Frage von MariaEkziel58, 58

Kennt ihr ein kurzes expressionistisches Gedicht?

Antwort
von Eselspur, 27

Weiß nicht genau, was kurz heißt... Das hat 14 Verse:

Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein

Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,
Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,
Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,
Die drohn im Weiten mit gezückter Hand

Und scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.
http://lyrik.antikoerperchen.de/georg-heym-die-stadt,textbearbeitung,25.html

Antwort
von JoachimWalter, 43

http://www.reinhard-doehl.de/poetscorner/eich1.htm

Antwort
von ilknau, 27

Hallo, MariaEkziel58.

Verreckt alte Tante

auf schmuddliger Matratze,

hält im Arm die tote Katze

Derweil im Kühlkeller

die Kinderleiche liegt,

Onkel schwer am Stammtisch tagt

und landet auch im Sarg

Böses Werk von mir.

Im Expressionismus geht es aber um Momente, in die die Künstler sich einfühlten, die jedoch nicht zwingend selbst erlebt waren, lG.


Kommentar von DieterSchade ,

Du bist wirklich talentiert. Wunderschön dein Gedicht.

Kommentar von Schwoaze ,

Brrr! Gänsehaut!

Kommentar von ilknau ,

@schwoaze

Habe die Ehre, :-)

Sag ich doch: böses Werk.

In maroden Zeiten, die Jene für Viele waren, kommen solch morbide Dinge auf

Schöne Pfingsten dir

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