Hallo, Perterle,
zum Job: Ich kann gut verstehen, dass Dich der Zustand nervt - das ginge mir wohl genauso. Ich würde Dir empfehlen, aktiv und überlegt an eine Änderung heran zu gehen. Da gibt es prinzipiell unterschiedliche Möglichkeiten.
1. Man könnte versuchen, mit der Chefin zu reden - allerdings mit positiver Haltung! Also, zeige beispielsweise auf, dass der Geschäftsvorgang xy viel effektiver, besser, schneller erledigt werden kann, wenn man es auf diese oder jene Weise macht. (Fachlich argumentieren und dabei zeigen, dass es Dir um das Voranbringen der Firma geht.)
Zudem kannst Du Dein Problem ansprechen, dass Deine Neigung, eigenverantwortlich zu arbeiten, brach liegt. (Hier ist natürlich Fingerspitzengefühl nötig - vielleicht kann jemand dabei sein, der Dich versteht und dessen Meinung bei der Chefin etwas zählt - Junior-Chef? Langjähriger Mitarbeiter?)
2. Wenn Punkt 1 nichts bringt oder aussichtslos ist, kannst Du Dich nach einer besseren Arbeit umsehen. Dabei auf keinen Fall kündigen, bevor Du einen neuen Vertrag hast. Dass Du einen Job hast, ist ein Vorteil bei Bewerbungen, da Du nicht unbedingt den neuen Job brauchst (aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers).
Lass Dir Zeit für die Bewerbungen und einen neuen Job zu finden, damit Du nicht vom Regen in die Traufe kommst!
3. Zum Studium: Wenn Dich eine Fachrichtung interessiert, würde ich Dir durchaus zum Studium raten. Allerdings nicht, wenn Du es nur als Flucht machst - dann wird es nämlich quälend und die Gefahr des Studienabbruchs ist dann recht groß, was wiederum einen "Fleck" im Lebenslauf zur Folge hat, den Du bei künftigen Bewerbungen "wegerklären" musst. Zudem sind natürlich weitere Randbedingungen zu prüfen: Verpflichtungen der Familie gegenüber? Kosten? Möglichkeit, neben dem Studium die Kosten zu decken (jobben?) oder muss ein Kredit aufgenommen werden?
Bei allem: Bestimme Du Deinen Weg. Entscheide Dich wohlübelegt und dann steh dazu, auch wenn es mal schwierig wird. Um so glücklicher wirst Du mit Deiner Entscheidung sein. Und: Egal, was Du machst, bedenke, ob es eine Flucht aus der momentan schlechten Situation ist (was andere Wege immer positiver erscheinen lässt, als ohne "Notlage"), oder ob das neue Ziel attraktiv genug wäre, wenn Deine Notlage nicht so schlimm wäre.
Ich wünsche Dir die richtige Entscheidung!
Gruß wiele