Frage von Espenwald, 30

Kellnern schlechte Arbeitsbedingungen?

Hallo, ich brauche dringend Rat, ich weiß nicht was ich machen soll. Seit einer Woche arbeite ich in einem Restaurant als Bedienung/Foodrunner auf 450€-Basis sprich 52h im Monat. Schon jetzt bin ich total fertig, fühle mich ausgenutzt und wie ein Sklave. Ich habe in dieser einen Woche schon die Hälfte der 52h im Monat durch, habe also schon 4 von 7 Tagen gearbeitet. In dem Betrieb steht dir auch nach 8h durcharbeiten keine Pause zu, trotz gesetzlicher Regelung dass einem nach 6h eine Pause zusteht, man hat keine Sekunde zu essen, läuft non Stop und darf nur schnell einen Schluck trinken. Macht man kurz eine Raucherpause, wird man vom Chef angemotzt und es wird mit Kündigung gedroht, wenn man zu oft rauchen geht. Ich darf nicht kassieren und meine Aufgabe ist es, abzuräumen und essen rauszubringen. Ständig will ein Kellner dass ich seine Arbeit übernehme und ihm helfe z.B. wenn er wie heute das Tablett mit Gläsern fallen lässt, muss ich den Dreck beseitigen und bekomme keinen Cent von seinem Trinkgeld. Jeder will etwas von mir und beauftragt mich, mache ich es, dann passt es dem anderen nicht und ich soll doch was anderes machen. Wenn ich etwas falsch mache, was nach einer Woche Arbeitszeit durchaus vorkommen kann, werde ich direkt total abwertend zusammengefaltet statt es normal zu erklären. Ich kann das wirklich nicht mehr und ich bin echt nicht zimperlich. Ständig hat das Lokal neue Foodrunner wie mir die anderen Mitarbeiter berichten, vermutlich weil die das nicht mehr ausgehalten haben. Ich bin nach einem 8h Arbeitstag dehydriert und total fertig mit den Nerven. Wie seht ihr das, sind die Arbeitsbedingungen vertretbar und ich zu zimperlich, oder geht das alles wirklich zu weit? Vielen Dank im vorraus..

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Antwort
von ViperFlames, 2
Ja, das geht zu weit, weil...

ich finde, dass 1) du bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit rechtlich eine Pause machen darfst, auch könntest du dich in Wien bei der Arbeiterkammer melden und den Ablauf schildern, dann sollte geprüft werden wie es aus rechtlicher Sicht aussieht, auch wie es im Vertrag geregelt ist, etc.

2) wie du es beschreibst, würde ich es persönlich nicht hinnehmen, wenn ich zerbrochenes Geschirr wegfege oder weniger Pausen als mir zustehen annehmen müsste oder wenn ich so behandelt werden würde, wie du es beschreibst. ich würde nicht gleich die Kündigung einreichen, sondern mich erst bei Organisationen über meine Rechte und Pflichten informieren, den Fall erklären und dann mit Unterstützung anderer auch klären: empfehlen sie eine Kündigung von dir aus, oder beidseitig von der Firma und dir oder nur von der Firma, als auch wie ist es mir mehrgearbeiteten Stunden und Urlaubstagen, etc. wird es ausgezahlt, muss man es aufbrauchen, oder andere dieser Details. bevor man uninformiert nachher meint, "oh, das wusste ich aber nicht...?", denn dann könnten dir Organisationen ggf. bei der Umsetzung helfen, als auch Tipps geben, welche Schritte dir bleiben und du unternehmen könntest, ggf. auch mit Informationen, wo du nachher einen geeigneteren und mehr auf dich abgestimmteren Job finden könntest.

da ich mir vorstellen könnte, dass du vielleicht in eine andere Richtung einen Job ausprobieren magst, da dir Spass und Freude in diesem Bereich für demnächst genommen worden sein könnte und du dich deshalb lieber in einem anderen Bereich umsehen magst? zB auch Praktikum oder Probetage könnten dir einen Überblick verschaffen, ohne fix dort zu arbeiten.

Antwort
von wegweisen, 9
Ja, das geht zu weit, weil...

So läuft es bei uns mit den Azubis ab. ;) Wo ich deinen Text gelesen habe musste ich leicht grinsen, da ich das bestens kenne. Jeder Fragt nach Hilfe, man macht alles, kriegt nichts. Macht mehr als die Stationskellner selbst...  Arbeite auch bis zu 14h am Tag, selten eine Pause, Perso-Essen ist ein witz. Täglich können sich die Arbeitszeiten für den nächsten Tag ändern, kann nichts Planen, ... könnte darüber stundenlang schreiben, aber so ist es nunmal. Ich liebe diesen Beruf trotzdem.

Wenn es wie bei dir nur ein Aushilfsberuf ist/ du ihn noch nicht lange machst, rate ich dir etwas anderes zu suchen. Ich ziehe meine Ausbildung noch durch und bin dann auch weg aus diesem Haus. ;)

Antwort
von IbanezP, 21
Ja, das geht zu weit, weil...

Das Gesetz der Pausenregelung ist nicht bloß zum Spaß da. Mord steht in unserem Gesetz auch unter Strafe also was würdest du tun wenn jemand deinen Freund umbringt? Richtig! Zur Polizei gehen! Ich weiß nicht wo man sich da meldet ob bei einer Gewerkschaft oder der Kammer aber ich würde defintiv mal jemanden bescheid geben dass dort die gesetzlichen Regelungen nicht eingehalten werden.

Die momentane Arbeitslage spielt den Arbeitgebern in die Hände und so lassen es sich viele Arbeitnehmer einfach mit sich machen wenn ihnen das was ihnen laut gesetz zusteht einfach nicht bekommen. Was will er denn machen? Findet sich ein anderer doofer der den Mund hält.

Du kannst zumindest dafür sorgen dass jemand mal davon Wind bekommt auch wenn du Hoffnung klein sind.

Als nächstes würde ich klartext mit dem Chef und den Leuten sprechen, du machst nur dass was in deinem Arbeitsvertrag steht, wenn du keine Pause machst und hin und wieder eine rauchst und der Chef droht mit kündigung würde ich ihm sagen: "Mir steht bei einem 8 Stunden arbeitstag eine Pause zu und ich mache keine pause, ich esse nichtmal und wenn sie mich jetzt kündigen weil ich mal eben eine durchzieh dann kündigen sie mich, was sie hier machen ist nicht legal und ich weiß das und jetzt entschuldigen sie mich ich möchte zuende rauchen und dann meine arbeit fort führen"

Eventuell würde ich auch einfach sagen, "Hallo, ich möchte mal mit ihnen reden, ihre Arbeitsbedingungen sind echt hart und teilweiße gegen gesetzliche bestimmungen unter diesen Umständen will und kann ich nicht arbeiten und schon garnicht für 450€ darum möchte ich ihnen mitteilen dass ich kündigen werde, das schreiben bekommen sie schnellstmöglich, desweiteren finde ich nicht in ordnung wie sie mit ihrem personal umgehen und wie die belegschaft untereinander sich verhält, so eine schlimme arbeitsatmosphäre habe ich nicht erlebt, bei aller liebe aber nein, das möchte ich nicht"

Dann hat zumindest mal der chef eine Meinung gehört und vielleicht weiß er ja warum andauernd leute wechseln. Vielleicht denkt er ja, wie viele Chefs es würde nur faule leute geben oder oder oder, aber da hat er eine ehrliche Meinung von einem gehört und kann was ändern oder zumindest hast du die wahrheit gesagt ohne dich aus der affäre zu stehlen sondern einfach nen sauberen cut machen.

Schlechte jobs gibts wie Sand am meer such weiter.

Antwort
von Gimpelchen, 25

Hau da bloß wieder ab! 

Du findest was besseres! 

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