Frage von triggered, 78

Kennt ihr ein besseres System als die Demokratie?

Bei der Demokratie ist ja das Hauptproblem dass politische Minderheiten oder Individuen weitgehend ignoriert werden, man muss sich also der Mehrheit anpassen.

Geht das irgendwie noch besser? Theorethisch wäre es doch richtiger wenn man in Deutschland leben und Regeln und Gesetze, zB das Strafgesetzbuch oder das Grundgesetz einfach ablehnen könnte, wie die AGB bei einem Unternehmen, so dass man dann auch nicht danach leben muss. Denn sonst lebt man ja unter Zwang, oder falls man deswegen auswandert wird man vertrieben.

Wenn man jetzt zB meint dass es in Ordnung ist jemanden umzubringen und dafür ins Gefängnis kommt ist es ja eigentlich Unrecht wenn derjenige das deutsche Recht nicht anerkennt. (Nach dem Gesetz ist das natürlich egal, Ich meine jetzt moralisch) .

Dass das nicht einfach so geht ist offensichtlich, aber fällt euch irgendwas dazu ein wie es besser gehen könnte?

Antwort
von Ifosil, 51

Gesetze ablehnen wie AGBs? Na du hast ja schöne Vorstellungen. Rate mal warum es Gesetze gibt, um die schwachen und kleinen (Kinder) vor den Großen und Starken zu schützen. 

Die Demokratie ist nicht fehlerfrei, aber das beste was man bekommen kann. Alle anderen Staatsformen gehen mit Minderheiten noch viel schlimmer um. Es gibt bis jetzt keine Alternative für die Demokratie. 
Was ich mir vorstellen könnte, wäre eine gewaltige KI, weit in der Zukunft, die sich tatsächlich um jeden in irgendeiner weise kümmern kann. 

Antwort
von Almalexian, 55

Wahrscheinlich gehts besser, aber wie weiß ich bisher noch nicht. Dein Vergleich mit den AGB's ist allerdings mehr als fragwürdig. das Problem bei einer freiheitlichen Demokratie sehe ich auch weniger darin dass kleine Strömungen zu wenig Beachtung bekämen. Wir haben ja grundsätzlich eine freie Gesellschaft wo Zwänge normalerweise nur dort auftreten wo sie für die gesamtgesellschaft nötig sind und eine einzelne Entscheidung nur dort wegweisend ist wenn andere Optionen dann wegfallen. Vielmehr sehe ich das Problem dass nach wie vor das politische System einerseits massenhaft durch Leute bestimmt wird die mitunter so fachfremd und gesteuert sind dass sie manchmal sogar das Gegenteil dessen bewirken was sie eigentlich wollen. Und dass das politische System nach wie vor durch Korruption und vorallendingen Lobbyarbeit diejenigen begünstigt die sich besonders clever für ihre persönlichen Rechte und Privilegien einsetzen.

Kommentar von triggered ,

Ich fand man sah es mal wieder schön am Brexit. 48% haben dagegen gestimmt, die haben jetzt Pech gehabt. DIe Punkte die du angesprochen hast sehe Ich auch kritisch, aber Ich denke das liegt vor allem an unserer heutigen Form von Parlamentarischer Demokratie.

Kommentar von Almalexian ,

Ich finde der Brexit ist für ein anderes Beispiel gut: 51% haben für den Brexit gestimmt und die Lügen die sie mitunter dazu getrieben haben wurden schon am Tag nach der Abstimmung teilweise als solche eingeräumt. Hätten sie mich gefragt und mir vertraut, ich hätte ihnen gleich sagen können dass Populisten nur ne aufwändige Fassade und nichts dahinter haben.

Dass diese 49% jetzt darunter leiden ist natürlich schiße. Allerdings ist das eben so eine typische Sache wo man nicht bei jedem einzelnen Bürger EU oder Nicht-EU machen kann, das funktioniert nur bei größeren Einheiten, diese Einheit muss sich dann für einen gemeinsamen Kurs entscheiden und wenn mehr dafür sind dann muss sich der Rest dieser Mehrheit beugen. Ein faireres system fällt mir generell nicht dazu ein. Man kann natürlich jetzt im konkreten Fall hingehen und sagen: bei so gravierenden Entscheidungen wo die Wahlergebnisse je nach Region so unterschiedlich waren sollte man besser das UK zerschlagen und die Regionen machen lassen. Aber das ist schon bei einem Fall schwierig wo diese regionale Verteilung und diese deutlichen Unterschiede gegeben sind. Versuch das mal wenn überall im Land 50:50 abgestimmt wurde.

Kommentar von triggered ,

Danke für die Antwort. Den sogenannten Community-Experten habe Ich übrigens für Beleidigung gemeldet :D

Antwort
von MrMiles, 49

Phillosophisch gesehen würde "Individualismus" keinen Unterschied machen.

Einfach gesagt, gibt es ja nur 2 Varianten: Entweder sind sich mehrere einig, oder eine einzelne Person ist sich einig.

In beiden Fällen gibt es immer eine Partei die etwas möchte, was die anderen nicht möchten. Ob das jetzt eine Person gegen mehrere, oder mehrere Personen gegen mehrere sind, spielt letztlich keine Rollte, denn es wird immer einen "Gewinner" und einen "Verlierer" geben.

Antwort
von Nicodemus0815, 5

Du hast das Hauptproblem der Demokratie erkannt. Daher ist Demokratie für sich nicht ausreichend um einen guten Staat zu bilden. Um das Problem zu lösen, daß Einzelne bzw. Minderheiten in einer Demokratie ignoriert und/oder unterdrückt werden, wurde in Deutschland im 1.ten Artikel des Grundgesetzes die Würde des Menschen für unantasbar erklärt. Das bedeutet, der Staat darf die Selbsbestimmtheit und Selbsverantwortung von Menschen nur in Ausnahmefällen einschränken.

Antwort
von 486teraccount, 53

Anarchismus mit AGBs,

AGBs nur für den Notfall falls man mal keine Selbstverantwortung hat

/ es nicht außergerichtlich regeln kann.

Kommentar von triggered ,

Ja Anarchismus ist eine schöne Idee, aber da gibt es dann bestimmt noch größere Probleme. Jeder könnte einen einfach ermorden oO

Antwort
von Nube4618, 28

Die Demokratie ist ein schlechtes System, mit vielen Fehlern und Nachteilen. Aber ich kenne keine Staatsform die besser funktioniert. 

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