Frage von Lunaz, 97

Kein Mietvertrag unterschrieben, Hausverwaltung droht mit Geld - darf der Vermieter überhaupt einfach von mir 400 verlangen?

Hallo miteinander! Ich hab mir letztens eine Wohnung angeschaut die mir mündlich zugesprochen würde, daraufhin hab ich eine mieterselbstauskunft ausgefüllt und abgeschickt. (aber kein Mietvertrag unterschrieben oder sonstiges) Da ich nach 2 bis 3 Wochen immernoch keine Rückmeldung bekommen habe ging ich davon aus das sie mich doch nicht haben wollten und bei mir die Zeit im Nacken saß also hab ich mir jetzt eine andere Wohnung genommen. Schließlich rief der Vermieter mich an und meinte zu mir er war im Urlaub und hätte die Wohnung für mich freigehalten. Nun schickte er mir eine Rechnung über 400 Euro die ich ihm überweisen soll weil ich ja jetzt doch nicht einziehe.. Nun meine Frage.. Darf er das überhaupt einfach von mir 400 verlangen? Bräuchte dringend schnell eine Antwort. Danke schonmal :)

Antwort
von bwhoch2, 41

Solange Du keinen Mietvertrag unterschrieben hast, kann der Vermieter von Dir keinen Schadensersatz verlangen, denn schließlich ist es sein Risiko, jemand eine Wohnung zu versprechen, sie zu reservieren, aber den Vertrag nicht klar zu machen.

Zum Beispiel:

Du schaust die Wohnung an und alles scheint in Butter. Auch die Vertragskonditionen usw. Jetzt will der Vermieter noch die Selbstauskunft und die schickst Du hin. So weit, wie bei Dir?

Nun fällt dem Vermieter etwas auf, was ihm so nicht gefällt und schreibt in den Mietvertrag was rein, was Dir nicht gefällt, als er ihn Dir vorlegt. Eigentlich war doch schon alles klar. Du hattest eine Zusage und Dein Vermieter hatte von Dir die Zusage und allen anderen Interessenten hat er abgesagt.

Nun steht da was drin und Du sagst ihm, nein, so unterschreibe ich den Vertrag nicht und dann sagt der Vermieter, ok, dann wird es eben nichts.

Eindeutig: Der Vertrag kommt nicht zustande und beide trennen sich, ohne dass einer vom andern was verlangen kann.

Warum sollte es in Deiner Situation jetzt anders sein?

Wenn der Vermieter Dich unbedingt wollte, hätte er das Dir mal sagen müssen. Telefon, Mail, SMS, Brief, Whatsapp und was es sonst noch gibt. Es gibt so viele schnelle Kommunikationsmöglichkeiten, über die man so etwas regeln kann. Da muss man nicht damit kommen, man wäre im Urlaub gewesen.

Also mach Dir keine Sorgen.

Kommentar von DietmarBakel ,

@bwhoch2: exakt, Danke.

Wenn eindeutig bereits ein Vertrag geschlossen wurde, wofür dann noch eine Schufa-Auskunft? Völlig sinnlos.

Gruß Dietmar

Antwort
von albatros, 17

Der Vermieter erzählt Märchen. Du hast dich um die Wohnung beworben und hast dazu Unterlagen zugesandt aber nicht binnen einer normalen Frist schriftlichen Bescheid bekommen ob deinem Antrag entsprochen wird und auch keinen Mietvertrag zur Unterzeichnung erhalten. Das bedeutet, dein Antrag wurde nicht positiv entschieden. Dass der Herr angeblich Urlaub hatte, könnte eine reine Schutzbehauptung sein. Wenn er so viele Bewerber hätte, würde er dir nicht so kommen.

Du hast devinitiv keinen Vertrag abgeschlossen. Der/wer das behauptet, liegt falsch.

Die Zahlung also wegen Fehlens jeglicher Rechtsgrundlage zurückweisen. Schriftlich per Einwurfeinschreiben, bitte!


Antwort
von DietmarBakel, 23

Hi,

frei von jeglichen juristischen Spezialitäten, denke ich darüber nach:

Wie kann ein Vermieter mit seiner Urlaubsreise argumentieren (keine Zeit/Gelegenheit) und darauf seine "unverhältnismäßige verpätete" Zusage begründen, aber allen anderen hat er "zeitnah" absagen können? Daraus soll ihm der Schaden entstanden sein?

Er selbst hat es nicht verstanden, die Sache "in trockene Tücher" zu bringen.

Da kann, für mich, wohl kaum ein Regress entstehen.

Kann man ja auch umdrehen. Der Mietbewerber hat einen Schaden erlitten.

Gott sei Dank bin ich kein Jurist, aber hier wäre ich streitbar und zahlen würde ich nicht. 

Details kenne ich nicht, aber eine Unterschrift auf einem Schufa-Formblatt ist mit Sicherheit keine Vertragszustimmung zum Mietvertrag.

Wenn es keine "eindeutigen" Zeugnisse zum Vertragsabschluss gibt, würde ich die Ruhe bewahren und dem kommenden Mahnbescheid fristgerecht widersprechen.

Der Rest klärt sich vor Gericht.

Gruß Dietmar Bakel

Antwort
von weelah, 51

Hallo,

auch eine mündliche Zusage ist verbindlich, ebenso wie mündlich geschlossene Verträge.

Nur muss man dies auch beweisen können, das überhaupt ein Vertrag in beiderseitigem Einverständnis zustande gekommen ist.

Waren jetzt keine Zeugen vorhanden, wäre dieser Fall strittig und der Ausgang ungewiss.

Hat dein Vermieter dir ganz eindeutig gesagt, das du die Wohnung bekommst, also du Mieter wirst?

Hast du dem zugestimmt?

Wenn ja, bist du schadenersatzpflichtig bzw. müßtest regulär die Wohnung kündigen.

Im Grunde habt ihr beide Fehler gemacht. Der vermieter hätte dich informieren müssen und du mal anfragen was Sache ist.

Einfach annehmen, das du die Wohnung doch nicht bekommst und dann anderweitig was anmieten, war schon sehr ungeschickt.

LG

Kommentar von Lunaz ,

Er hatte zu mir gesagt ich soll die Auskunft ausfüllen und dann schauen wir weiter.. 

Kommentar von weelah ,

Das ist dann eben keine verbindliche Zusage, sondern er überlegt sich das noch. Somit würde ich die Forderung als Gegenstandslos werten.

Kommentar von HeymM ,
Kommentar von weelah ,

Textverstehen ist nicht deine Stärke oder ?

Richtig lesen, wenn nicht verstanden nochmal lesen oder sich von jemand, der Texte richtig deuten kann erklären lassen !

Antwort
von Schnoofy, 27

Die Meinung vieler anderer User, die auf das Nichtvorliegen eines Vertrages abzielt kann ich nicht teilen.

Es geht ja darum, dass von Dir ein Schadenersatz wegen des Nichtzustandekommen eines Vertrages erlangt wird.

Und ein solcher Schadensersatzanspruch könnte tatsächlich gegeben sein, wenn Du Deine eindeutige Absicht signalisiert hast, die Wohnung anzumieten (z. B. dadurch, dass Du die Selbstauskunft ausgefüllt hast) und das dem Vermieter wirklich ein Schaden entstanden ist, weil er die Wohnung durch Dein Verhalten erst einen Monat später vermieten konnte.

Im Detail sollte das jedoch durch einen Juristen geprüft werden.

Antwort
von chaparov, 54

Wenn ihr keinen gültigen Vertrag geschlossen habt, ist die Forderung gegenstandslos.

Es wäre jedoch sehr interessant, zu wissen, was genau in der Selbstauskunft stand, die du unterschrieben hast. Makler zum Beispiel verpflichten Interessenten gern zur Übernahme ihrer Kosten. 

Wenn du einen ähnlichen Passus unterschrieben hast, ohne ihn wahrzunehmen, müßtest du prüfen lassen, ob du das anfechten kannst (Verbraucherberatung, Mieterverein). Du hast hoffentlich noch eine Kopie.

Kommentar von Lunaz ,

Nein leider hab ich keine Kopie mehr davon. Ich hab etwas gelesen mit reservierung aber das war durchgestrichen und dann stand was da mit einziehen das ich Kaution etc davor alles zahlen muss. In der Auskunft stand halt sowas wie, wo ich wohne was ich verdiene wer mein Arbeitgeber ist etc. 

Kommentar von wurzlsepp668 ,

tja, ich sehe einen gültigen Vertrag ...

da der Fragesteller selber zugibt, dass ihm die Wohnung mündlich zugesprochen wurde ....

Kommentar von HeymM ,

Ich sehe hier einen Verstoß des Vermieter, einen unbescholtenen Bürger unberechtigt Geld aus der Tasche ziehen zu wollen.

Antwort
von HeymM, 38

Kein Vertrag - keine Bindung - keine Kosten!

Welche Kosten sollen denn dem Vermieter entstanden sein?

Bezahl die Rechnung bloß nicht. Der Vermieter versucht Dich abzuzocken.

Kommentar von Lunaz ,

Er meinte weil er anderen Interessenten abgesagt hätte deswegen soll ich des zahlen

Kommentar von HeymM ,

Du hast nichts mit den Absagen anderer Interessenten zu tun.

Das ist das Risiko des Vermieters.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

kein Vertrag?

die mündliche Zusage des Vermieters ist also kein Vertrag?

zefix .....

selbstverständlich ist ein Mietvertrag zustandegekommen!

Kommentar von HeymM ,

Definitiv nicht. Wenn ich mir eine Wohnung anschaue und der Vermieter sagt mir diese mündlich zu, bin ich noch lange keinen Mietvertrag eingegangen.

Dazu müsste ich unter Zeugen zugestimmt haben.

Das kann ich aber aus dem Text des Fragestellers nicht entnehmen.

Antwort
von Frangge, 41

Nein, darf er nicht, wenn es so ist, wie du beschrieben hast.

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