Frage von Nydold, 129

Keine Übernahme nach der Ausbildung - Wie mach ich weiter?

Guten Morgen, ich versuch das jetzt mal kurz zu halten.

Als ich die Ausbildung angefangen habe wurde mir gesagt, ich werde definitiv übernommen bzw. hab die Chance danach, ein duales Studium ohne Abitur (geht in meinem Bundesland) zu beginnen. (alles mündlich)

Meine "Ausbilderin" kündigte nach einem dreiviertel Jahr und alles ging quasi den Bach runter - statt etwas zu lernen wurde ich als Aushilfskraft benutzt über 3 Jahre hinweg - hab mehrmals versucht mit meinem "neuen" Chef zu reden, er meinte, dass was man in einer Ausbildung lernt, ist im späteren Leben eh nicht wichtig und da ich eh übernommen werde, brauch ich mir keine Gedanken machen.

Innerhalb der drei Jahre war ich öfters mal krank - Todesfälle, mein Borderline, eben mal krank, Depressionen etc. Davon wurde mein "Ausbilder" auch in Kentniss gesetzt. bis zuletzt hieß es, ich hab eine Position in der Abteilung sicher.

Jetzt bin ich langsam am Ende - alle mündlichen Versprechungen wurden natürlich revidiert. Nun steh ich da - nichts gelernt in drei Jahren, keine Perspektive und das alles macht mich so fertig, ich will einfach nichtmehr.

Mein WG-Zimmer ist gekündigt weil ich mich nach der Ausbildung nach was eigenem (billigerem) umsehen wollte, jetzt hab ich Angst, dass ich durch eventuelle Arbeitslosigkeit keine Wohnung vermietet bekomme.

Wie mach ich weiter? Arbeitsamt weiß Bescheid, ich werd jetzt auch Bewerbung schreiben, aber es wird sehr deutlich, dass ich nichts praxisbezogenes zu meinem Ausbildungsberuf gelernt habe.

Liebe Grüße

Antwort
von conelke, 55

Was für eine Ausbildung machst Du denn?

Ich an Deiner Stelle würde mich ganz normal bewerben und jetzt nicht davon ausgehen, dass Du überhaupt nichts gelernt hast. In jedem Betrieb wird man wieder neu angelernt und fügt sich relativ schnell in die neuen Anforderungsbereiche ein. Schon vorher schwarz zu malen, wäre kontraproduktiv. Aus Erfahrung lernt man für die Zukunft, d. h. Zukunftspläne erst mache (wie die neue Wohnung), wenn man wirklich genau weiß, wie es weitergeht. Ohne Vertrag in der Tasche, hätte ich an Deiner Stelle die jetzige WG auch nicht gekündigt. Aber das wird Dir nicht nochmal passieren. Vielleicht kannst Du Dir mal einen Termin beim Arbeitsamt geben lassen und Dich nach Alternativen erkundigen, dass gibt einem dann vielleicht Hoffnung und lässt einen nicht ins Bodenlose fallen.

Antwort
von NanaLast, 35

Hallo,

zunächst einmal gehe ich von aus, dass du deine Ausbildung trotz aller Widerstände abgeschlossen hast. Und darauf kannst du stolz sein!! Glückwunsch!!

Hast du dich auch mal mit der IHK unterhalten? Vielleicht gibt es eine spezielle "Abteilung" für "Problemfälle" schließlich müssen Arbeitgeber sich an Ausbildungsinhalte halten. 

Mündliche Zusagen gelten in der Regel auch, jedoch sind diese sehr schwer nachzuweisen. Am Besten "Nebenabreden" immer schriftlich als Zusatz o.ä. im Arbeitsvertrag aufnehmen!

Vielleicht kannst Du ja weiterhin in deiner bereits gekündigten WG bleiben? Ansonsten kannst du dich ja auch nach einer neuen WG umschauen.

Du könntest dich auch für ein Praktikum (z.B. 3 Monate) bewerben mit Aussicht auf Festanstellung?! Also, so auch kommunizieren in einem Vorstellungsgespräch, denke mal, dass wenn deine schulischen Leistungen einigermaßen gut waren, solltest du dich in den 3 Monaten auch einarbeiten und lernen können.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, Kopf Hoch das wird schon, das wichtigste ist  Eigeninitiative gepaart mit Hilfestellung Anderer anzunehmen ;-))

LG

Antwort
von Novos, 38

Da Du ein Ausbildungsberichtsheft führen musst, in der Deine Tätigkeiten und Ausbildungsschritte dokumentiert sind (wenn Du kein Märchenbuch geschrieben hast) empfehle ich Dir damit zur Ausbildungsberatung der prüfenden Kammer zu gehen und mit denen die Sache zu besprechen. Wenn es sich bewahrheitet (bei der Prüfung durchgefallen), dass dich der Ausbildungsbetrieb nicht ausgebildet hat, sondern nur arbeiten lies, kann er verklagt werden.

Antwort
von ShinyShadow, 45

Zunächst mal: Glückwunsch zur bestandenen Ausbildung!

Jetzt bin ich langsam am Ende - alle mündlichen Versprechungen wurden natürlich revidiert.

Ja... Sowas ist immer schwer, auf mündliche Aussagen sollte man sich nie verlassen... Aber den "Fehler" machen viele, und wenn dann alles klappt, nimmt man es nicht als Fehler auf. Versuch, das jetzt so hinzunehmen und es von nun an anders zu handhaben. Nichts auf mündliche Versprechungen (im Berufsleben) geben.

aber es wird sehr deutlich, dass ich nichts praxisbezogenes zu meinem Ausbildungsberuf gelernt habe.

Klingt blöd, aber: Halb so wild für die Bewerbungen. So geht es vielen! Du glaubst nicht, wie viele in der Ausbildung nur Müll gemacht haben. Heißt nicht, dass man in Zukunft schlecht in seinem Beruf ist. Jeder Job in jedem Unternehmen ist verschieden. Man muss sowieso eingelernt werden. Also: Bisschen Selbstbewusstsein bitte! :)

...jetzt hab ich Angst, dass ich durch eventuelle Arbeitslosigkeit keine Wohnung vermietet bekomme.

Hier wiederrum will ich dir keine falschen Hoffnungen machen. Zu sagen, dass das total easy ist, wäre einfach gelogen. Das wird natürlich nicht einfach. Aber wer kämpft, findet auch was. Zur Not musst eben wieder in ner WG unterkommen, bis du nen neuen Job hast! Suchen, suchen suchen dann wird auch das was. "Schwierig" bedeutet nicht hoffnungslos.

Nun steh ich da - nichts gelernt in drei Jahren, keine Perspektive und
das alles macht mich so fertig, ich will einfach nichtmehr.

Ich verstehe vollkommen, dass du dich so fühlst...  Die Gedanken sind nicht unbegründet, aber du brauchst so nicht denken. Dass du keine Perspektive hast, ist einfach nicht wahr. Du hast bei einer Bewerbung genau die gleichen Chancen wie jeder andere Bewerber nach der Ausbildung.

Natürlich schreibt man nicht in eine Bewerbung "Ich habe in meiner Ausbildung nichts gelernt". So traurig es ist: In Bewerbungen gehts eh nur drum, wer sich am besten verkaufen kann. Die dümmsten und untalentiertesten Menschen können die besten Jobs bekommen, nur weil sie eine gute Bewerbung haben und im Gespräch gut sind. (gerade nach der Ausbildung, weil man da noch nicht mal Erfolge nachweisen muss). Ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du NICHT dumm und untalentiert bist. Na also! Bau auf deine Stärken.

Und: Du musst doch zumindest IRGENDWAS gemacht haben in der Ausbildung. ALLES lässt sich irgendwie positiv ausdrücken.

Und wenn du dann mal den Job hast, wirst du sehen, dass es laufen wird.

Ui, das wurde jetzt länger als erwartet.

Was ich mit dem Text sagen wollte: Ich glaube du unterschätzt deine Möglichkeiten und Chancen. Oft sitzt man in einem tiefen Loch und denkt, dass man da nie wieder raus kommt. Aber das schaffst du :) Deine Situation ist NICHT aussichtslos.

Wenn du irgendwie Hilfe bei Bewerbungsformulierungen brauchst, Fragen zu Vorstellungsgesprächen usw hast, ... frag Freunde, die Erfahrung haben oder frag zum Beispiel hier.

Alles wird gut! :)

Kommentar von Nydold ,

Danke für die netten Worte - Das mit der Wohnung seh ich zum Beispiel als nicht ganz so großes Problem an, weil die Vermieter in meinem Alter sowieso einen Bürgen brauchen und bei dem Einkommen meiner Eltern, denk ich nicht dass es da allzuviele Probleme geben wird.

Das, was du über Fähigkeiten gesagt hast, lässt mich wirklich mehr positiv denken.

Dankeschön :)

Antwort
von weelah, 48

Hallo,

eine mögliche Übernahme sollte nicht dazu führen, das man sich mangelhaft ausbilden läßt.

Das wurde auch bei meinen Kindern versucht und uns war eine gründliche Ausbildung wichtiger, als Versprechungen, die eh nicht eingehalten werden.

Nun ja.....das Kind ist ja jetzt in den Brunnen gefallen. Ich hoffe du hast die berichtshefte wahrheitsgemäß geführt, so das daraus ersichtlich wird, das du die Fertigkeiten deines Beruf nicht vermittelt bekommen hast.

Im Grunde dürftest du die Abschlussprüfung auch nicht schaffen können, wenn dir grundlegendes Wissen fehlt.

Gerade weil deine Ausbildungsnachweise Beweise sind, sofern wie erwähnt korrekt geführt, hat sich dein Ausbildungsbetrieb schadenersatzpflichtig gemacht.

Ist der Nachweis erbracht, das die Ausbildung erhebliche Mängel aufgewiesen haben, kann man die Ausbildung auch verlängern. Der ehemalige Ausbildungsbetrieb muss dann die Kosten tragen - also für die Zeit, der weiteren Ausbildung und zwar meist in Höhe dessen, was du als Ausgelernte verdient hättest.

Du solltest unverzüglich mit dem Ausbildungsberater der kammer/IHK Kontakt aufnehmen und/oder mit dem Jugendsekretär deiner zuständigen gewerkschaft.

Wobei ich ja befürchte, das du kein gewerkschaftsmitglied bist.

Der Geschäftsstellenführer kann, wenn er es will, einen Mitgliedsantrag auch um drei Monate rückdatieren,. dann bist du Vollmitglied und  kommst in den Genuß der kostenfreien rechtsberatung und Vertretung.

Eine deutliche Mitschuld an deiner mangelhaften Ausbildung trägst aber auch du, weil du ja mit dem Ausbildungsvertrag einen Ausbildungsrahmenplan mit bekommen haben müßtest.

Du hättest anhand diesem auch auf die korrekte Ausbildung bestehen müssen.

Sollte dir dieser Ausbildungsrahmenplan nicht ausgehändigt worden sein, liegt eine weitere Verfehlung des betriebes vor.

Ich würde mich an deiner Stelle bei den von mir genannten Stellen schlau machen, wie weiterhin vor gegangen wird.

kollegiale Grüße

Kommentar von Nydold ,

Hallo,

Berichtshefte wurden geführt, es wurde auch wahrheitsgemäß ausgefüllt und unterschrieben. - Zur IHK wollte ich, nachdem das alles durch ist, sprich Abschlussprüfung.

Den Ausbildungsrahmenplan habe ich nicht von der Firma erhalten - im Gegenteil, ich hab ihn denen vorgelegt und mein "Chef" hat auch mehrmals versucht die Themengebiete durchzusetzen, die gefordert sind - das Problem ist auch dass der Teil, welcher für mich wichtig ist, am anderen Ende von Deutschland ist (Marketing, Personalwesen etc) während an meinem Standort generell nur programmiert - was einen kleinen Bruchteil der Ausbildung ausmacht, aber selbst das wurde mir nur mit "mach mal" vorgesetzt.

Ein Grund der Geschäftsleitung waren die hohen Kosten, die auf sie zukämen, würde ich mal zum anderen Standort fahren.

Gewerkschaft klingt gut, muss es eine bestimmte für den Ausbildungsberuf/Branche passende sein?

Kommentar von weelah ,

Du kannst bei Dr. Azubi fragen, welche Gewerkschaft für dich zuständig ist.  Ich würde schon jetzt handeln, da man nicht von heut auf morgen bei der IHK einen Termin bekommt. Zumal diese in manchen regionen eine Faultierfarm ist, was für dich bedeutet, das dir in keinster Weise behilflich sein werden.

Auch damit solltest du rechnen. Eben das würde ich jetzt klären. Ist eh alles schon sehr spät. Kommt man auch dort zu der Überzeugung das deine Ausbildung in den sand gesetzt wurde, kann man nun noch eingreifen, sprich die Ausbildung auf Antrag verlängern und ggf. in einem anderen Betrieb fort führen. Zumindest würde dir das beruflich mehr helfen, als weiter abzuwarten. Denn abwarten bringt dir keine nennswerten beruflichen Fähigkeiten mehr ein.

Du musst jetzt handeln!

Kommentar von Nydold ,

Dankeschön, werd ich machen.

Antwort
von Huflattich, 12

Nun, das Gefühl nichts zu können, haben ja die meisten nach der Ausbildung .

Ich kenne jetzt nicht die Branche in der Du gelernt hast, aber dass Du was kannst hast Du bewiesen.Die Abschlussprüfung hast Du doch bestanden? Also hast Du unbemerkt auch was gelernt. ( ;o) ) 

Also fange an, Dir selbst zu vertrauen und bewerbe Dich selbst bei Firmen und bitte nicht nur über die Arbeitsagentur .Wenn Du allein darauf hoffst wartest Du bis zum jüngsten Tag......

Jammern gilt nicht - merke alles was Du wirklich willst wird sich in deinem Leben auch erfüllen ohne wenn und aber. Es geht hier mMn nicht um "positiv denken". Nein es ist die Gewissheit das Du einen neuen - deinen ersten - Job finden wirst .

Du bist Dir sicher, Du fühlst es. Die Macht ist mit Dir .(wirklich wie bei star wars )

Bei deinen zukünftigen Vorstellungsgesprächen bist Du zuversichtlich und selbstbewusst. 

Du hast kein Borderline, bist nie krank,und stehst nicht am Ende sondern am Anfang einer wundervollen Karriere, die Dir keiner zutraut . (wenn Du verstehst was ich meine) 

Nicht überheblich sein (das steht einem schlecht)

Die Wirtschaft wartet auf junge zielstrebige Mitarbeiter und Du bist einer davon !!!

 

 

Antwort
von maja11111, 9

die nicht-übernahme liegt an deinem krankenstand. wer übernommen werden will, der macht nicht dauernd krank.

wenn du mit der ausbildung fertig bist, musst du antrag auf arbeitslosengeld stellen und dir eine wohnung suchen die die maximalen kosten der unterkunft nicht überzieht.

warum sprichst du nicht mit deinem ausbilder darüber, warum du nicht übernommen wirst?

wenn dir die praxis fehlt, dann musst du dich an die ihk wenden und dich dort beschweren. die überwachen, dass in der ausbildung alles behandelt wird, was du benötigst und laut ausbildungsordnung behandelt werden muss. mach das zügig, dein ausbilder verhält sich grob fahrlässig.

Antwort
von Carlystern, 13

Wenn du Abschluss hast, hast du auch was gelernt. Mir ging ed auch nichtanders als dir.

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