Frage von magnum72, 27

Kennt sich jemand von euch mit der sog. EKT- Elektrokrampf Therapie aus?

Ein guter Freund von mir leidet sei Jahren unter Schizophrenie. Trotz Medikamentöser Behandlung wurde es in den letzten Monaten immer schlimmer.Er befindet sich zur Zeit freiwillig in einer Psychiatrischen Klinik. Auf eigenen Wunsch die meiste Zeit im Bett fixiert. Als Ultima Ratio schlugen die Ärzte nun eine Elektrokrampftherapie vor. Ist das wirklich wirksam? Hat jemand damit Erfahrungen? Ist es vorallem überhaupt Wissenschaftlich annerkant? Oder ist es Mumpitz mit denen diese Kliniken Geld Verdienen wollen? Er fragte mich heute wie ich mich entscheiden würde. Ich muss ihm irgendwas Antworten. Bitte um Rat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Siraaa, 20

Als Mumpitz kann man die Elektrokrampftherapie def. nicht bezeichnen. Sie wird seit etwa den 30er Jahren angewandt und gilt als wirksam (ist also nicht irgendwas neumodisches). Zwischendurch war sie mal fast verschwunden, wird mittlerweile aber wieder angewandt.

Ich kenne mit damit jetzt nicht wirklich aus (habe Anwendungsgebiete etc. nur mal in der Ausbildung als Physio gelernt), sie gilt aber als Alternative bei einigen Krankheitsbildern aus dem psychiatrischen Bereich, gerade wenn die üblichen Medis versagen. (und das scheint ja bei deinem Freund der Fall zu sein)

Die EKT wird unter Kurznarkose gemacht und die Risiken beziehen sich im überwiegend auf das normale Narkoserisiko.

Der genaue Wirkmechanismus ist meines Wissens sogar gar nicht genau bekannt, man geht von neurochemischen Veränderungen aus.
(ausgelöst wird ein Krampfanfall)

Trotzdem denke ich, ist es schwer da jetzt im Internet ja oder Nein zu antworten. Denn letzlich kennt ja keiner deinen Freund und seine Geschichte.

Wenn ihr euch unsicher seit, würde ich zum einen nochmal die Ärzte dort "ausquetschen" (gibt es Alternativen und wenn ja/welche, welche Hoffnung haben sie von der EKT bei ihm) und im Zweifel noch einen anderen Arzt fragen.
Wenn er schon so lange Schizophrenie hat, gibt es doch bestimmt andere Ärzte, die in kennen und euch vielleicht etwas dazu sagen kennen. (in Zusammenhang mit seinem Fall)

Antwort
von DorktorNoth, 24

EKT ist ein recht altes Verfahren, das ich eigentlich hauptsächlich aus der Behandlung extremer Depressionen kenne. Dabei werden dem Patienten in Narkose Stromimpulse durch den Kopf gejagt, die Krampfanfälle auslösen. Dies wird einige Male im Abstand von einigen Tagen wiederholt. Obwohl das Ganze ziemlich barbarisch klingt und auch aussieht, scheint es zu wirken. Mir sind durchaus Patienten bekannt, die selbst merken, wenn sie mit ihrer Erkrankung nicht mehr zurecht kommen und dann selbständig wiederkommen um die Behandlung erneut durchführen zu lassen. Von daher ist EKT scheinbar eine bei Depressionen durchaus wirksame Maßnahme. Bei Schizophrenien habe ich das Verfahren noch nie angewendet gesehen, aber könnte mir eine Wirksamkeit auch da vorstellen. 

Kommentar von schloh80 ,

Es werden weder "Stromimpulse durch den Kopf gejagt", noch sieht das "barbarisch" aus. Es handelt sich um eine kontrollierte, computergesteuerte Induktion lokaler, kurzer Mikrokrampfanfälle unter Vollnarkose und unter Muskelrelaxation. Diese sind für den Patienten nicht spürbar und von außen auch nicht sichtbar (insofern auch nicht barbarisch anmutend).

Es wäre vielleicht sinnvoll, Menschen, insbes. Betroffenen, nicht so einen Müll zu erzählen und damit Angst zu machen. Dafür ist das Thema nämlich zu ernst.

Kommentar von DorktorNoth ,

Ganz einverstanden bin ich mit dem Kommentar nicht. EKT beruht sehr wohl auf Stromimpulsen, die uni- oder bilateral durch das Gehirn geleitet werden. Ob man es nun "kontrollierte Induktion" nennt oder "Stromimpulse durch den Kopf" - naja, Geschmackssache, aber ich habe gelernt, dass man die Dinge durchaus so nennen darf, wie sie sind, dann wird man auch verstanden. Den Begriff "lokale kurze Mikrokrampfanfälle" muss ich zurückweisen, denn es werden generalisierte Krampfanfälle ausgelöst. Wie ich auch schrieb, wird das unter Narkose ausgeführt, damit der Patient nichts mitbekommt, so weit ist der Kommentar richtig, und es stimmt auch, dass das ganze unter Relaxation stattfindet, aber hast du mal ein EKT gesehen? Wir haben in unserer Klinik etwa 5-10 EKT-Patienten pro Woche. Alle zucken trotz Relaxation ziemlich stark, besonders im Gesicht, und bisher hat noch jeder Praktikant (übrigens auch von den Psychiatern), der das Verfahren zum ersten Mal gesehen hat, gesagt, dass es brutal aussieht. Ich will gar nicht wissen, wie stark die Zuckungen ohne Relaxation wären. Aber was solls? Es hilft den Patienten, das ist das wichtige. Auch, wenn Stromimpulse durch den Kopf gejagt werden und man da meiner Meinung nach ruhig so sagen kann, ohne dass man es gleich als "Müll" bezeichnen muss.

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 13

Die EKT war lange Zeit "das Mittel der Wahl" bei allen möglichen psychischen Diagnosen. Aber damals (vor 30 - 45 Jahren) gab es noch nicht viele Medikamentöse Alternativen. Das hat sich geändert. Zur Zeit wird aber die EKT wieder vereinzelt eingesetzt, als "Ultima Ratio", wenn keine andere Alternative anschlägt. Auch bei schweren Depressionen gab es gute Erfolge, aber ein wirklicher Erfolg ist dennoch ungewiss. Durch die computergesteuerte EKT (in Kurznakose) hat diese massive Behandlungsmethode seinen Schrecken verloren.

Antwort
von Indivia, 12

Naja  ich selber habe keine EKT bekommen, war aber in der Psychatrie und habe Leute mitbekommen,welche es kamen udiePfleger haben es uns  auch erklärt ,als wir nachgefragt haben.

Vorab:

Das Ekt kommt wohl erst zum Einsatz wenn alles andere nichts bringt und die medikamntöse Therapie ausgeschöpftist. Da für jedes EKt eine Narkose notwendig ist und eine narkose auch immer ein gewisses Risiko birgt. ( wie jedeander op auch).

Bei dem ekt wird wohl so etwaswie ein kurzzeitger krampfanfall ausgelöst.Bei uns in der Klinik wurde es nicht mal eben angewendet,ich glaube es haben  lediglich 2 personen von 50 ( war ja ein kommen und gehen) bekommen.

Ich hatte eine Zimmernachbarin,die es aufgrund von Zunahme durch Medis wollte,diebeakm aber ganz schnell ein nein.

Diesen beiden hat es allerdings auchgeholfen, waren jedoch auch Depressionen.

Ich würde den Arzt bitten ob er Kontakt zu ehem Patienten herstellen kann,die dies getan haben.Oder mal fragen ob es aufanderen Stationen Patienten gibt,die man um Ratfragen kann. ( Vielleicht wid esauf der geshclossenen öfters angewendet)

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