Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Suche verzweifelt nach Personen aus dem At oder Nt, die sich die Schöpfungsfrage stellen.
Vielen Dank für eure Hilfe

Im Alten Testament gibt Gott den Menschen den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren.
Ansonsten war es das eigentlich schon.
Das Christentum ist vom Wesen her eine apokalyptische Religion, die auf das Ende der gegenwärtigen Welt wartet und somit schon in ihren Grundlagen nicht für die gegenwärtige Idee des Umweltschutzes vereinnahmt werden kann.
Das schließt eine liebevolle Haltung zu Tier und Umwelt nicht aus, begründet sie aber kaum.
Paulus spricht dagegen vom Wunsch nach der Erlösung der ganzen Kreatur.
Auch hier geht es nicht um Erhaltung der Umwelt sondern um endzeitliche Verwandlung.
Es sind schon sehr gute Antworten auf Deine Frage gegeben worden, deshalb möchte ich auf Gedanken hinweisen, die noch nicht erwähnt worden sind.
Gegen die Ausbeutung der Natur hat Gott das SABBATJAHR für den Ackerboden gegeben. Das betraf den ACKER, die WEINBERGE und die OLIVENWÄLDER. Alle sieben Jahre sollte das Feld nicht bebaut werden. Es diente zur Regeneration des Bodens. 2. Moses 23,10-11.
Es war damit verbunden ein sozialen Auftrag, den die Besitzer hatten.
Im 7. Jahr sollten die ARMEN die Weintrauben und Oliven essen dürfen.
Früher wurde das von den Bauern eingehalten, dass sie das Feld alle sieben Jahre ruhen ließen. Aber im Zuge der Optimierung der Ernteerträge kümmert sich heute kein Mensch mehr darum. Die Böden werden mit Kunstdünger bearbeitet, um die Ernteerträge zu garantieren und zu optimieren. Niemand läßt heute mehr das ACKERLAND ein Jahr lang ruhen.
Wenn sich das Sabbatjahr auf die Natur bezog, so bezieht sich dieser wöchentliche Ruhetag auf MENSCH und TIER.
Der Mensch soll zur RUHE kommen und auch die Tiere durften an diesem Tag nicht für ARBEITEN verwendet werden.
Dieser Tag diente nicht nur zur körperlichen und geistigen Entspannung, sondern sollte auch dem Menschen die Gelegenheit geben seine Gedanken auf das GÖTTLICHE zu lenken.
Zugleich sollte es die Menschen an ihre Herkunft erinnern, wem sie ihre Existenz verdanken und welche tiefere Bedeutung ihr Leben hat. Denn im ALLTAGSTROTT verliert der Mensch sehr oft den tieferen Sinn seines Lebens.
HERKUNFT, LEBENSSINN und ZUKUNFT liegen in diesem Tag begründet. So verstehen auch die JUDEN die Bedeutung dieses RUHETAGES.
A. Leider ist auch die Bedeutung des wöchentlichen Ruhetages bei vielen Menschen abhanden gekommen.
Einmal darin, dass dieser Tag nicht mehr eingehalten wird, weil an diesem genauso gearbeitet wird wie an allen anderen Tagen der Woche.
Die Menschen sind der Meinung, man könne sich diesen LUXUS heute nicht mehr leisten. Es gibt dafür die verschiedensten Gründe warum auch an diesem Tag gearbeitet werden muß.
B. Der SINN und ZWECK dieses RUHETAGES ging auch bei vielen verloren, denn seitdem die Entstehung des UNIVERSUMS und des LEBENS ohne GOTT erklärt wird, gibt es auch keinen GRUND mehr an den SCHÖPFER zu gedenken, dem wir unsere EXISTENZ verdanken. Auch die SINNGEBUNG unseres Lebens ist damit verschwunden und auch der AUSBLICK auf die ERNEUERUNG unserer Welt hat keine Bedeutung mehr.
ZUSAMMENFASSUNG: Wir sehen sehr wohl, dass wir in der Bibel konkrete HINWEISE finden was die ERHALTUNG der NATUR und des LEBENS anbelangt.
Es wird uns nur auf eine andere ART und WEISE vermittelt. In Wirklichkeit fehlt es dem heutigen Naturerhaltungsgedanken an Tiefe, weil die GÖTTLICHE DIMENSION dabei völlig ausgeklammert wird. Denn wenn das Bewusstsein fehlt, dass ALLES von GOTT kommt, und dass wir IHM verantwortlich sind wird ein wirkliches INNERES und TIEFES UMDENKEN nicht stattfinden, weil bei allen ÜBERLEGUNGEN immer wieder der PROFIT und das KURZSICHTIGE VORTEILSDENKEN im Vordergrund stehen wird.
SOLANGE die Menschen nicht wirklich zurückkehren: "GEDENKEN AN DEINEN SCHÖPFER", dem wir alles verdanken und dem wir verantwortlich sind, wird sich nichts GRUNDLEGENDES an der LEBENSEINSTELLUNG und LEBENSWEISE ändern. Äußere KOSMETIK reichen dazu nicht aus!!!
Alphabethus am 18. August 2009 17:40 Es tut sehr gut, dies tiefen Gedanken zu lesen. Ich danke Dir für die Mühe. Du sprichst mir aus dem Herzen.

Die Hebräer waren ein Agrarvolk. Ihre Interessen waren generell, das Land zu pflegen. Sie lebten davon. Das kann man aus vielen Hinweisen entnehmen. Zum Beispiel wird in 2. Könige 18:32 das Land beschrieben als 'ein Land von Brot und Weingärten, ein Land von ölreichen Olivenbäumen und Honig... In 1. Korinther 9:7 ist der Grundsatz, dass der, der einen Weingarten pflanzt auch dessen Frucht essen wird und wer eine Herde hütet sich von der Milch der Herde ernährt. Aber auch die Bedürfnissen der Tiere sollen berücksichtigt werden, denn 'du sollst dem Stier, wenn er das Korn ausdrischt, nicht das Maul verbinden. Auch galt die Sabbattag Vorschrift der Ruhe auch für die Haustiere. 5. Mose 5:14. Es gibt viele Veranschaulichungen und Gleichnisse, die aus der Natur entnommen sind und darauf hinweisen, dass das Volk in Harmonie mit der Natur gelebt hat. Die Vorschrift, das 7. Jahr als Sabbatjahr zu halten an dem nichts gesät wird und nur das geerntt werden sollte, was von selbt wächst, bedeutet ein Gebot, dem Land Zeit zum Regenerieren zu geben.

Vielleicht Noah?
Eselin am 16. August 2009 12:51 hab ich auch zuerst überlegt und irgendwie kann man es schon unter das Thema packen - DH
Kimba19 am 16. August 2009 21:20 Wenn ihr die Arche meint, und die Tiere, die Noah mitnahm, so war das sein Auftrag von Gott.
SecondAttempt am 17. August 2009 07:08 Sorge um die Natur ist immer ein Auftrag von Gott.
Kimba19 am 17. August 2009 20:16 Matteo sucht aber nach Personen in der Bibel, die selbst die Umwelt/Schöpfung zu schützen suchen. Noah führt direkt Gottes Auftrag aus - ich will nicht sagen, daß er's nur Gott zuliebe tut, aber es wird nicht explizit erwähnt, daß er von sich aus sich Gedanken macht.
Der Apostel Johannes spricht davon, dass Gott die verderben wird, die die Erde verderben.
(Offenbarung 11:18)
Jesus sorgte sich um die Erde, da er wußte was Menschen mit dieser Erde anstellen würden, welche er mit dem himmlischen Vater geschaffen hatte. Er stellte jedoch auch eine Lösung in Aussicht.
Paulus und Johannes sahen schon damals die zerstörerische Entwicklung der Erde mit Jesu Hilfe prophetisch voraus. Jedoch ist es Jesus als Baumeister dieser Erde nicht egal, was mit der Erde passiert. In der Apokalypse werden ganz klar Sanktionen gegen die Verderber der Erde verheißen.
Paulus hat im Römerbrief Kap. 8;18 in Bezug auf die Schöpfung klar gemacht, daß diese auf die Offenbarung der Söhne Gottes wartet und in Geburtswehen seufzt.
In der Apokalypse (Offenbarung Jesu Christi) in Kap. 11;18 werden diejenigen verdorben welche die Erde verderben.
Im 2. Petrusbrief Kap. 3 schreibt Petrus, daß diese Erde verbrennen wird und für das Feuer aufgehoben ist zum Tag des Gerichts und zum Verderben der gottlosen Menschen.
Diese Erde ist Gott sei Dank nur eine Zwischenstation für die christlichen Gläubigen. Da aufgrund der Ausbeutung und der Umweltschäden durch profitgierige Menschen, ein endless Life auf dieser Erde schon bald nicht mehr möglich sein wird.
Offenbarung Kap. 21;1. Siehe ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde und die erste Erde ist vergangen und das Meer ist nicht mehr.

Es wurde eigentlich schon alles in den Antworten gesagt. vielleicht wäre der spirituelle Grundgedanke noch hinzuzufügen, weil es viel einfacher ist aus der Grundfrage auch Folgen abzuleiten. Warum schuf Gott die Welten und die Erde? Er hätte das doch alles in seinem "Kopf" behalten können zu seiner Freude, ohne es ins Dasein bringen zu müssen. Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass er es aus LIEBE tat, um vernunftbegabte Wesen teilhaben zu lassen an seinen Ideen, dann ergibt sich daraus der Grundsatz, das diese Wesen ebenfalls mit Liebe mit sich selbst, untereinander und allem Geschaffenen umgehen sollten. Warum das nicht oder nur zum Teil geschehen ist, ist eine andere Geschichte. Daher auch die schon erwähnte Textstelle aus den christlich-griechischen Schriften der Offenbahrung, dass Gott die verderben wird, die die Erde verderben.
Bild/er:

Noch eine Antwort, die noch nicht gegeben wurde: Gott hat bei den Geboten in den 5 Büchern Mose verboten, im Kriegsfalle Bäume zu fällen oder Ernten zu zerstören. Das Volk, die solche Schandtaten "eingeführt" haben, wurde ausdrücklich verdammt.
Versuchs mal mit Hiob. Es gibt ein interessantes Buch, das heißt:
Leider ist es vergriffen. Du müßtest es aber bei ebay oder booklooker.de oder zvab.com noch bekommen können.

Jona hat eine Auseinandersetzung mit Gott diesbezüglich .... ich überlege gerade, inwieweit Hiob unter deine Frage gepackt werden kann - aber so ganz passt Hiob nicht darunter.
kutzersalm am 17. August 2009 10:38 Hiob bekommt von JHWH persönlich aus dem Sturmwind eine geraffte Schöpfungsgeschichte serviert, die ihn ein wenig zur Selbsteinschätzung führen soll. Darin wird große Liebe zur Schöpfung deutlich, was auch die Frge beührt.
In Röm 8 ist die ganze seufzende Kreatur (auch die außermenschliche Welt der Lebewesen), also auch Pflanzen und Tiere, Kandidat der Erlösung, auf die sie hofft. Nach Offb 21 und Jes 65 wird Gott Himmel und Erde neu schaffen. Nach Jes 11 wird es den Tierfrieden geben (Löwe friedlich neben Lamm)... all das sind doch Zeugnisse einer Schöpfung, die Gottes Güte widerspiegelt und nicht mit Füßen zu treten ist, weil ihr seine ganze Zukunft gehört.

Nein, nicht wirklich. Das Judentum und im Anschluss das Christentum messen der Natur im Gegenteil zu den unzähligen Vorgängerreligionen keine Bedeutung zu, da diese Auffassungen den Menschen in den Mittelpunkt der gesamten Schöpfung stellen. Der Mensch ist nicht Bestandteil der Natur, nein, er existiert ohne diese. Die Natur hat eine Randfunktion in der jüdisch-christlichen Schöpfungsvorstellung : sie soll, so die Bibel, lediglich dem Lebensunterhalt des Menschen dienen.
Das Neue Testament kommt vollkommen ohne Naturbezug aus.
Im Alten Testament habe ich lediglich eine Stelle gefunden, die Rücksicht auf die Natur fordert : die Israeliten sollen die Obstbäume des Feindes nicht abschlagen, wenn sie eine Stadt belagern, sagt Gott. (Fundstelle ist mir im Augenblick nicht bekannt, vielleicht Genesis oder Richter). Allerdings ist diese Stelle ein ungeeigneter Bezug für Umweltschützer, weil diese Religionsvorschrift lediglich verhindern will, dass wertvolle mehrjährige Investitionen, die Obstbäume damals darstellten, von tumben Kriegsknechten zerstört werden, und später, nach erfolgter Eroberung der Stadt, nicht mehr geerntet werden können!
kutzersalm am 17. August 2009 10:39 Diese Antwort wird ohnehin durch fast alle anderen Antworten widerlegt.
Harterkampfer am 18. August 2009 00:16 Ich habe Verständnis für die Bemühung, den aktuellen Naturschutzgedanken nachträglich im Christentum zu verankern.
playswithwolves am 29. August 2009 21:36 DIESE Antwort gehört ganz nach oben!!!

Lieber MatteoRascetta, zur Zeit der Bibel gab es noch keine Treibgase, kein Öl wurde über die Meere gekarrt, die Flüsse waren noch klar und die Wälder noch heil und den Tieren wurde ihr Lebensraum nicht streitig gemacht. Es gab eigentlich keinen Anlass sich Sorgen um die Natur zu machen. Lies Psalm 104 und du wirst sehen, dass zur Zeit des Psalmdichters die Welt (womit ich die Natur meine) noch in Ordnung war. Minister - hat recht, Adam, der von Gott den Auftrag bekam den Garten zu hegen und zu pflegen, den Tieren Namen zu gegen (stell dir vor, was dass allein für eine Mammutaufgabe war, wenn ich nur 100 Tieren einen selbstausgedachten Namen geben müsste, wäre ich wahrscheinlich schon am Ende) und für sie zu sorgen. Gott hat den Menschen verpflichtet seine Natur zu schützen, er wusste schon über die Gefahren!

Nochmal ein Anhang. Adam hat den Garten schon bewahrt, wir wissen nur nicht wie lange. Eva kam ja später, nachdem Adam einige Zeit alleine gelebt hat und GOttes Auftrag ausgeführt hat. Erst nach einiger Zeit, weil für den Menschen kein Gegenüber da war kam Eva und sie haben sicher auch einige Zeit erst gelebt, bis die Schlange ins Spiel kam. Aber der Auftrag GOttes, den er Adam gab, wurde und wird an jeden Menschen der geboren wird, weitergegeben! Das Judenvolk war übrigens ein Volk der Bauern und Hirten und die haben sicher in Einheit mit der Natur gelebt.

Gott sorgt sich immer um die Natur, besonders um die Natur des Menschen und er schickt sehr oft jemanden, der dann den Menschen wieder einmal sagt, wie sie leben sollen, um sich nicht selbst zu zerstören, doch die wenigsten Menschen nehmen ihn und seine Abgesandten ernst, viele verstehen die Botschaft nicht, viele wollen nichts davon wissen und einige kehren die Botschaft ins Gegenteil. Die Menschheit ist halt ein recht chaotischer Haufen.

Nein, nicht konkret. Aber wenn es eine gäbe, die - wie du sagst: - sich SORGEN MACHT, dann würde ich sie nicht als Vorbild, nicht als positives Beispiel verstehen, sondern als negatives. Wie zum Beispiel Hiob - in dem Teil seiner Geschichte, in dem er sich SORGEN MACHT. Aber auch er entwickelt sich ja über diesen Zustand, diese Phase, hinaus.
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Die Bibel hat nach meiner Überzeugung nirgendwo und nie das Anliegen uns dazu zu motivieren, uns Sorgen zu MACHEN, sondern im Gegenteil, zu lieben und zu vertrauen und das Gute, das Vernünftige, Konstruktive zu denken und zu tun. Zumindest, es immer wieder anzustreben.
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Das Anliegen der Bibel ist "Bewußtseins-Entwicklung" hin zum höchsten, spirituellen Bewußtsein. Da ist kein Platz für so etwas wie "sich SORGEN MACHEN. Das ist ein Anzeichen von Angst und Unsicherheit. Und das ist das Gegenteil von Liebe und Vertrauen.

Zuerst möchte ich die Gedanken von minister und evangelista vorneanstellen. Jedoch dazufügen daß die Art und Weise in welcher unsere Kultur langsam immer intensiever die Schöpfung (Natur) vergöttert - Götzendienst ist. Wenn Frösche über die Straße getragen werden - ok. Aber es werden gleichzeitig viele Menschen, ob im Mutterleib oder durch Krieg oder durch erlaubten Drogenmißbrauch, getötet - dann fragt man sich ob diese Spezies (der Mensch) nun verrückt geworden ist? Und leider scheint das der Fall zu sein. Er ist aus der lebenserhaltenden, und lebensbedeutenden Beziehung zu seinem Schöpfer gerückt - also ver-rückt. Leider.
Ne die wird man in der Bibel wohl weniger finden, da sowohl die Propheten, als auch die Evangelisten sehr wohl einen Schimmer von der Unversehrtheit und Unversehrbarkeit der Schöpfung erfahren haben. "Und Gott sah an alles was er gemacht hatte, und siehe es war sehr gut"(1.Mose1:31)
aber auch: " Das ängstliche Harren der Kreatur..." (ich glaub Paulusbriefe)
Ganz simpel und einfach, eine Person, die man schon den Kindern näher bringt. Die sich für die Tiere eingesetzt hat, dass alle nach der großen Sintflut auf der Erde wieder Nachkommen zeugen und nicht aussterben. Von jedem Tier nahm er Männlein und Weiblein mit. Ganz klar: Noah und seine Arche (Genesis 6-9)

Ja. Die ersten waren Adam und Eva. Sie hatten allen Grund zur Sorge, nachdem sie aus Eden vertrieben wurden.
Hallo Matteo, ich komme reichlich spät mit meiner Antwort (bin "gutefrage"-Neuling), aber vielleicht interessiert es ja trotzdem. Ein Gesichtspunkt zum Thema Bibel und Umwelt, der noch nicht aufgetaucht ist, aber meiner Meinung nach wichtig ist, wenn nicht sogar entscheidend : Es ist die schlichte Frage: Wem gehört die Erde? Die einfache Antwort in Psalm 24: 1 Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 2 Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. Das klingt banal, ist aber der krasse Gegensatz zum modernen Denken, in der die Natur als Besitz angesehen wird, mit dem man willkürlich tun kann, was einem beliebt. Im biblischen Sinne ist die Erde und damit auch die Natur lediglich eine Leihgabe, die dem Menschen anvertraut ist. Anders gesagt: Wir haben keine Besitzrechte, sondern nur Nutzungsrechte. Wenn Jesus sagt: (Mk 12,17) gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!, so ruft dies eben diesen Gedanken aus Psalm 24 auf, in dem Sinne: Lasst dem Kaiser sein Geld und seine Art der "Besitz"-Logik (also: habt nichts mit diesem Geld zu tun) - und auf der anderen Seite: lasst Gott, was Gottes ist, in dem Sinne: die Erde mit allem, was darinnen ist, es bleibt Gottes alleiniger "Besitz", es kann von Menschen nicht "besessen" werden. Dies scheint mir deshalb wichtig, weil meiner Meinung nach die Probleme des Umweltschutzes letztlich in einem pervertierten Besitzdenken und Herrschaftsdenken wurzeln: "Die Erde ist des Menschen, also machen wir sie zu Geld!"
Ein zweiter Gedanke: Etliche Beiträge gehen davon aus, dass mit der Hoffnung auf einen "neuen Himmel und eine neue Erde" der Untergang der "alten Erde" verbunden ist. So wird es in der christlichen Tradition tatsächlich überwiegend verstanden. Ich meine, dass hier die Bibel missverstanden wird. Sowohl AT als auch NT hoffen letztlich auf eine Erlösung und Erneuerung dieser Welt, nicht einer jenseitigen, geistigen Welt. Trennt man im Denken eine diesseitige (materielle) Welt von einer jenseitigen (geistigen und damit eigentlichen) Welt, kommt man zwangsläufig dazu, das konkrete Leben jetzt und damit auch die Umweltprobleme als etwas vorübergehendes, unwesentliches zu betrachten und damit wird man letztlich resistent gegenüber den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Die Hoffnung auf eine "neue Schöpfung" im biblischen Sinn ist meiner Ansicht nach nicht die Vernichtung der alten Schöpfung, sondern sie bleibt die eine Schöpfung Gottes, in der aber ein neuer Geist zum Tragen kommt, die eine Erneuerung erlebt - in der letztlich das "Seufzen der Schöpfung" ein Ende haben wird.
Ein herzlicher Gruß
Karl
Weißt du zufällig, wo ich die Stelle mit dem "bebauen und bewahren" im AT finde.
Danke bisher alle an alle eingegangenen Antworten!
Genesis 2,15
15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte.
Und, hat er???
leider nicht