Frage von Nani1801, 55

Kennt das jemand, bei dem Diabetes festgestellt wurde?

Hallo! Ich habe seit längerer Zeit übermäßigen Durst, trinke am Tag 5-7 Liter (nur Wasser!), dementsprechend oft muss ich auch aufs WC, meine Hände zittern oft, ich schwitze in der Nacht und das, obwohl es im Schlafzimmer nicht sonderlich warm ist. Durst habe ich nicht nur an heißen Tagen oder wenn ich Sport mache, auch wenn es kalt ist und ich mich kaum bewege. Ich habe manchmal sogar fast ein kleines Gefühl von Panik, wenn ich unterwegs bin und nichts zu trinken mit habe. Kennt das jemand, bei dem dann Diabetes festgestellt wurde? Vor zweit Tagen zum Beispiel, war ich mit meiner Freundin spazieren und mir ging es ganz plötzlich richtig schlecht. Ich musste mich auf den Boden setzen und meine Freundin hat mir ein Stück Brot gegeben (hatten wir zufällig dabei). Danach ging es mir ganz langsam etwas besser. Nach einer halben Stunde ca., ist es mir dann wieder wirklich besser gegangen. Ich werde Montag zu einem Arzt gehen, wollte nur hier schon mal nachfragen, weil mich das sehr beschäftigt. Ich bin dankbar für jede Antwort! :)

Antwort
von Girschdien, 54

Klingt für mich sehr nach Diabetes. Geh doch mal in eine Apotheke und frage nach einem Blutzuckertest (bieten viele Apotheken an), dann weißt Du gleich mehr. 

Kommentar von Nani1801 ,

Ok, danke. Muss ich da irgendwas beachten? Zum Beispiel kurz davor nicht essen oder sowas?

Kommentar von Girschdien ,

Sag dem Apotheker, wann Du das letzte Mal was gegessen hast und dann kann er Dir den Wert besser interpretieren.

Kommentar von Nani1801 ,

Ok. Vielen Dank!

Antwort
von Cassiopeija, 29

Ich würde  das nicht so einfach abtun. Ich habe Diabetes Typ 2 seit 23 Jahren und genau mit diesen Symptomen fing es bei mir "bewusst" an, also der Zeitpunkt, am dem Diabetes spürbar wird.

Oft bin ich in der Nacht aufgewacht und musste meinen Schlafanzug wechseln und die Bettdecke drehen, weil alles feucht war.

Aber Du gehst ja Montag zum Arzt, da wird es sich zeigen. Es könnte noch ein Schilddrüsenproblem sein, aber da hat nicht diesen abnormen Durst.

Den Test beim Apotheker kannst Du Dir schenken, es sei denn, Du gehst morgens nüchtern zur Apotheke - 8 Stunden vorher nichts essen und auch nur Wasser trinken. Ansonsten ist der Test wertlos.

Montag nüchtern zum Arzt und lass Dir Blut abnehmen. Dein Arzt soll daraus den HbA1c (Blutzuckerlangzeitwert) ermitteln, der ist wirklich aussagekräftig und gleich auch das Blut auf Antikörper untersuchen lassen (die bilden sich bei Typ 1).

Und keine Panik. Sollte es sich als Diabetes erweisen - damit kann man heute ein ganz normals Leben führen, mit ein paar kleinen Mengeneinschränkungen bei zuckerhaltigen Lebensmitteln. Will heissen, kein Verzicht, aber weniger.

Kommentar von Nani1801 ,

Vielen Dank für deine Antwort! So geht es mir leider auch oft, ich schwitze alles voll dabei würde ich nicht mal sagen, dass mir heiß ist bzw. es im Raum heiß ist. Und dieses ständige Durstgefühl ist auch schon sehr unangenehm und dann muss ich auch noch gefühlte 150 mal am Tag auf die Toilette... Ich habe manchmal schon versucht, bewusst weniger zu trinken, aber das halte ich dann gar nicht aus. Ich werde am Montag auf jeden Fall zum Arzt gehen!

Gut zu wissen, das beruhigt mich ein bisschen. Darf ich fragen, wie alt du warst, als Diabetes bei dir festgestellt wurde? Liegt das bei dir in der Familie?

Nochmal dankeschön!

Kommentar von Cassiopeija ,

Typ 2 ist ein vererbbarer Gendefekt, wobei der auch schlummern und gar nicht zum Ausbruch kommen kann. Jedenfalls hatten weder Eltern noch Grosseltern Diabetes. Was davor war, weiss ich nicht.

Ich war 36 Jahre, schlank, gesund ernährt (zumindest, was man dals für gesund hielt) und hab regelmässig Sport getrieben (2-3 x die Woche schwimmen). Trotzdem hats mich erwischt. Bin aber eher der untypische fall.

Normal sind Übergewicht, ungesunde Ernährung und wenig bis gar keine Bewegung der Auslöser des latent vorhandene Gendefekts (übrigens, wer den Defekt nicht hat, wir einfach nur dick - ohne Diabetes). Es bildet sich dann eine Insulinresistenz.

Das Hormon Insulin, das in den Betazellen der Bauspeicheldrüse gebildet wird, ist quasi der "Türöffner" für die Glucose, die die Zellen als Energie benötigen, ganz besonders unser Gehirn.

Insulin dockt an einen Rezeptor (davon hat eine Zelle sehr viele) an und öffnet damit die Zelle zur Aufnahme von Glucose. Bei einer Insulinresistenz werden mehr Insulinmoleküle benötigt, um die Zelle zu öffnen, was sich im Laufe der Jahre noch steigern kann.

Das viele Wasser lassen, das Dich plagt, liegt daran, das Dein Körper auf den hohen Zuckerspiegel reagiert (wenn es Diabetes ist) und versucht, ihn über den Urin "rauszuspülen". Dazu entzieht es dem Körper Wasser und Du hast Durst. Da sich das ständig wiederholt, ist das quasi ein Kreislauf, der erst endet, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt.

Kommentar von Nani1801 ,

Danke für die ausführliche Antwort.

Ich bin 25 Jahre alt, schlank, bewege mich viel und versuche (klappt natürlich nicht immer) mich gesund zu ernähren. Ich bin Raucherin. Alkohol trinke ich nur äußerst selten und selbst wenn, dann nur ganz wenig.

Was ist denn der Unterschied zu Typ 1? Du kannst damit also gut leben? War die Umstellung am Anfang schwer? Wie lange hattest du diese Symptome bis du dann die endgültige Diagnose hattest? Tut mir leid, so viele Fragen. Ich bin einfach nur neugierig und finde es toll, dass hier jemand schreibt, der aus Erfahrung spricht.

Kommentar von Cassiopeija ,

25 Jahre...ich glaube da endet meine persönliche Erfahrung. Diabetes Typ 2 in dem Alter ist extrem selten, da vermute ich eher einen Typ 1 dahinter, wenn es Diabetes ist. Da passt das dann auch, das es Dir gelegentlich schlecht wird.

Der Unterschied ist gross. Er ist kaum vererbbar (unter 2%) und eine Autoimunerkrankung. Das eigene Imunsysten "erkennt" die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört sie systhematisch.

Das ist in Deinem Alter kein Prozess von heut auf morgen, während es z.B. bei kleinen Kindern sehr schnell gehen kann.

Typ 1 entsteht, zumindest nach neuesten Erkenntnissen, die aber noch nicht offiziell bestätigt sind, durch Viren, wobei es nicht ein Virus ist, sondern durchaus verschiedene sein können.

Dein Imunsystem hat eine Feind-/Freunderkennung, sprich, es soll ja nur Bösartiges angreifen, nicht aber z.B. gute Bakterien, von denen ein paar Milliarden im Symbiose mit uns leben.

Machmal funktioniert diese Erkennung aber nicht richtig. So ähnelt z.B. die äussere Hülle der Betazellen der Eiweissstruktur der Hülle der Viren. Es greift den Virus an und hält dann die Betazellen fälschlicherweise ebenfalls für diesen Virus.

Soetwas lässt sich aber, wie in meiner Antwort erwähnt, mit einer Untersuchung des Blutes auf Antikörper feststellen, denn das sind genau die, die die Betazellen angreifen.

Sollte sich Diabetes heraus stellen, egal welcher Typ, tu Dir und Deinem Leben einen Gefallen und hör auf zu rauchen. Ich habe auch geraucht, aber Diabetes und Rauchen sind eine denkbar schlechte Kombination. Mich hat es den rechten Unterschenkel gekostet.

Die Umstellung war leicht, weil ich erst einmal Tabletten bekommen habe, die ich zum Essen genommen habe. Leider ist Diabetes einen Krankheit, die, wenn es anfängt weh zu tun, schon so viele Spätschäden verursacht hat, das sie kaum noch alle reparabel sind.

Mit meinem heutigen Wissen hätte ich sofort aufgehört zu rauchen, auf jegliche Zero-  oder Lightprodukte verzichtet und eine Menge Nahrungsergänzunsmittel genommen. Dennoch kann ich heut damit leben, ohne mich einschränken zu müssen  - und zu wollen.

Die offentsichtlichen Symptome hatte ich ca. 3-4 Monate, dann bekam ich weisse Flecken im Mund. Mein Arzt meinte, der Grund seien meine chronisch entzündeten Mandeln (hab ich, seit ich kleines Kind war). Sie sollten raus und vor der OP wird ja immer eine Blutprobe genommen. Da ist man dann auf etwas über 400 Blutzucker gestossen.

Die weissen Flecken hatten übrigens gar nichts mit den Mandeln zu tun, sondern waren ein Mundsoor, ein Pilz, der gern unbehandelte Typ 2er mit viel zu hohem Blutzucker befällt.

Das hört sich vielleicht alles ein wenig übel an, aber erstens gehts mir heute sehr gut, halt mit Prothese. ;) Und zweitens - bei Typ 1 Diabetes gibt es keinen jahrelang unentdeckten Diabetes mit Spätfolgen. Wenn die Betazellen nicht mehr genug produzieren, weil sie zerstört werden, ist das ein viel schnellerer Prozess als die Entwicklung bei Typ 2 und macht sich sehr schnell bemerkbar.

Wichtig ist nur, sollte es denn so sein, musst Du eingestellt werden. 1er bekommen von Anfang an Insulintherapie, denn das ist das, was dann fehlt. Eine Reisistenz ist meist nicht vorhanden.

Schau vielleicht mal im  Internet, ob es in Deiner Stadt (für Stuttgart könnte ich es Dir sage) oder näheren Umgebung eine Klinik mit einer expliziten Diabetesabteilung, möglichst mit hauseigenen Diabetologen, gibt. Da würde ich mich schulen lassen.

Ambulant bei einem guten Diabetologen würde es auch gehen, aber die rund-um-die-Uhr Betreuung ist da natürlich nicht vorhanden und die finde ich gerade am Anfang sehr wichtig.

Sry, viel Text. ;)

Kommentar von Lirin ,

Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Das heißt, der Körper verursacht sie selbst, durch einen Fehler in der Immunabwehr. Er bekämpft die Bauchspeicheldrüse, wie im Normalfall Vieren und Bakterien und zerstört sie dabei vollständig.

Dadurch kann der Körper kein Insulin mehr erzeugen und das geht ziemlich schnell. Das Insulin muss dann von außen mittels Spritze oder Insulinpumpe zugeführt werden. Typ 2 ist also insulinpflichtig.

Kommentar von Cassiopeija ,

Hatte ich schon erklärt, Lirin. Und Du meintest natürlich, das Typ 1 insulinpflichtig ist. :)

Bei mir wäre es Typ 2 auch, dann gäbe es ein paar Spätfolgen weniger. ;)

Kommentar von Lirin ,

Oh ja Cassiopeija, tut mir leid, mein Fehler.

Kommentar von Cassiopeija ,

Das muss Dir nicht leid tun, manchmal schreiben die Finger was anderes als der Kopf denkt. ;)

Passiert mir auch gelegentlich.

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 15

Hallo!

Dein Durst deutet auf Diabetes hin! Geh unbedingt so schnell wie möglich zum Arzt! Zur weiteren Behandlung von Diabetes solltest du aber zum Diabetologen gehen. Ein Hausarzt kann deinen Diabetes nicht so gut einstellen und behandeln, selbst mit Zusatzqualifikation nicht.

Was mich ein wenig verwirrt ist, dass dir schlecht war und es dir wieder besser ging nachdem du gegessen hast. Das würde auf eine Unterzuckerung hindeuten und ist eher unwahrscheinlich, denn der Blutzucker müsste zu hoch sein!

Nur zu Beginn eines Diabetes könnte es auch zu Unterzucker kommen. Das wäre gut, weil noch keine Folgeerkrankungen da sein können.

Ich wünsche dir baldige Besserung und allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Kommentar von Nani1801 ,

Erstmal vielen Dank für deine Antwort!

Weil du schreibst so schnell wie möglich: Ich habe gerade bei meinem Arzt angerufen, ich habe für Dienstag einen Termin bei ihm bekommen, er schreibt dann die Überweisung und mit der müsste ich dann in ein Labor zum Blut abnehmen. Das könnte ich dann frühestens am Mittwoch machen. Dauert das zu lange?

Mir war nicht schlecht, das habe ich vielleicht schlecht formuliert. Mir ist es schlecht gegangen im Sinne von zittrig, Schwächegefühl,... Wie meinst du, der Blutzucker müsste zu hoch sein und eine Unterzuckerung kommt nur zu Beginn einer Diabetes vor? Wäre ich wenn nicht erst am Anfang? Sonst würde es mir doch noch schlechter gehen, oder? Sorry für die Fragen aber ich kenn mich da einfach gar nicht aus.

LG Nani

Kommentar von Lirin ,

Dieses zittrige Gefühl, die Schwäche, eventuell Schwitzen sind Anzeichen für eine Unterzuckerung. Da bei einem unbehandelten Diabetes die Blutzuckerwerte zu hoch sein müssten, würde sich das mit den Unterzuckerungen eigentlich wiedersprechen.

Trotzdem kommt es manchmal, bei einem beginnenden Diabetes zu Ubnterzuckerungen. Leider weiß ich nicht die genauen Zusammenhänge. Hab sie noch nicht im Internet gefunden. Es scheint mir, als würder der Blutzucker stärken schwanken bei einem beginnenden Diabetes.

Ich spreche jetzt nur von einem unbehandeltem Diabetes! Wird er erst mal mit Tabletten oder Insulin behandelt, dann kann es öfter zu Unterzucker kommen.

Fragen sind sehr gut, dafür musst du dich nicht entschuldigen!

Eines ist noch wichtig, frag beim Diabetologen unbedingt nach einer Ernährungsberatung und nach einer Diabetikerschulung. Je mehr du über deine Krankheit weißt, desto besser werden in Zukunft deine Blutzuckerwerte sein.

Diabetiker sind die Manager ihrer Krankheit und dazu gehört viel Wissen!

Ein Blutzuckermessgerät und die passenden Messstreifen solltest du eigentlich vom Arzt bekommen. Das trägt die Krankenkasse.

So, mehr fällt mir im Augenblick nicht ein.

Gruß Lirin

Kommentar von Lirin ,

Ach ja, deine erste Frage hab ich vergessen. Es braucht immer einige Zeit bis alle Untersuchungen erledigt sind, besonders wenn man gleich zu einem Diabetologen geht. Denn die Termine sind weit gesteckt.

Wichtig ist nur, du gehst zum Arzt und schiebst es nicht auf die lange Bank. Denn eines steht fest, wenn es wirklich Diabetes ist, dann werden die Symptome immer stärker, weil der Blutzucker immer weiter steigt.

Antwort
von LeCux, 38

Einen Bluttest bekommt man in fast jeder Apotheke sofort gemacht. Oder ab zum Arzt!

Kommentar von Nani1801 ,

Danke für die Antwort. Ich werde Montag zum Arzt gehen, geht sich heute leider nicht aus mit den Ordinationszeiten. Werde aber in der Apotheke schon mal nachfragen.

Antwort
von Nettofragenxd, 3

bitte diret zum Arzt gehen

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