Kennt ihr paar Beispielen warum der Stellungskrieg für die Soldaten besonders schwer war?

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4 Antworten

Der Stellungskrieg war ein Ergebnis des Aufeinandertreffens modernster Waffentechnik auf völlig veraltete Militärtaktiken und nicht minder veraltete und oftmals unzweckmäßige Uniformen. Die Einführung eines neuen Stahlhelmes bei allen Kriegsparteien, reduzierte die hohen Ausfälle durch Kopfverletzungen deutlich.

Die weitverzweigten Stellungssysteme boten einen relativen Schutz vor dem Artilleriefeuer, doch konnte ein Volltreffer einen Bunker zum Einsturz bringen und die Soldaten unter Tonnen von Erdmassen lebendig begraben. Die Stellungen waren zum Gegner hin gespickt mit Stacheldrahtverhauen, die die Soldaten erst einmal überwinden mussten, um die gegnerischen Gräben zu erreichen, während gleichzeitig aus Maschinengewehren auf sie gefeuert wurde und das versetzte den Verteidiger in eine günstigere Lage als den Angreifer, der dabei immer mit hohen Verlusten zu rechnen hatte.

Erreichte man dennoch die gegnerischen Gräben, kam es zu brutalen Kämpfen Mann gegen Mann, bei dem die Gegner mit Bajonetten aufgespießt, mit Gradendolchen erstochen oder mit mittelalterlichen Keulen erschlagen wurden. 

Als dann 1915 erstmals Giftgas eingesetzt wurde, ergab sich das Problem, dass das Gas schwerer als Luft war und sich somit in den Stellungsgräben sammelte, während man außerhalb des Grabens fast normal atmen konnte, dort jedoch ungeschützt dem feindlichem Feuer ausgesetzt war. Nachdem daraufhin fast jede Armee ihre Soldaten mit Gasmasken ausstattete, verringerten sich auch hier die Verluste, doch die moralische Wirkung blieb, denn die Gefahr der Verätzungen der Lungen oder der Haut, Augen und Schleimhäute stellten eine zusätzliche psychische Belastung für die Soldaten dar.

Das teilweise wochenlang andauernde Artilleriefeuer sollte den Gegner mürbe machen und immer öfter erlitten Soldaten Nervenschocks, von denen sich manche niemals erholen sollten. Diese zeigten sich durch unkontrollierte Zuckungen am ganzen Körper, hysterische Lachanfälle, Weinkrämpfe oder ähnliches. Die Medizin stand vor einem Rätsel und nicht selten wurden diese auf deutscher Seite "Kriegszitterer" genannten Kriegsversehrten als Simulanten angesehen und mit grausamen Elektroschocks "therapiert" um sie wieder Frontverwendungsfähig zu machen.

Man ersann verschiedene Methoden und neuartige Waffen, mit dem man die festgefahrene Situation aufzubrechen versuchte, wie z. B. den Flammenwerfer, oder Steilfeuerwaffen wie den Mörser, der es erlaubte Granaten aus dem eigenen Graben im hohen Bogen in die Gräben des Gegners zu katapultieren. Eine Taktik war das Graben eines unterirdischen Stollens unter die Gräben des Feindes, wozu man erfahrene Bergleute unter den Soldaten einsetzte. Erreichte man einen Stollen unterhalb der Stellungen des Gegners. wurden Fässer und Kisten mit Sprengstoff in das Ende des Stollens verbracht und per Fernzündung die gegnerische Stellung gesprengt. Die deutschen setzten schließlich auf die Aufstellung von sogenannten "Sturmbataillonen", die den deutschen die Initiative zurückgeben sollte und weg vom Stellungskrieg in den Bewegungskrieg führen sollte. Die leicht bewaffneten Truppen sollten weit ins Hinterland vorstoßen und den Nachschub stören, für Verwirrung sorgen und koordinierte Gegenangriffe erschweren.

Als weitere Lektüre empfehle ich "Im Westen nichts Neues" von E. M. Remarque, "Verdun" von Paul C. Ettighofer und "In Stahlgewittern" von E. Jünger.

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Stell dir mal vor du liegst wochenlang im Trommelfeuer.

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Du kannst nicht vor, du kannst nicht zurück und bekommst von oben herzliche Grüße vom Feind.

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Schlechte nahrungsmittelversorgung

Schlechte Hygiene

Die soldaten waren wind und wetter ausgesetzt

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