Hallo,
ich habe Chinesinnen und Chinesen kennen gelernt, die neben den Schwierigkeiten bei der Übersetzung Chinesisch-Deutsch und Chinesisch-Englisch auch Schwierigkeiten hatten, sich selber in Chinesisch zu verstehen. Denn einige Worte haben sie mehrmals nachgefragt, und da sind die Unterschiede beträchtlich ausgefallen, was dann in den Übersetzungen kam. Ist das wegen er Aussprache - ähnlich dem Dialekt - oder ist das bei diesen silbenähnlichen Worten so, dass es gravierende Mißverständnisse geben kann.
Ich habe mal gelesen, dass nicht alle Chinesen die vielen Schriftzeichen kennen - ist das bei den Worten ähnlich? Also dass der Wortschatz vielleicht geringer ist, weil sich bei gesprochener Sprache vieles sehr ähnlich anhört und man mit dem Gehör sehr differenzieren muss, welche Bedeutung gemeint ist?
Alle Chinesen, die ich traf, waren sehr gut ausgebildet, viele Akademiker darunter. Also nehme ich mal an, dass das Ausspracheschwierigkeiten waren.
Danke allen, die antworten. Nils
China ist ein riesiges Land und hat viele verschiedene Sprachen. Was sich der westliche Mensch unter "Chinesisch" vorstellt ist "Mandarin", die Sprache des Kaisers. Die Volksgruppen konnten vom Herscher zentral über Schriftzeichen regiert werden, weil diese trotz verschiedener Sprache das gleiche in diesen Schriftzeichen erkannten. Es gibt ca. 7000 zur Zeit gebräuchliche Schriftzeichen, wovon kaum 1/3 den meisten bekannt sind.Ich habe auf meinen Reisen oft erlebt, dass sich chinesische Dolmetscher aus verschiedenen Regionen in Englisch verständigten, weil sie ihre unterschiedliche Dialekte nicht verstanden. Beispiel: überall in Europa wird ein Symbol - ein gezeichnetes Haus - erkannt, obwohl man dazu Maison, Casa, Home, Haus oder sonstwie sagt.
80% der Chinesen sind so gesehen Analphabeten da sie nicht alle Zeichen kennen .
Naja, die ich da kennen gelernt habe, sind defintiv keine Analphabeten. Sie können auch Deutsch und Englisch.
Sie können lesen und schreiben, im Bezug auf die komplette Sprache (über 5000 Schriftzeichen) sind sie aber Analphabeten.
Klar, kaum ein Chinese braucht mehr als 200 Zeichen, aber is halt so .
Ja, das denke ich auch. Das geben sie auch zu. Nur ist das beim Sprechen komisch, weil man nachfragen muss.
KalleZabel am 17. Juni 2009 12:14 5000 Zeichen sind die, die Du obligatorisch bräuchtest und im mündlichen Sprachgebrauch am häufigsten nutzt. Es gibt weit über 40.000!
Im mündlichen Benutzt du gar keine Zeichen.

ind china gibt es zig verschiedene Sprachen und Dialekte - da muß man schon Sprachwissenschaftler sein, um die eigenen Sprachen im eigenm Land einigermassen zu beherrschen
Hm, ich denke, wenn die sich unterhalten, liegt es eher an den Worten selbst - wenn der eine ein bestimmtes Wort meint, fragt der andere: "Dieses Wort?" Das ist ähnlich, nur anders ausgesprochen. Mit mehr Hauch oder so - ich denke, dass es nicht Dialekt ist, sondern am Sprechen liegt. Man muss sehr deutlich zuhören. Das strengt an.
In China gibt es sehr viele Dialekte.
Stell dir vor ein Bayer vom Dorf will sich mit einen unterhalten der Plattdeutsch spricht. Beide sprechen "deutsch" aber mit solchen extremen Dialekten, das der eine den anderen nicht versteht.
Naja, ich verstehe beide einigermaßen, nur wenn zu schnell, dann komme ich nicht mit. Auch kann man das runterschrauben in der Kommunikation, vor allem, wenn man merkt, das Gegenüber ist aus einer anderen Region.
Aber gab es da nicht eine Vereinheitlichung durch die Zentralregierung?
Ja, bei den Schriftzeichen sind immer wieder zentrale Regelungen nötig. Und die offizielle Sprache ist "Mandarin". Ich würde das mit "Handels-englisch" in Europa vergleichen, und wie hier kommen die 56 verschiedenen Volksgruppen-Sprachen und Dialekte dazu. Siehe Alltag im Sport und .. http://www.faz.net/s/Rub68FDA4A608754C02AC66D51F934B1607/Doc~E2122FED246254BAB904C131ADEBF6EE4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
"dass sich chinesische Dolmetscher aus verschiedenen Regionen in Englisch verständigten, weil sie ihre unterschiedliche Dialekte nicht verstanden"
Ernsthaft??! Also eigentlich spricht jeder auch nur ansatzweise gebildete Chinese Putonghua (Mandarin). Ich glaube beim besten Willen nicht, dass ein Chinese der Englisch sprechen kann, kein Putonghua kann. (Außer vielleicht ein Hongkonger älter als 30 Jahre).
Warum sollte sich ein Hongkonger oder andere Chinesen die Mühe machen und "Mandarin" (Putonghua) lernen? Die Touristen und die ausländischen Geschäftsleute sprechen Englisch und die bringen Geld. Ebenso ist es möglich, dass die chinesischen Minderheiten zwar die Sprache ihrer "chinesischen Befreier" verstehen, aber aus Prinzip nicht sprechen. Z.B. "konnten" auch mehrere Taxifahrer in Hongkong mit mir erst englisch sprechen, nachdem ich sie überzeugt hatte, dass ich keine Engländerin (und damit keine ehemalige Besatzungsmacht) sondern Schweizerin sei.