Frage von jgmatze, 81

keine Krankenversicherung, wie gehts weiter?

Hallo, ich habe nun seid etwa 1,5 Jahren keine Krankenversicherung mehr, bzw konnte diese nicht mehr zahlen. Ich dachte aber auch bis vor kurzem, dass ich nochmal in der Familienversicherung o.ä. bin, da sich die Krankenkasse bis vor ein paar Monaten nicht bei mir gemeldet hat.

Jetzt habe ich einen Rückstand von ca. 3000€ und habe der Versicherung schon per Post mitgeteilt, dass ich nicht in der Lage bin den Rückstand zurück zu zahlen weder in der Lage bin den Berechneten Tarif zu bezahlen. Außerdem bin ich kurz davor ins Ausland zu ziehen (Portugal).

Nun ist meine Frage, wie gehe ich weiter vor? was pasiert, wenn ich meinen Rückstand bei der Krankenkasse immer mehr und mehr wachsen lasse? gibt es eine Möglichkeit diesen Rückstand zu nullen? immerhin habe ich keinerlei Leistungen in den letzten Jahren von der Versicherung bezogen. was pasiert wenn ich nach Portugal ziehe? kann ich mich dort einfach neu versichern? und was wäre, wenn ich dann wider nach Deutschland zurück komme?

vorallem würde mich auch die genaue Rechtslage interessieren, da die Krankenkasse mich offensichtlich nicht auf Rechtswegen zur Rechenschaft ziehen kann.

Ich bedanke mich im voraus für die Antworten!

Grüße Mattis

Antwort
von FordPrefect, 29

Hallo, ich habe nun seid etwa 1,5 Jahren keine Krankenversicherung mehr,

Woher stammt nur dieses Märchen?

bzw konnte diese nicht mehr zahlen.

Das mag schon sein, aber versichert bist du trotzdem.

Jetzt habe ich einen Rückstand von ca. 3000€ und habe der Versicherung
schon per Post mitgeteilt, dass ich nicht in der Lage bin den Rückstand
zurück zu zahlen

Das ist der KK herzlich gleichgültig. Zahlen musst du die Außenstände trotzdem, ansonsten lässt die KK das Geld pfänden.

Nun ist meine Frage, wie gehe ich weiter vor? was pasiert, wenn ich
meinen Rückstand bei der Krankenkasse immer mehr und mehr wachsen lasse?

Wenn du D dauerhaft verlässt und du dich korrekt abmeldest, endet auch ab diesem Datum die KV-Pflicht. Alle Beiträge, die bis dahin aufgelaufen sind, bleiben aber mit Zinsen und Säumniszuschlägen weiterhin vollstreckbar - und zwar auch im EU-Ausland. Verstecken nutzt also nichts.

gibt es eine Möglichkeit diesen Rückstand zu nullen?

Den gab es - 2013. Jetzt nicht mehr.

immerhin habe ich keinerlei Leistungen in den letzten Jahren von der Versicherung bezogen.

Deine Entscheidung; die jedoch ändert nichts an der Beitragsschuld.

und was wäre, wenn ich dann wider nach Deutschland zurück komme? 

Die Summe (die bis dahin locker 5-stellig sein kann) wird vollstreckt, sofern das nicht bereits in Portugal erfolgt ist.

vorallem würde mich auch die genaue Rechtslage interessieren, da die
Krankenkasse mich offensichtlich nicht auf Rechtswegen zur Rechenschaft
ziehen kann. 

Die KK muss gar keinen Rechtsweg beschreiten, da sie als öffentlich-rechtliche Körperschaft ihre laut Bescheid offenen Forderungen unmittelbar durch den Zoll vollstrecken lassen kann.

Und was die obligatorische Anschlussversicherung betrifft, siehe dazu § 188 Abs. 4 SGB V. Was die Vollstreckung betrifft: § 66 SGB X.

Kommentar von DolphinPB ,

Ausgezeichnet - DH !

Antwort
von eulig, 26

diese Beitragsschulden werden dich auf immer Verfolgen. die wirst du so schnell nicht los, außer du bezahlst sie.

die Beitragsberechnung erfolgt bei dir in der Mindeststufe. d.h. niedriger gehts nicht mehr. diesen Mindestbeitrag erfindet die Kasse nicht einfach, die ist gesetzlich festgelegt worden. daran gibt es nichts zu rütteln.

Beitragsschulden können und werden auch im Ausland vollstreckt. die Kosten dafür darfst du dann selbst auch noch berappen.

auch wen du keine Leistungen in Anspruch genommen hast, sind die Beiträge fällig. in Deutschland herrscht Versicherungspflicht. ob man nun Leistungen braucht oder nicht.

wenn du diese Beiträge weiterhin nicht zahlst, vermehren sie sich durch Mahngebühren und Säumniszuschläge quasi von selbst auf ein vielfaches von dem, was sich bisher angehäuft hat.

wenn du in der Vergangenheit familienversichert warst und die Familienversicherung aufgrund der fehlenden Voraussetzungen beendet wurde, dann kannst du dich auch bei deinem Elternteil bedanken, bei dem du mal versichert warst. wenn die Familienversicherung endet, aus welchem Grund auch immer, wird der Hauptversicherte (Mutter/Vater) zig mal angeschrieben um den Versicherungsschutz des Angehörigen zu klären. und scheinbar wurde darauf nicht reagiert.

Antwort
von kevin1905, 35

Die Kasse ist nicht verpflichtet sich zu melden, sondern du hast unaufgefordert alles mitzuteilen, was deinen Versicherungsstatus beeinflussen kann. Das nennt man Mitwirkungspflichten. Diese stehen im SGB I.

gibt es eine Möglichkeit diesen Rückstand zu nullen?

Nicht mehr. Du kannst nur zahlen.

kann ich mich dort einfach neu versichern?

Es gilt das Recht des Landes in das du ziehst.  Innerhalb der EU können Forderungen auch zwangsvollstreckt werden.

und was wäre, wenn ich dann wider nach Deutschland zurück komme?

Dann hast du die Schuld immer noch an der Backe und man wird versuchen sie zu vollstrecken. Ein bestandskräftiger Beitragsbescheid ist 30 Jahre lang vollstreckbar, wobei jeder Vollstreckungsversuch die Frist von neuem beginnen lässt.

vorallem würde mich auch die genaue Rechtslage interessieren

Wer nicht pflichtversichert ist, Anspruch auf Familienversicherung hat oder eine private Krankenvollversicherung besitzt wird freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse. Nennt sich obligatorische Anschlussversicherung (§§ 193 VVG, 188 Abs. 4 SGB V).

Antwort
von Bleistein, 29

Wer in so einem minimalen Einkommensbereich liegt, muss Unterstützung bei den entsprechenden Leistungsträgern beantragen. Aufstockung oder eben ALG II im Notfall.

Das ist zwar ein längerer Prozess und man muss seinen Hilfebedarf natürlich nachweisen, aber nur so kann man vermeiden, dass die Rückstände für die Krankenversicherung aufbauen.

Einen Anspruch auf die Grundsicherung hat jeder, aber man muss ihn rechtzeitig geltend machen und selber dafür sorgen, dass diese Dinge geregelt werden. Von selbst passiert da nichts.

Wer sich in Deutschland abmeldet und seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft ins Ausland verlegt, ist nicht mehr in Deutschland KV-pflichtig. Allerdings nützt das nichts bezüglich der schon bestehenden Schulden. Bei einer Rückkehr nach Deutschland tritt die Versicherungspflicht wieder ein.

Antwort
von WetWilly, 39

Klar gibt es eine Möglichkeit, den "Rückstand zu nullen": den Rückstand bezahlen.

Die Kasse kann durchaus rechtlich gegen Dich vorgehen, das hat Sie bisher nur noch nicht getan. Den Rückstand kann und wird die Kasse auch in Portugal vollstrecken lassen (mit allen zusätzlichen Kosten, die damit einhergehen), das Zauberwort heisst "Europäischer Vollstreckungstitel".

Du musst Deinen Versicherungsstatus klären! Und dann eine Rückzahlung verhandeln - ggf. in Raten.

Kommentar von jgmatze ,

aber wenn ich nachweislich nur ein Einkommen von ca. 500€ im Monat habe, dann müssen Sie doch auch einen passenden Tarif für mich finden und nicht einfach den Tarif berechnen, den man bei einem Einkommen von ca. 1000€ hätte oder?

Kommentar von kevin1905 ,

Ein freiwillig Versicherter Mensch, der nicht hauptberuflich selbständig ist erzielt ein Einkommen von mindestens 968,33 €.

Weniger darf die Kasse nicht ansetzen.

§ 240 SGB V.

Kommentar von FordPrefect ,

Der für den gesetzlich festgelegten Mindestbeitrag zugrundegelegte Rechenweg findet sich in § 240 SGB V. Wer sich das nicht leisten kann, kann sich seine Selbstständigkeit nicht leisten, und muss sich anders orientieren.

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