Frage von mumbatz, 43

Kennt jemand ein gutes Gedicht zum Thema "Wasser" (Nebel, Eis, Frost) aus der heutigen Zeit/Moderne?

Finde nur gute bis zum Expressionismus, aber nicht von 2000 und später.

Sollte gut für Klassenstufe 11 passen, also auch schülernah sein :)

Expertenantwort
von Koschutnig, Community-Experte für deutsch, 42

Stefan George (1868-1934)

Der See

In tausendfarben schillert der see
Er spiegelt das bild auf dem wolkenbau
Das die halb schon verborgene fee
Hat zaubrisch entrollt:

Vonlichtgrün zu blau
Von purpur zu gold
Die farben ineinanderfliessen
Im bilde still schimmernd

Im spiegelrasch flimmernd.
Zur seite stehen die mächtigen riesen
Sie schaun in den see
Durch dunkle stahlgewande verschönt

Mitglänzendem schnee
Die trotzigen nacken
Und die trotzigen häupter gekrönt.
Im hintergrund liegen bleigrau die wogen

Und ganz inder ferne des eisgebirgs zacken
Von einem blassen schein überzogen —
Die linke dunkelnd
Lastend und schwül

Die rechtefunkelnd
In buntem spiel.
Darüber ein heiliger friede ruht
Der friede der berge der wolken der flut.

(George war bewusst ästhetizistischer Allesklein-Schreiber)

Expertenantwort
von heide2012, Community-Experte für Schule, 39

Schau doch einfach mal hier:

http://www.gedichte-lyrik-poesie.de/Gedichte_Elemente_Schoepfung_Natur_Sonne_Mon...

Expertenantwort
von Koschutnig, Community-Experte für deutsch, 41

PETER HUCHEL (1903-1981)

Wintersee

Ihr Fische, wo seid ihr
mit schimmernden Flossen?
Wer hat den Nebel,
das Eis beschossen?

Ein Regen aus Pfeilen,
ins Eis gesplittert,
so steht das Schilf
und klirrt und zittert.

http://www.planetlyrik.de/gert-kalow-zu-peter-huchels-gedicht-wintersee/2015/04/

Expertenantwort
von Koschutnig, Community-Experte für deutsch, 33

James Jacob Hinrich Krüss (1926 - 1997)

Das Wasser  

 

Vom Himmel fällt der Regen,

und macht die Erde naß,

die Steine auf den Wegen,

die Blumen und das Gras.

 

Die Sonne macht die Runde

in altgewohntem Lauf

und saugt mit ihrem Munde

das Wasser wieder auf.

 

Das Wasser steigt zum Himmel

und wallt dort hin und her,

da gibt es ein Gewimmel

von Wolken grau und schwer.

 

Die Wolken werden nasser

und brechen auseinander

und wieder fällt das Wasser

als Regen auf das Land.

 

Der Regen fällt ins Freie

und wieder saugt das Licht.

Die Wolke wächst aufs neue

bis daß sie wieder bricht.

 

So geht des Wassers Weise:

es fällt, es steigt, es sinkt

in ewig gleichem Kreise

und alles alles trinkt.

 

Antwort
von Thekakwhita, 30

Eisig ist die Nacht

Wasser läuft in Tränen

es werden umgebracht

Menschen in Straßenszenen

Der Frost in Paris

kommt von der ISIS

Der Nebel des Grauens steigt auf

Es schreit zum Himmel hinauf.

2015 unbekannte Autorin

Antwort
von evara21, 43

Über den Bach sich beugen,
tief das Haupt verneigen
vor dem reinen und klaren
in dem hellen und wahren
Wasser, das Vater und Mutter,
Schwester und Bruder,
Sein und Leben
und alles dir ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community