Frage von MusicIsLife18, 123

Kennt sich jemand mit deutscher Grammatik aus?

Ich habe in einer Arbeit einen Grammatikfehler gemacht aber ich weiß nicht wie es richtig wäre. Also der Satz ist : Die Kinder dürfen keine Widerrede geben. Und sie hat mir "Widerrede geben" angestrichen... wie wäre es richtig? Vielen Dank schonmal

Antwort
von LinaHamburg, 78

Ich weiß auch nicht was daran falsch sein soll.... Hast du das Wort falsch geschrieben? Vielleicht findet deine Lehrerin den Ausdruck "Widerrede geben" nicht so schön, vielleicht wäre "Kinder dürfen nicht widersprechen eine Lösung?

Antwort
von beangato, 48

Vlt. "Widerworte".

Antwort
von navynavy, 72

Das ist kein Grammatik-, sondern ein Ausdrucksfehler:

"Widerrede geben" ist schief - es gibt entweder "widersprechen", veraltet auch "widerreden", aber nicht "Widerrede geben".

Das Nomen "Widerrede" wird nur für sich alleine gebraucht - z.B. "Keine Widerrede!" oder "Tu das ohne Widerrede!"

Kommentar von earnest ,

Gegen deine Behauptung sprechen zum Beispiel 27 Google-Treffer bei der Eingabe von "gab Widerrede".

Kommentar von navynavy ,

Siehe meinen Kommentar bei Deiner Antwort :-)

Kommentar von earnest ,

Halten wir fest: Der Ausdruck ist KEIN Fehler; er ist korrektes (wenn auch etwas altertümliches) Deutsch.

Kommentar von navynavy ,

So ist es - keine Widerrede! :-)

Kommentar von earnest ,

Na, da bin ich aber froh!

;-)

Auch keine Widerrede.

Kommentar von ilknau ,

Widerrede wäre der Leerkraft zu geben, denn sie trägt so dazu bei, die Vielfalt der deutschen Worte aus zu rotten.

Mitnichten handelt sie helfend, bei eigenem Unwissen den Schüler an zu kreiden.

Antwort
von Novos, 36

Möglicher Weise wollte sie "Die Kinder dürfen nicht wider reden" lesen.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 41

Es WAR und ist richtig. 

Hier ein sehr altes Beispiel (1789): 

https://books.google.de/books?id=aa9hAAAAcAAJ&pg=PA175&lpg=PA175&dq=...&q=%22Widerrede%20geben%22&f=false

"Widerworte geben" ist heute üblicher, aber auch schon langsam auf dem Weg in die Vergessenheit.

Gruß, earnest


Kommentar von navynavy ,

Natürlich ist es per se nicht falsch - aber in Schülertexten sind ungebräuchliche (eben auch manchmal veraltete) Formulierungen dennoch als Ausdrucksfehler anzustreichen. Das ist irgendwo auch Geschmackssache des Korrektors. Es schadet aber nichts, wenn Schüler auf so etwas hingewiesen werden.

In Deinem Link steht z.B. ja auch "sullen" statt "sollen" und "Jar" statt "Jahr" - hier würde das Argument, dass es früher möglich war, auch nicht ziehen :-)

Kommentar von earnest ,

Mein Argument war nicht, dass es NUR früher korrekt gewesen sei - sondern, dass es AUCH HEUTE korrekt sei. 

Ich habe unter deiner Antwort vermerkt, dass 27 Google-Treffer allein für "gab Widerrede" zu verzeichnen sind. Die Treffer stammen NICHT aus dem Jahr 1789. Die Beispiele sind vermehrbar.

Wer sagt, dass dies als Fehler angestrichen werden MUSS? 

Ein HINWEIS, z.B. auf das etwas modernere "Widerworte geben" wäre sicher sinnvoll gewesen. Aber nur FEHLER sind als Fehler anzustreichen ...

Kommentar von navynavy ,

Wer sagt, dass dies als Fehler angestrichen werden MUSS? 

Der Vermerk "Ausdruck" ist kein Fehler im Wortsinn, sondern ein Hinweis darauf, dass eine Formulierung nicht üblich bzw. veraltet ist.

Schülertexte werden (oder sollten zumindest) nicht nur negativ ("Das ist falsch!"), sondern immer auch positiv ("So geht es besser!") korrgiert werden. Insofern sind nicht NUR Fehler anzustreichen.

Und 27 Google-Treffer - sorry - sind a) verschwindend wenige und b) gibt es genügend Internet-Seiten, auf denen man sich - was Ausdruck und Sprachbeherrschung angeht - gepflegt die Haare raufen kann. Aus 27 Internettreffern einen Anspruch auf sprachliche Norm abzuleiten, halte ich für äußerst gewagt.

Kommentar von earnest ,

Wie gesagt, die Beispiele sind vermehrbar - mit nur leicht veränderten Vorgaben. 

Aber statt hier derartig spitzfindig und halb zurückrudernd zu argumentieren, hättest du ja mal einige der Treffer unter die Lupe nehmen können. Dann hättest du gesehen, dass darunter durchaus seriöse Quellen zu finden sind - nix zum Haareraufen.

Du solltest genauer lesen. Dann wäre dir aufgefallen, dass ich nicht das Geringste dagegen habe, wenn hilfreiche HINWEISE gegeben werden. Ganz im Gegenteil. Das sollte eine Deutschlehrerin immer tun. Sie sollte aber nichts als FEHLER werten, was kein Fehler ist.

Dein letzter Satz ist eine Unterstellung. Ich habe aus 27 Google-Treffern keine "sprachliche Norm abgeleitet." Wie gesagt: Du solltest genauer lesen. 


Antwort
von lupoklick, 44

"Widerworte"

würde ich vorziehen.....

Antwort
von Mamue1968, 58

Die Kinder sollten nicht widersprechen !

Antwort
von Deichnixe, 58

Theoretisch ist es nicht falsch, aber vielleicht gefällt die Formulierung nicht. 

Du hättest schreiben können, die Kinder dürfen nicht widersprechen, oder sie dürfen keine Widerworte haben.

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