Kennt sich jemand mit Arbeitsrecht und Urlaubsanspruch aus (Zwei Fragen, siehe unten)?

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5 Antworten

Mich iiritiert einfach, dass ich 6 Tage frei nehmen muss um eine Woche Urlaub zu haben.

Sehr wahrscheinlich ist Dein Urlaubsanspruch im Arbeitsvertrag in Werk- und nicht in Arbeitstagen angegeben. Dann ist die Berechnung des Urlaubs korrekt. Du hast danach fünf Wochen Urlaub/Jahr und das ist mehr als der Gesetzgeber als Mindesturlaub vorschreibt.

Was Deinen Resturlaub betrifft:

Ich vermute mal, Du hast in Deinem Arbeitsvertrag eine Zwölftelregelung des Urlaubs. Danach hat der AN Anspruch auf 1/12 des vereinbarten Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses.

Der Gesetzgeber sagt dass AN die in der zweiten Jahreshälfte nach erfolgter Wartezeit aus dem Betrieb ausscheiden, Anspruch auf den vollen Urlaub haben. Das bezieht sich auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub von vier Wochen.

Bei einer Zwölftelregelung bedeutet das, der Urlaubsanspruch muss immer mindestens vier Wochen betragen auch wenn es nach der Zwölftelregelung weniger wäre.

Beispiel: AN bekommt 24 Urlaubstage/Jahr bei einer 5-Tage-Woche und kündigt auf den 31. Juli. Nach der Zwölftelregelung wären das 14 Urlaubstage die jetzt auf 20 Urlaubstage aufgestockt werden müssen.

Wenn bei der Zwölftelberechnung allerdings mehr als der Mindesturlaub errechnet wird, stehen dem AN die errechneten Urlaubstage zu.

In Deinem Fall beträgt der Mindesturlaub den Du bekommen musst (Dein Urlaub wird in Werk- und nicht in Arbeitstagen gerechnet, Du brauchst für eine Woche Urlaub sechs Urlaubstage) 24 Urlaubstage.

Nach der Zwölftelregelung würdest Du 9/12 der vereinbarten 30 Tage bekommen, was 22,5 Urlaubstage wären die sowieso auf 23 Tage aufgerundet würden. Da Dein Mindesturlaubsanspruch allerdings 24 Urlaubstage beträgt, stehen Dir nach genommenen 20 Tagen noch vier Urlaubstage zu.


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Kommentar von Hexle2
03.09.2016, 16:27

Danke fürs Sternchen

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Hm, ich kannte das bei mir, als ich in ähnlicher Situation war, so: Ich hatte ne 6-Tage-Woche, Arbeitstage waren Montag bis Sonntag. Ich musste immer 7 Tage auf Antrag einreichen- aber verrechnet wurden nur 6.

Als Beispiel: Ich hätte 01.08. - 07.08.2016 schreiben müssen. (das sind 7 Tage) bei beantragte Urlaubstage stand aber immer nur 6 und es wurden auch nur 6 verrechnet.

Ebenso war es,a ls ich mal einen TZ-Job hatte (da wurde auch Mo-So gearbeitet, ich hatte eine 5-T-Woche). Da hätte ich abgeben müssen: 01.078. - 07.08.2016 - 5 U-Tage.. verrechnet auch nur 5 Tage.

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Klar ist das ok, wegen dieser 6 - Tage Woche hast Du quasi einfach mehr Urlaubsanspruch. Gesetzlich sind es tatsächlich bei einer 6-Tage-Woche 24 Urlaubstage. Ein mehr ist immer möglich ;-)

Werden Überstunden denn ausgezahlt? Du hättest auf jeden Fall Anspruch darauf.

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Bei einer 6 Tagewoche hast du gesetzlich Anpruch auf 24 Tage Urlaub. Das ist also völlig in Ordnung. Du hast bei einer Kündigung zum 30.09. vollen Anpruch auf deinen Urlaub. Also hier 30 Tage. Wie kommst du drauf, dass du gesetzlich nur 20 Tage Anspruch hast. Es wären auch 24, aber das Gesetzt findet aufgrund deines Arbeitsvertrags keine Anwendung (also der Paragraph mit dem Mindesturlaubsanspruch)


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Du bleibst dann einfach die übrigen 10 Tage zu hause, während du noch beschäftigt bist und nimmst deinen Urlaub. Alternativ könntest du sie dir evtl. auszahlen lassen. Das ist dann aber sicher schwieriger, was die Berechnung angeht...

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