Frage von Dhalwim, 73

Kennt ihr das, Ihr mögt es nicht wenn Ihr intensiv angefasst werdet oder auch nur "angetatscht" werdet und was wären mögliche Ursachen bzw. Behebung dessen?

Also um es ins Detail zu bekommen, Es geht ganz allgemein darum, dass Ich es nicht gern habe nackt gesehen zu werden, bzw. etwas Haut zu zeigen oder auch angefasst zu werden (das wird mir unangenehm).

Was Intimität betrifft, habe Ich nie erfahren, obwohl Ich das zwar gern hätte und zudem sollte dem so sein, werde Ich ganz schnell nervös. Ich habe kein Problem damit meiner Mutter ein "Bussi" zu geben, oder eine Umarmung,

aber sobald es mehr wird, wie bsp. wenn mich der Arzt nackt sieht, oder testen muss ob ein Eingeweidebruch o. ä. vorliegt (muss er ja, ist schließlich sein Job), so wird mir das innerhalb kürzester Zeit ziemlich unangenehm.

Ich renne nicht panisch aus dem Raum, Ich sage nur, mir passierte auch schon mal, dass Ich im Labor beim Arzt in Unterwäsche stand und durch die offene Tür, sahen mich zwei Frauen lachend, wobei Ich diese schnellstens wieder geschlossen habe.

Wer kennt das, und wie kann Ich dem entgegenwirken, denn Ich sage nur mir fällt es manchmal schwer mich der Welt zu "zeigen".

(Anmerkung: Mir passierte auch schon mal, dass Ich auf der Video/Chat-Plattform ooVoo von einem Mädchen "überredet" wurde mich zu entblösen, da sie behauptete sie würde dann mit mir zusammenkommen. Endergebnis war, dass davon ein Video gespeichert wurde und Ich als "der Typ mit seinem Regenbogen" verschrien wurde, [Regenbogen = Mein Glied]). Es hat sich gelegt Gott sei dank, aber wie seht Ihr das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 31

Es ist schon normal, dass es einem nicht behagt, wenn andere in den Intimbereich eindringen, den man normalerweise nur ausgewählten Menschen zeigt, denen man vertraut (Partner etc.). Beim Arzt fühlt sich wohl keiner so richtig wohl, wenn er untersucht wird und sich dafür entkleiden muss (Frauenarzt, Ultraschall etc.).

Wenn sich das Problem allerdings auf die Partnerschaft ausdehnt, also ein normales Leben be-/ verhindert, OBWOHL man gerne eine intime Partnerschaft hätte - das trifft ja nicht auf jeden zu - dann kann man sich therapeutische Hilfe suchen und lernen, anderen zu vertrauen, wenn sie in diesen Bereich eindringen und man das grundsätzlich möchte (entblößen vorm Partner beim Sex etc.).

Der letzte von Dir genannte Punkt ist allerdings bedenklich!

Mache nie etwas, bei dem Du Dich nicht wohlfühlst! Wenn Du Dich bedrängt fühlst, poste bzw. antworte nicht sofort, sondern lasse Dir erst mal ein paar Stunden oder Tage Zeit, zu überlegen, ob Du der Forderung oder Frage nachkommen willst.

Übe, nein zu sagen! Vieles musst Du gar nicht erklären, vor allem, wenn andere von Dir etwas fordern, bei dem Du Dich unwohl fühlst! Keiner hat das Recht, Rechtfertigungen von Dir zu verlangen. Auch, wenn Dir jemand Nacktbilder von sich schickt ist das kein Grund und keine Rechtfertigung dafür, dass er von Dir Nacktbilder erhalten darf.

Am besten wäre es, Du würdest mal mit jemandem, dem Du vertraust (Familienmitglied etc.) über dieses Thema reden: Was verschickt man, wo und vor allem auch wie zieht man seine Grenze, wie vermeidet man, etwas zu tun, zu dem man sich überredet oder überrumpelt fühlt, ohne es wirklich zu wollen.

Auch beim Arzt kannst Du übrigens sagen, dass Dir eine Untersuchung unangenehm ist, und dass Du sie z.B. erst beim nächsten Termin machen lassen möchtest, weil Du Dich darauf einstellen willst. Du kannst auch jederzeit eine Untersuchung abbrechen, wenn sie Dir unangenehm ist. Ärzte kennen z.B. Angstpatienten und traumatisierte Patienten - Opfer von Angriffen oder Vergewaltigungen etc. - die nicht jede Untersuchung problemlos machen lassen können oder Zeit dafür brauchen. Wenn Du also Bedenken hast, äußere sie, statt alles irgendwie durchzustehen. Es geht auch darum, dass Dir bewusst ist, wo Deine Grenzen und die der anderen sind und Du nicht lernst, alles Unangenehme einfach durchzustehen, denn das könnte später auch eine "Einladung" für Partner etc. sein, Dich zu missbrauchen, also Deine Grenzen zu missachten und einfach gegen Deinen Willen etwas zu machen!

Daher: Rede unbedingt mit jemandem darüber!

Wenn es kein Familienmitglied ist, wende Dich an eine Familienberatungsstelle oder an andere Stellen, in denen Berater (psychologisch geschulte Leute) tätig sind!

Kommentar von Dhalwim ,

Der letzte Punkt, muss Ich sagen, habe Ich vergessen ist zwar drei Jahre her und es ist Gras über die Sache gewachsen. Aber war dennoch unangenehm. Seitdem ist mir sowas nicht mehr passiert, und ja Ich sollte lernen mehr "Nein" zu sagen.

Antwort
von lieanne, 23

Hi1

Ich finde deine Gefühle völlig in Ordnung, bleib doch einfach so. Der eigene Körper ist doch etwas extrem persönliches, warum sollte man den ständig zeigen wollen, oder warum soll man Nacktheit mögen müssen? das ist nicht nötig, m.E. sogar eher schädlich. Nicht aus Keuschheit oder Verklemmtheit, sondern aus Achtung vor dem Selbst, auch aus Schutz - z.B. vor solchen Geschichten wie mit dieser Chat-Platform).

Auch finde ich es viel interessanter, einen Menschen langsam zu entdecken - z.B. wenn ich verliebt bin - ich möchte gar nicht sofort jedes Härchen, jede Delle, jede Rippe sehen und anfassen können. Das ist in hohem Maß eine Frage des Vertrauens - und warum sollte man Fremden vertrauen?

Ich find das völlig ok so, warum willst du dem unbedingt entgegenwirken? Wenn dich Leute deshalb auslachen oder so, dann sind sie eben nicht in der Lage, deine Gefühle, deine Position zu verstehen.

Kommentar von Dhalwim ,

Ok

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