Frage von icebabe91, 98

Keine Übernahme eines Azubis obwohl die BV es vorsieht?

Hallo,

Person A die sich seit 3,5 Jahren in einer Ausbildung befindet, wird nicht nach der Ausbildung in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen, obwohl es die gültige Betriebsvereinbarung so vorsieht. In dieser steht wie folgt:" Demographie: Zur Nachwuchssicherung wird angestrebt mindestens 90% der Auszubildenden zu übernehmen, sofern keine wirtschaftlichen Gründe des Unternehmens dagegen sprechen". Die Firma von Person A befindet sich in keiner wirtschaftlich schlechten Lage, die eine Übernahme gefährden könnte. Person A hat freiwillige Überstunden geleistet und sich immer in die Arbeit eingebracht und diese gewissenhaft und ordnungsgemäß erledigt. Nun möchte Person A vor dem Arbeitsgericht auf eine Übernahme klagen, welche Aussichten hat Person A dabei und was ist zu erwarten? Und wie muss sich Person A gegenüber dem Arbeitsamt, bezüglich Arbeitslosengeld 1, verhalten.

Antwort
von Blizzard18, 62

Nunja, ich würde sagen das Person A nicht wissen kann ob das Unternehmen sich in einer wirtschaftlich ungünstigen Lage befindet, was eine nicht Übernahme begründen würde, ohne in die Bücher gesehen zu haben. Viele Unternehmen rechnen unter anderem auf längere Zeit und stellen Prognosen ob es möglicherweise zu einem Engpass kommt. Desweiteren sollte sich Person A fragen ob sie gerne in einem Betrieb arbeiten will in welchen sie ich "eingeklagt" hat. 

Kommentar von Kleckerfrau ,

Genau. Das kommt noch dazu. Ich würde mich auch nicht wohl fühlen, wenn ich mir den Arbeitsplatz erstreiten müsste.

Kommentar von icebabe91 ,

Für Person A ist es wichtig, überhaupt einen Job zu haben, als Arbeitslos zu sein.

Kommentar von icebabe91 ,

Der Betriebsrat hat dies aber bestätigt, desweiteren will die Firma von Person A ja Leute einstellen, da diese sonst einen Großauftrag nicht annehmen kann. So wie es aussieht, will die Firma von Person A aber nur Leute von Extern und von Zeitarbeitsfirmen einstellen und nicht die eigenen. 
 

Kommentar von Blizzard18 ,

...da diese weniger Kosten. Hm, wenn du schon Kontakt mit dem Betriebsrat aufgenommen hast, hat der dazu nichts genaueres gesagt oder dir einen Rat gegeben wie du weiter damit verfahren kannst? z.B. ein Gespräch mit der zuständigen Person mit der Anwesenheit des Betriebsrats?

Kommentar von icebabe91 ,

Der Betriebsrat ist auch nicht mehr das, was er mal war. Erst großes Mundwerk haben und dann den "Schwanz" einziehen, wie es so schön heißt... 

Antwort
von baghera, 24

wie willst du wissen, in welcher wirtschaftlichen lage sich das unternehmen befindet? hast du einsicht in die bilanzen? in die wirtschaftspläne der nächsten jahre, die darauf schließen lassen, dass 90% übernahme ermöglicht werden könnte? unter welchen parametern?

wohl eher nicht. abgesehen davon ist, wie hier schon geschrieben, eine BV keine einklagbare garantie, eine ´anstrebung´ bestimmter vorhaben schon gar nicht. das unternehmen will dich nicht, aus welchen gründen auch immer (vllt. wollte man dir auch nur eine kündigung ersparen). selbst wenn du einen arbeitsrechtler einschaltest, ist das unternehmen nicht verpflichtet, sein zahlenwerk offen zu legen, wenn es um die übernahme eines lehrlings und um eine reine absichtserklärung geht.

die chancen auf einen gewinn in einem arbeitsrechtsprozess halte ich nicht für aussichtsreich. dass du nicht arbeitslos sein willst, ist verständlich, aber musst du dich für einen job unbedingt vor gericht (dessen prozesskosten du wahrscheinlich selbst zahlen darfst) streiten?

bewirb dich doch lieber woanders! bzw. mach erstmal deine prüfung und wenn du das abschlusszeugnis hast, bewirbst du dich und während du das tust, meldest du dich gleichzeitig beim AA als arbeitssuchend und beantragst ALG.

Kommentar von icebabe91 ,

Nun ja also es ist so, meine Firma hat in dem letzten Jahr 40 Leute eingestellt und sie suchen weiterhin Leute, haben zig Stellenausschreibungen um einen neuen Auftrag annehmen zu können und die Produktion abzudecken. Also nehme ich mal an, kann es wirtschaftlich nicht unbedingt ganz so schlecht aussehen. Das ist für mich in meinen Augen nur reine Schikane. Da Zeitarbeiter billigere Arbeitskräfte für die Firma sind als Festangestellte. Was allerdings stimmt, ist das die BV recht schwammig formuliert ist. ZB.: solche Sachen wie "es wird angestrebt". Das sagte mir jetzt auch mein Anwalt. Allerdings gilt es jetzt noch herauszufinden ob dem Arbeitgeber gegenüber dem Azubi eine Mitteilungsfrist besteht, bezüglich einer Meldung bei Nichtübernahme. Denn dort gibt es eine 3 Monats Regelung. Wenn diese Frist verstrichen ist und der Azubi keine Meldung darüber kommen hat ob er übernommen wird oder nicht, gilt dadurch ein Arbeitsvertrag auf befristete/unbefristete Zeit als begründet. Darüber weißt du nicht zufällig etwas? LG

Kommentar von baghera ,

es gibt kein gesetz,  das den unternehmer verpflichtet, einen auszubildenden zu übernehmen. dementsprechend gibt es auch keine mitteilungsfristen, in denen etwas bestimmtes zu tun ist oder etwas bestimmtes eintritt, wenn man es nicht tut. es wird lediglich empfohlen, in einem angemessenen zeitraum über eine nicht-übernahme oder auch eine übernahme mit dem azubi zu sprechen und nicht grade 1 tag vor der abschlussprüfung.

eine einzige ausnahme gibt es hier allerdings: nach § 78a betriebsverfassungsgesetz müssen mitglieder der
auszubildendenvertretung übernommen werden, wenn es dem AG zugemutet werden kann. weitere ausnahmen können sich auch noch im tarifvertrag befinden. schau mal in selbigen rein, vllt. findest du dort etwas.

warum nach wie vor leute in eurem betrieb eingestellt werden, lässt nicht zwingend auf eine gute kapitaldecke schließen, das kann viele ursachen haben; auflagen von bestimmten banken, andere auflagen oder der zusammenschluss mit einem anderen unternehmen. dein AG  XY heißt vllt. nur noch so, gehört aber längst einem schweizer konzern.

letztlich ist für dich aber ja auch nicht ausschlaggebend, wie das unternehmen aufgestellt ist, sondern dass du übernommen wirst. und das solltest du am besten mit deinem chef/ personaler besprechen. das ist nämlich der übliche und beste weg! in der regel kann man fristen, in denen irgendwas von ´allein´ passiert, vergessen, sondern beide seiten kommen aufeinander zu und erklären ihre absichten. geh hin und sag, du möchtest dort weiterarbeiten. dann wirst du sehen, was passiert.

Antwort
von Kleckerfrau, 52

Person A sollte sich damit an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden.

Aber mal eine Frage: Wie viele Auszubildende gibt es denn überhaupt in dem Betrieb ? Vielleicht haben sie mit den anderen die sie übernehmen ja schon die 90 % erreicht.

Kommentar von icebabe91 ,

Nein die 90% wurden nicht erfüllt, da niemand aus dem selben Lehrjahr wie Person A übernommen wird. 

Antwort
von AalFred2, 18

Wer hat denn den Käse formuliert? Die BV ist ja völlig unverbindlich. Wenn da stünde "Zur Nachwuchssicherung werden mindestens ... übernommen..." könnte man vor Gericht etwas werden. So nicht.

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