Frage von harrytasse, 18

Keine Haftung bei PKW- Kauf?

Ich weis es ist ein leidiges Thema, dennoch brauche ich einen Rat. Eine Freundin hat von einem Privatmann ein Auto gekauft. Eine Probefahrt hat nicht stattgefunden. Im Kaufvertrag ist folgendes vermerkt: " wie gesehen- ohne Haftung".......das ist der genaue Wortlaut, mehr steht dort nicht.

Mittlerweile wurde festgestellt, das der PKW etliche Mängel aufweist. Unter anderem auch Mängel die darauf schließen lassen, das der PKW gar nicht verkehrstüchtig ist ( trotz Resttüv), für einen Laien jedoch nicht zwingend erkennbar sind.

Die Frage ist nun, nach der Haftung.

In der Regel werden heute Kaufverträge aus dem Internet runtergeladen, wo der Haftungsauschluß genau definiert ist und eben auch was ausgeschlossen ist.

Trifft dies auch auf diesen Kaufvertrag ( kein runtergeladener Vertrag) zu, oder ist diese " Klausel" ungültig?

Der Verkäufer weigert sich nachzubessern bzw. das Auto zurück zu nehmen

Antwort
von Funfroc, 14

Hallo,

ohne alle Details des Verkaufsgespräches zu kennen, kann hier keiner eine rechtssichere Auskunft geben. Es ist mir aber auch immer wieder ein Rätsel, wie man bei der Anschaffung eines Autos keine Probefahrt machen kann...

Gekauft wie gesehen bedeutet im Grundsatz eben gekauft wie gesehen und ist als Haftungsauschluss auch in so wenigern Worten gültig.

Der Käufer haftet dann nur noch in wenigen Fällen, zum Beispiel arglistige Täuschung. Wenn er also bewusst Mängel verschwiegen hat, obwohl danach gefragt wurde, wäre das so ein Fall. Hatte deine Freundin wenigstens einen Zeugen dabei, der eventuelle Aussagen bestätigen kann?

Hier mal ne Seite zum Belesen: http://www.jurarat.de/gekauft-wie-gesehen-aus-rechtlicher-hinsicht

LG, Chris

Kommentar von harrytasse ,

Gekauft wie gesehen, kennt das BGB aber nicht.......und da gibt es ja immer " Streit" drum

Kommentar von Funfroc ,

Gekauft wie gesehen kennt aber das BGH.

Davon abgesehen kann so einen Link auch mal anklicken und sich nicht alles vorkauen lassen, weil man zu faul zum selber lesen ist...

Gibt es "verstecke" Mängel, die nicht bei durch einen durchschnittlichen privaten Käufer bei einer eigenständigen Inspektion ermittelt werden können, wäre das ein Fall in dem trotzdem eine Gewährleistung eintritt, wenn nicht im Vetrag ausdrücklich jegliche Gewährleistung ausgeschlossen wird.

Defekte Stoßdämpfer fallen da meiner Meinung nach nicht drunter, denn hätte man eine Probefahrt gemacht, hätte man das auch als
Laie feststellen können.

Zur Servolenkung das gleiche, bei Probefahrt feststellbar, davon abgesehen könnte das Problem ja auch zum Zeitpunkt des Kaufes noch nicht vorhanden gewesen sein.

Kommentar von harrytasse ,

Also als erstes verbitte ich mir diesen Ton.

Ich zitiere:
weil man zu faul zum selber lesen ist...

Und als nächstes: Auch ein Laie erkennt nicht zwingend ob Stoßdämpfer defekt sind.

Auch der sporadische Ausfall der Servolenkung ist nicht zwingend für einen Laien erkennbar.

Warum ich das so sehe:

Unterschiedliche Fahrzeuge auf dem Markt, mit unterschiedlichen Fahrwerken. Mal weich, mal hart........

Servolenkung ist bei neueren Fahrzeugen ( wie es auch Ihre Mutter fährt) elektronisch geregelt,also wesentlich leichter als bei älteren Fahrzeugen

Also zwei Mängel, die ein durchschnittlicher Verkäufer nicht unbedingt erkennt........

Antwort
von Gerneso, 15

Gekauft wie gesehen, etc. ist bei Privatverkäufen üblich und ebenfalls dass es keine Gewährleistung und Haftung gibt.

Daher sollte man zum Gebrauchtwagenkauf eben einen Fachmann mitnehmen oder zum Händler gehen, wo man halt etwas mehr bezahlt.

Auch als Laie sollte man aber soviel wissen: Wenn ein Verkäufer ein altes Auto mit "Rest"TÜV anbietet stimmt da meist was nicht. Denn normal verkauft man das mit TÜV und ASU NEU!

Antwort
von Kuestenflieger, 9

Alles gesetzlich klar geregelt : die Bekannte hat wissentlich die Katze im Sack gekauft . Gekauft wie besehen !  Schließt alle Ansprüche aus !

Eine Probefahrt hat für Laien keinerlei Aussage , ein frischer Test nach §29 = TÜV , gibt da etwas mehr Sicherheit .


Antwort
von Forte90, 6

Wenn das Fahrzeug persönlich begutachtet wurde, ist der Satz "gekauft wie gesehen" bei einem Privatverkauf gleichbedeutend mit keine Gewährleistung. Diese Klausel ist somit gültig. Daher haftet der Verkäufer nur noch in sehr speziellen Fällen (z.B. bei arglistige Täuschung)

Die arglistige Täuschung muss dem Verkäufer natürlich erstmal nachgewiesen werden. Dies wird aber so gut wie unmöglich sein, da Ihr ihm sicherlich den Vorsatz nicht nachweisen könnt. Sprich Ihr könnt nicht beweisen, dass er von den Mängeln bereits bei Verkauf wusste und diese bewusst verschwiegen hat. Nicht jeder ist ein Mechaniker und kann den Zustand zu 100% beurteilen.

Ihr hättet mit dem Fahrzeug vorher zu einem Gutachter / TÜV fahren sollen um es dort überprüfen zu lassen. Oder zumindestens jemanden bei der Besichtigung mitbringen, der sich mit Autos und deren Tücken auskennt.

Ihr könnt zwar versuchen eure Forderungen einzuklagen, doch die Chancen / Aufwand dafür stehen wahrscheinlich nicht im Verhältnis zu dem Wert des Fahrzeuges? Um welche Mängel geht es hier genau?

Kommentar von harrytasse ,

Der Verkäufer hat immer wieder betont ( auch in den mit mir geführten Telefonaten) das Er kein Mechaniker ist...........allerdings kannte Er sich dafür sehr gut aus, als ich ( zufällig) nebenbei meinen Mazda Xedos erwähnte. Hier wurde er locker und fragte nach welches Modell genau ( ob 6er mit V6 Motor, Serie1 oder 2, ob die Radläufe schon mal gerichtet wurden usw.)

Auch weitere erwähnte Fahrzeuge aus meiner  Vergangenheit waren Ihm ein Begriff und er kannte sich da sehr gut aus

Kommentar von harrytasse ,

Lackmängel und Kratzer sind egal, das ist auch der Freundin bewusst.
Jedoch sind die hinteren Stoßdämpfer defekt und zeitweise fällt die
Servolenkung auf..........Das sind für mich die heftigsten Mängel, neben
vielen kleinen weiteren, die man aber hinnehmen kann

Kommentar von Forte90 ,

Ich kann dir auch die Standartdaten von meinem Auto oder einem Porsche 911 nennen wie PS-Zahl, Motor, Verbrauch, Baujahr etc.. Nur weil ich Interesse an Autos / Zahlen haben, heißt das noch lange nicht, dass ich einen sterbenden Motor am Geräusch erkenne.

Es muss unterschieden werden zwischen Mängeln welche bei einer standardmäßigen normalen Nutzung bei den Verhältnissen des Besitzers auftreten bzw. hätte auffallen können und welche Schäden nicht.

Z.B. Wenn das Fahrzeug nur Kurzstrecken in der Innenstadt gefahren ist, kann der Besitzer kein wackeln des Lenkrads bei 120 km/h feststellen. Doch dies vor Gericht nachzuweisen ist schwierig.

Du kannst natürlich dein Geld für ein jahrelanges Verfahren ausgeben, aber ob du am Ende die Verfahrenskosten bzw. den Schaden erstattet bekommst ist auch bei einer Verurteilung des Verkäufers fraglich, wenn bei diesem nichts zu holen ist.

Im Endeffekt ist es die Auslegungssache des Richters und seiner Laune.

Antwort
von Gamerman23, 10

Der 1. Fehler deiner Freundin ist natürlich das sie keine Probefahrt gemacht hat. 2. Was heißt Mängel? Mängel wie kaputte Bremsen oder eher nur Kratzer und Lackschäden?

Kommentar von harrytasse ,

Defekte Stoßdämpfer hinten........das Auto schaukelt sich in Kurven auf ( merkt man aber erst bei schnellerem fahren). Sporadischer Ausfall der Servolenkung. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Antwort
von harrytasse, 2
Kommentar von Forte90 ,

Solltest dafür eher auf eine neutrale Seite gehen und nicht auf eine Rechtskanzlei. Wenn die dort hinschreiben würden, dass in diesen Fällen keine Chance besteht, würden sie natürlich nichts verdienen, weil sie der Kundschaft die Hoffnung nehmen.

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