Frage von Manolli, 73

Keine richtigen Arbeitsvertrag,nachteile?

Hi, habe beim durchblättern meiner Dokumente festgestellt, das in meinem Arbeitsvertrag einiges fehlt.

Dort steht nur, das ich von dann bis dann ein befristetes Arbeitsverhältnis habe. Das wiederholt sich bis in den unbefristeten. Jeder Vertrag besteht aus ein bis zwei Sätze. Mehr gibts da nicht. Weder Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigunsfrist. Es ist rein gar nix niedergeschrieben.

Jetzt frage ich mich, was kann im schlimmsten fall passieren?

Antwort
von wilees, 23

Und Du hast nachweisbar im Hinblick auf diese Verträge jeweils X Urlaubstage gehabt ( genommen ), Betrag X als Gehalt bezogen, und X Stunden pro Woche gearbeitet. Ansonsten gelten die Kündigungsfristen nach § 622 BGB.

Antwort
von LeroyJenkins87, 41

Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber wenn Arbeitszeit, Urlaub und Kündigungsfrist nicht im Vertrag geregelt sind, dann sind die vom Gesetz vorgegeben.

Beim Gehalt sieht das anders aus. Dann kann es sein, dass du schlussendlich nicht das vereinbarte Gehalt bekommst.

Antwort
von DontCopy, 48

Es gibt keine Vorschrift, die den Arbeitsvertrag an eine bestimmte Form knüpft. Er muss damit also nichteinmal schriftlich festgehalten worden sein.

Tipp: Du solltest unbedingt darauf bestehen, dass die wichtigsten Vertragsbedingungen schriftlich festgehalten werden. Sonst könntest du später ein Beweisproblem haben.

Kommentar von Familiengerd ,

darauf bestehen, dass die wichtigsten Vertragsbedingungen schriftlich festgehalten werden.

Dazu besteht für den Arbeitgeber schließlich auch eine gesetzliche Verpflichtung nach dem Nachweisgesetz NachwG § 2 "Nachweispflicht" Abs. 1.

Antwort
von MagicFCKBohne, 38

Mhhh... genau kann man das an sich nicht sagen. Das kommt auf den Arbeitgeber drauf an. Aber du hast das Recht auf einen "ordentlichen" Arbeitsvertrag mit Gehalt, Urlaub,...

Antwort
von tapri, 16

ein Arbeitsvertrag muss nicht schriftlich sein, also ist das was du hast schon mal egal.

du arbeitest ja nun wohl schon länger in dieser Firma, also ist dein Urlaub, die Arbeitszeit und alles andere doch geregelt. Zur Not bedingt durch das Gewohnheitsrecht.

Wenn du dich unsicher fhlst, dann geh zu deinem Chef und bitte ihn um einen klaren aktualisierten AV. Allerdings sollte der nicht mit dem aktuellen Datum versehen verwerden, sondern als Basis der 1. AV und dann aufgelistet, die Änderungen

Kommentar von Manolli ,

Ist halt die frage ob er es ohne schrieftlich zu belegen einfach ändern kann. Sprich, er sagt einfach das wir jetzt 40 Stunden arbeiten sollen und nurnoch 24 Tage Urlaub oder so. Darum gehts mir.

Kommentar von Familiengerd ,

ob er es ohne schrieftlich zu belegen einfach ändern kann.

Nein, kann er nicht (siehe meine Erwiderung auf Deinen Kommentar zur Antwort von RoCMu).

Kommentar von tapri ,

natürlich nicht, denn dann würde das Gehalt ja auch nicht mehr hinkommen.

Antwort
von stubenkuecken, 27

Du erhälst regelmäßig eine Gehaltsabrechnung auf der Dein Gehalt, Arbeitseinsatz und die Urlaubsansprüche festgehalten sind. Du kannst alles vor Gericht beweisen und hast keine Nachteile.

Expertenantwort
von Robert Mudter, Fachanwalt für Arbeitsrecht, 34

Hallo, also....bei allen Punkten die nicht im Arbeitsvertrag vereinbart sind gibt es 2 Möglichkeiten: Ihr lebt eine bestimmte Form/Höhe (zb Du bekommst von Beginn an ein bestimmtes Gehalt oder eine bestimmte Anzahl Urlaubstage) oder es gilt die gesetzliche Regelung. Weniger als die gesetzliche Regelung wäre nicht zulässig. Von daher: Nicht schlimm, aber auch nicht wirklich zu beurteilen, da ich nicht wiess was Du überhaupt machst etc...

Kommentar von Manolli ,

Also wir haben eine 37,5 Arbeitswoche, bekomme 14 Euro die Stunde. 30 Tage Urlaub. Bin allerdings schon seit 6 Jahren fest angestellt. Ist mir leider nur jetzt erstmal aufgefallen das da gar nichts drin steht. Mir geht es nur darum, das er jetzt einfach sagen kann, ich bekomme mal eben weniger Geld, arbeite absofort 40 Stunden und nurnoch 24 Tage Urlaub im Jahr. ( z.b )...

Kommentar von Familiengerd ,

Mir geht es nur darum, das er jetzt einfach sagen kann, ich bekomme mal eben weniger Geld, arbeite absofort 40 Stunden und nurnoch 24 Tage Urlaub im Jahr. ( z.b )...

Nein, das ist nicht möglich!

Die bisherigen tatsächlich "gelebten" Vertragsinhalte sind verbindlich alleine schon aufgrund der Tatsache, dass sie so lange bereits geübt wurden - und ja auch nachweisbar sind; wollte der Arbeitgeber sie ändern, ginge das nur über eine einvernehmliche Vertragsänderung.

Du hast aber einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich formuliert und Dir unterschrieben aushändigt, das hätte spätestens einen Monat nach Beschäftigungsbeginn geschehen müssen (Nachweisgesetz NachwG § 2 "Nachweispflicht" Abs. 1).

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