Frage von IchFrageSelten, 57

Kennt ihr gute Sommer/Winter Gedichte?

Hallo, frage steht oben

Freue mich über jede Antwort (: - Soll anspruchsvoll sein. Aber nicht zu schwer.

Antwort
von Drakonakisla, 35

Winter

Weißer Morgen

Nebel zieht das schwere Grau des Winters
noch tiefer herab
auf die schwarzen Säulen
und ihre starrenden Arme,
die als letzte Schatten der Nacht
nach dem frühen Morgen greifen.
Überall droht er -
die Landschaft in sich zu begraben,
und das Auge verliert sich
hinter wenigen Baumreihen
im rauhen Gewand der kalten Monate.
Über Nacht war alles Gezweige
in eisiges Silbergrau gefallen.
Jetzt in der Dämmerung
schweben Schneeflocken aus fernen Welten
vorsichtig in die Einsamkeit.
Sie sinken sanft in die Kronen
und viele, erschöpft vom weiten Flug,
tiefer in alle empfangenden Arme.
Schon trägt die Natur ein weißes Brautkleid
und träumt in jeder Flockendecke
den Morgen herbei.
Ihn zu bezaubern,
haucht sie ihm einen Schleier
aus Zärtlichkeit entgegen…
Mit einem Mal
bricht in die Nebel des Schweigens
ein Stahlengruß der Sonne.
Zuerst befangen, dann doch in aller Macht,
verklärt das Licht
die schneewehe Landschaft
und schenkt auf weißem Samt
die Perlen des Glücks…

Ich weiß nichts Schönres auf der Welt,
als wenn ein Schnee vom Himmel fällt -
so klein und weich und leise.
Dann steh' ich wohl auf weiter Flur,
es webt in mir ein Fühlen nur:
Ich bin ein Kind und ganz verloren
in diesem weichgeflockten Taumeltanz,
in dieser Undurchdringlichkeit und Stille ganz
bin ich ein Schnee, als Flocke nur geboren.

Wintersonnenwende

Lichter am Baum
und Lichter am Himmel –
sie erhellen
die dunkelste Nacht;

in ihrem Strahlen
und ihrem Gefunkel
spürn wir der Sonne
strahlende Macht!

Sterne sind Kerzen
und Kerzen sind Wärme,
wissen um lachende
Zuversicht,

wissen um Wachsen und
wissen um Werden –
und vergessen
die Liebe nicht.

Sommer

Sommergedanken

Die Lerche jubelt in den Lüften
ein Lied und heller Sonnenschein
läßt in den sommerlichen Düften
Natur und Mensch voll Freude sein.

Grün, soweit das Auge blicket,
Badespaß und Urlaubsfreud’,
Herz und Seele seid erquicket,
Sommer ist’s du schöne Zeit.

Hundstage

Dürstende Erde,
nach einem Trunk Wasser lechzendes Vieh.
Glühende Sonne
steht über dem Land.

Dörrende Felder.
Ein einsamer Vogel in flimmernder Luft.
Welkende Blumen
am trockenen Bach.

Hastende Menschen,
die müde erwarten die kühlende Nacht.
Schlafende Kinder
im grünen Gebüsch.

Dunkle Wolken
im Westen sich ballen, und Regen künden.
Zuckende Blitze
erhellen die Nacht.

Sommer

Für dich
fang ich den Sommer ein,
den Rosenduft,
des Himmels Blau,
und all die bunten Farben.
Das Lied der Amsel
und der Unken Ruf,
das Plätschern auch
des kleinen Bachs,
den hellen Mond,
die laue Nacht
der süßen Worte
mit Sternenglanz
und heißen Küssen,
und auch die warme Sonne.
Wenn später dann
der kalte Wind
weht durch dein Haus,
erinnre dich
an mein Geschenk
und deine Sommerliebe.

Antwort
von Alsterstern, 17

Winter

Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren,

So fällt das Weiß herunter auf die Tale,

Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle,

Es glänzt das Fest den Städten aus den Thoren.

Es ist die Ruhe der Natur, des Feldes Schweigen

Ist wie des Menschen Geistigkeit, und höher zeigen

Die Unterschiede sich, dass sich zu hohem Bilde

Sich zeiget die Natur, statt mit des Frühlings Milde.

Friedrich Hölderlin

Antwort
von Salua1993, 20

Die vier Brüder

Vier Brüder geh'n Jahr aus, Jahr ein
Im ganzen Jahr spazieren;
Doch Jeder kommt für sich allein,
uns Gaben zuzuführen.

Der erste kommt mit leichtem Sinn,
in reines Blau gehüllet,
streut Knospen, Blätter, Blüten hin,
Die er mit Düften füllet.

Der zweite tritt schon ernster auf
Mit Sonnenschein und Regen,
Streut Blumen aus in seinem Lauf,
Der Ernte reichen Segen.

Der Dritte naht mit Überfluss
Und füllet Küch' und Scheune,
Bringt uns zum süßesten Genuss
Viel Äpfel, Nüss und Weine.

Verdrießlich braust der Vierte her,
In Nacht und Graus gehüllet,
Zieht Feld und Wald und Wiesen leer,
die er mit Schnee erfüllet.

Wer sagt mir, wer die Brüder sind,
die so einander jagen?
Leicht rät sie wohl ein jedes Kind,
Drum brauch' ich's nicht zu sagen.

Friedrich von Schiller, 1759-1805

Antwort
von Militaerarchiv, 24
∼ Er ist's ∼

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

Kommentar von IchFrageSelten ,

Ist ein Gedicht über den Frühling. Trotzdem Danke

Kommentar von Militaerarchiv ,

Ich weiß, ist aber das einzige was aus der Schulzeit "hängengeblieben" ist :)

Antwort
von Alsterstern, 19

Meine Heimat

Eine kleine Kate, mit Stroh gedeckt,

drei schlanke Pappeln davor,

ein nickender Dornbusch, duftend und rot,

über dem Gartentor.

Die weiten Felder lichtüberglänzt,

eben, so weit man schaut,

darüber der Himmel wolkenlos

in seliger Tiefe gebaut.

Und ringsrum Freunde und Schaffenslust

und klingender Sensenschlag...

Das ist in meiner Heimat am Meer

ein leuchtender Sommertag.

Wilhelm Lobsien (1872-1947)

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