Kennt sich irgendwer mit Homöopathie aus?

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5 Antworten

Hallo Icecreammonster,

ich werde Deine Frage aus zwei Blickwinkeln beantworten: Dem der Homöopathie und dem der Naturwissenschaft und Medizin. Das sind nämlich, wie Du gleich sehen wirst, 2 gänzlich unterschiedliche Antworten.

1) Antwort aus dem Blickwinkel der Homöopathie

Hier muss ich, wie MalNachgedacht schon vor mir auf  das Organon hinweisen.

Zur Erklärung: Das Organon ist quasi die Bibel der Homöopathie. Samuel Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie, hat sie vor rund 200 Jahren erstmals veröffentlicht. Sie ist bis heute Basis homöopathischer Kurse; es gibt keinen einzigen Paragraphen darin, den heutige Homöopathen übereinstimmend als widerlegt betrachten. Bis heute definiert also das Organon, was unter Homöopathie zu verstehen ist und wie sie funktionieren soll.

Im § 259 steht:

Bei der so nöthigen als zweckmäßigen Kleinheit der Gaben, im homöopathischen Verfahren, ist es leichtbegreiflich, daß in der Cur alles Uebrige aus der Diät und Lebensordnung entfernt werden müsse, was nur irgend arzneilich wirken könnte, damit die feine Gabe nicht durch fremdartig arzneilichen Reiz überstimmt und verlöscht, oder auch nur gestört werde 

Also: Im Organon steht explizit: Nimmst Du etwas anderes, was irgendwie arzneiliche Wirkung hat außer den Homöopathika, dann wirken sie nicht mehr.

Entsprechend lautet die Antwort aus Sicht der Homöopathie: Nein, kiffen ist verboten während einer homöopathischen Behandlung, sonst wirkt sie nicht mehr.

2) Antwort aus dem Blickwinkel der Naturwissenschaft

Homöopathische "Arzneien"  sind nicht nur bis zur Unkenntlichkeit verdünnt, nein, der angegebene Wirkstoff ist ab recht geringen "Potenzen" (ab C12 und höher) schlicht nicht mehr enthalten. Alle Globuli mit C12, D/C30, D/C200... sind nichts anderes als reinster Zucker - gänzlich ohne medizinische gezielte Wirkungen.

Die Vorstellungen Hahnemanns entstammen aus dem viel, viel geringeren Wissen seiner Zeit um die Vorgänge in der Natur. Damals, vor 200 Jahren war die Idee, man könne durch Schütteln ein imaginäres "inneres Wesen" einer Substanz freisetzen und an einen matriellen Gegenstand binden (Zuckerkügeln), noch mit dem recht rudimentären Wissen seiner Zeit vereinbar. Mit unserem heutigen Wissen in Physik, in Chemie, in Biologie ... über die atomaren Vorgänge beim Schütteln, sind Hahnemanns Vorstellungen nicht mehr vereinbar.

Aus Sicht der mordernen Naturwissenschaften sind Homöopathika Scheinmedikamente. Umfangreichste medizinische Studien konnten diese Einschätzung nicht widerlegen. Keine einzige homöopathische Hochpotenz konnte je zuverlässig nachweisen, dass sie das kann, was im Organon behauptet wird.

Wie kam Hahnemann dann zu seiner Liste (sie Antwort von MalNachgedacht)?

Nun, wenn ich krank bin und ein Scheinmedikament nehme, dann treten Placeboeffekte auf und die Krankheit selbst bleibt unbehandelt. Sie nimmt also weiter ihren natürlichen Verlauf. Und der endet in den allermeisten Fällen bei Bagatellbeschwerden mit einer Genesung - so dass der Eindruck entsteht, die "Globuli hätten gewirkt".

Nanchmal allerdings - bei schweren Erkrankungen, chronischen Erkrankungen oder wenn man einfach den natürlichen Höhepunkt der Beschwerden noch nicht erreicht hat, erlebt man keine Verbesserung, sondern u.U. sogar Verschlechterungen. In diesen Fällen sucht der Homöopath nach einer für ihn verständlichen Erklärung, warum denn keine Besserung eintrat. (Er glaubt ja an eine Wirksamkeit seiner Kügelchen).

Und die naheliegendste Immunisierungsstrategie ist: Der Patient ist schuld - er hat etwas gemacht, was die Wirksamkeit der Homöopathie beeinträchtigte.

Also: Die Naturwissenschaft erkennt Homöopathika als Placebos und die Anweisungen, bestimmte Stoffe müssten gemieden werden als Immunisierungsstrategien für die (nicht seltenen) Fälle des Scheiterns.

Im Bilde der Naturwissenschaft ist es also egal, ob Du die Regeln der Homöopathie exakt einhälst. Du bekommst so oder so nur Placebos. So lange Du weiterhin glaubst, sie wären gut für Dich, so lange gibt es auch Placeboeffekte.

Marihuana et al. ist allerdings auch aus Sicht der modernen Medizin nicht gut für Dich. Allerdings mit einer gänzlich anderen Begründung als die Homöopathie...

Zum Weiterlesen: http://www.naturwissenschaftliche-rundschau.de/navigation/dokumente/Stichwort0806.pdf

Grüße

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Jedes Mittel das eine Arzneiliche wirkung hat kann die Behandlung stören. Bei zuvielen arzneilichen Einflüssen weis der Körper irgendwann nicht mehr in welche Richtung er reagieren soll. Deshalb ist es besser alle Mittel, die einen starken Reiz ausüben und das Befinden wesentlich verändern, zu meiden damit der homöopathishe Heilvorgang in Ruhe ablaufen kann.

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Kommentar von MalNachgedacht
27.11.2015, 17:12

Ausgenommen von diesen Regeln sind natürlich Homöopathen die ihre Brötchen mit der homöopathischen "Begleitung" von Krebskranken verdienen.
Die dürfen selbstverständlich zusätzlich zur "Schulmedizin" ihre Glaubuli verabreichen....natürlich ganzheitlich....

Da stört es dann auch nicht, wenn der  "homöopathishe Heilvorgang" gestört wird.

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Jeder kennt sich mit Homöopathie aus.
Sie umgibt uns zu jeder Zeit.

Alles ist homäopathisch. Du. Ich. Alle und alles.

In mir, wie in dir ist fast jede homöopathische Urtinktur in hoher Potenz enthalten. 

Wir sind alle homöopathisch.

Sogar eine homöopathischen Urtinktur ist ein homäopathisches Mittel einer anderen Urtinkur.

Homäopathie ist großartig.

Alles ist möglich. Es gibt keine Regeln mehr. Nix bringt viel. Alles bringt nichts. Placebos kosten mehr. Herkömmliche Placebos kosten weniger.

Alles super. Logik ist out.

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Kommentar von Adqdd
06.12.2015, 03:05

Yay! Ich enthalte extrem verdünnt etwas polonium!

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Hier die vollständige Liste was man alles nicht tun darf - direkt von Samuel Hahnemann der sich die Homöopathie ausgedacht hat:

§ 260 Organon der Heilkunst:

Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art,stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus.Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z. B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern,Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien,welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzujunges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut Bekleidung,sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zuverhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w.Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll. Einige meiner Nachahmer scheinen durch Verbieten noch weit mehrer,ziemlich gleichgültiger Dinge die Diät des Kranken unnöthig zu erschweren, was nicht zu billigen ist.

Da Du ja offensichtlich an Homöopathie glaubst - vielleicht solltet ihr Marihuana homöopathisch potenzieren.

Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • die schädlichen Nebenwirkungen werden reduziert
  • die erwünschte Wirkung verstärkt sich
  • Ein Gramm reicht um Marihuana C30 in praktisch unendlicher Menge zu produzieren,
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Kommentar von Adqdd
06.12.2015, 03:07

Bei einer 1:10 Verdünnung mit einem Stoff, der die gleiche Dichte hat, haste am Ende 1000000000000000000000000000000 Gramm, oder eine quadrillionen Tonnen verdünntes Ott.

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SOLL man nicht, darf man schon...aber die Wirkung der Mittel ist dann ggf. nicht mehr gegeben.

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Kommentar von Adqdd
06.12.2015, 03:04

"Aber die Wirkung der Mittel ist dann ggf. nicht mehr gegeben."

Wenn er geglaubt hätte, dass sie immernoch gegeben ist, wär sie auch gegeben.

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