerichtsvollzieher hatte ein KfZ- Wertgutachten beauftragt und dieses online gestellt. In dem Gutachten hieß es u.a. "km- Stand: 45.000 abgelesen". Auf dieser Grundlage wies das Gutachten einen Schätzewert von ca. 14.000 € aus. Zu diesem Preis haben meine Eltern auch den Zuschlag bekommen. Meine Eltern haben dan eine Inspektion am Fahrzeug von einer Werkstatt machen lassen. Als die Werkstatt dann die entsprechende Eintragung im Scheckheft vornehmen wollte und in das Handschuhfach geschaut hat, haben sie nicht schlecht gestaunt, dass ihnen ein Scheckheft und der letzte TÜV- Bericht mit mehr als 301.000km Laufleistung entgegen kam. Der Tachostand war also offensichtlich manipuliert worden.

Der Schaden, der meinen Eltern entstanden ist, beläuft sich auf ca. 10.000 € ...

Meine Frage nun: Kann man den Gutachter dafür angehen? Hätte er nach Unterlagen fragen müssen (der Gerichtsvollzieher wusste wohl, dass die Unterlagen im Handschuhfach lagen)? Gibt es soetwas wie verbindliche Vorschriften für KfZ- Sachverständige, an die man sich bei der Erstellung eines Gutachtens halten muss?

Besten Dank für eure Mithilfe!

Antwort
von BenniXYZ, 17

Naja, der unbedarfteste Gutachter müßte ein so viel gefahrenes Auto von einem Auto mit 45Tkm Laufleistung unterscheiden können. Den Gutachter würde ich mal befragen. Wenn er sich stur stellt, hilft ein Rechtsanwalt.

Alles Ganoven, etwa bei jedem 3. Auto wurde der Tacho manipuliert. Hier muß endlich mal das belgische Modell her.

Kommentar von Lysop89 ,

Hi Benni,

ja, genau das dachte ich auch. Ich habe mal einen bekannten Kfz- Meister einfach so draufschauen lassen und der hat noch 3 mal nachgefragt, ob wir uns denn sicher sind, dass der Wagen wirklich soviel gelaufen hat, da er wohl tatsächlich nicht danach ausschaut (ist aber definitv so, wurde im Nachgang bei VW selber ausgelesen). Er meinte dann auch, wenn sich ein Auto "anbietet" zum drehen, dann dieses ... Naja können wir uns leider auch nichts für kaufen.


Das ätzende ist halt, dass der Gerichtsvollzieher wusste, dass die Unterlagen im Handschuhfach liegen, es dem Gutachter aber wohl nicht gesagt hat und sich darauf zurückzieht, dass er angeblich dachte, dass der Gutachter da ohnehin reinschaut. Wie dem auch sei, an den Gerichtsvollzieher kommt man nicht ran, der hat da nen "Leck mich am A*****- Paragraphen" über den der sich aus allem raustun kann. Damit bleibt dann schon nur der Gutachter. Meine Eltern sind da auch schon bei einem Anwalt, der ist aber selber wohl etwas ideenlos und kommt nicht so recht aus dem Quark. Daher dachte ich, ich frage hier mal nach, vielleicht hat hier ja jemand eine zündende Idee.

Mit dem Gutachter hat der Anwalt aber wohl schon gesprochen und der hat nur gesagt, er wusste nichts von den Unterlagen und ist davon ausgegangen, dass es keine gibt, da ihm keine gegeben wurden und dass er nicht verpflichtet sei, im Handschuhfach nachzusehen ... 

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