Frage von SRT57, 74

Keine gesetzliche Rentenversicherung zahlen?

Hallo,

habe in einem Forum gelesen, dass man keine gesetzliche Rentenversicherung als Angestellter zahlen muss, wenn man privat vorsorgt, z.B. durch eine Riesterrente.

Das konnte ich gar nicht glauben.. oder stimmt das wirklich?

Ich dachte die Riesterrente wäre etwas, um die gesetzliche Rente später etwas "aufzustocken"?

Stimmt es daher, dass man als Angestellter wirklich keine gesetzliche Rentenversicherung zahlen muss, wenn man selber mit einer Riesterrente vorsorgt?

Viele Grüße

Antwort
von kevin1905, 46

Das konnte ich gar nicht glauben.. oder stimmt das wirklich?

Natürlich stimmt das nicht.

Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist Voraussetzung um eine unmittelbare Förderung seiner Riesterrente zu erhalten (vgl. u.a. § 10a EStG).

Ausnahmen besteht nur für Beamte und ihnen gleichgestellte Personen, wie z.B. Richtern oder Soldaten. Die sind förderberechtigt, wenn sie ihrem Dienstherrn die Erlaubnis erteilen, die Besoldungsdaten an die ZfA zu melden.

Ich dachte die Riesterrente wäre etwas, um die gesetzliche Rente später etwas "aufzustocken"?

Das ist der Sinn dahinter. So war sie konzipiert.

Es gibt Möglichkeiten als Angestellter nicht in die gesetzliche Rente einzahlen zu müssen, wenn

  • du angestellt bist als Vorstand einer Aktiengesellschaft bzw. als geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH o.Ä. Kapitalgesellschaft mit mind. 50% Gesellschaftsanteilen.
  • Angestellt bist in einem Kammerberuf (z.B. Arzt), dann wäre eine Absicherung über das entsprechende Versorgungswerk denkbar.
  • du in einem Minijob (maximal 450,- €) pro Monat einen Antrag auf Befreiung von der RV-Pflicht stellst.
Antwort
von grubenschmalz, 34

Nein. Sollte aber einem auch schon die Logik sagen, die Riesterprodukte sollen einen Teil der Rentenkürzungen abdecken. Von 100-500 Eur Rente (so hoch ist das wenn man voll einzahlt) kriegt man doch sein Rentenleben nicht auf die Reihe. 

Kommentar von webya ,

Der gleiche Arbeitgeberanteil kommt auch noch mal dazu. 

Antwort
von petrapetra64, 18

In Foren gibt es eben auch viele Leute, die nichts wissen, aber so tun als ob. Natürlich muss man trotzdem in die gesetzliche Versicherung einzahlen, Riester ist nur, um die Rente später etwas zu erhöhen.

Erst wenn man über der Bemessungsfreigrenze verdient, kann man sich entscheiden, wie man sich versichern will. Für einen einfachen Angestellten wird das aber nichts.

Antwort
von Akecheta, 35

Das ist natürlich ein Riesenquark. Als Arbeitnehmer bist du pflichtversichert und fertig.

Kommentar von SRT57 ,

Habe ich mir auch schon gedacht.. sonst würde das ja jeder machen. Nur die Beamten&Selbstständigen haben dieses Glück.

Kommentar von kevin1905 ,

Bei Selbständigen ist das so eine Sache.

Es gibt Selbständige die ebenfalls pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind (§ 2 SGB VI), wie z.B. Selbständige mit einem Auftraggeber.

Auch versäumen jene, die es nicht sind es oft entsprechend privat vorzusorgen bzw. tun dies in völlig unzureichenden Höhen.

Selbständige ohne RV-Pflicht müssen schon 400 bis 600,- € im Monat in die Hand nehmen um eine adäquate private Rente aufzubauen, abhängig vom Einstiegsalter, staatlicher Förderung etc.

Kommentar von Akecheta ,

Weiß nicht ob es immer noch so ist, aber einige Handwerksmeister mussten auch 10 Jahre Pflichtversicherung erst als Selbständiger zahlen, bevor sie raus kommen konnten. Manche Freiberufler haben auch noch Zwangsversicherungen.

Kommentar von kevin1905 ,

Bei Handwerkern sind es sogar 18 Jahre.

Antwort
von webya, 17

Nein, dass stimmt nicht. Riesterrente ist nur zusätzlich. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community