Frage von Olexesh385i, 27

Keine Freunde, keine Familie, keine Arbeit - Leben in der kompletten Isolation?

Hey. Wie oben beschrieben Lebe ich komplett alleine ohne irgendwelche sozialen Kontakte, ich bin 25 Jahre Alt. Alles fing an das ich vor 6 Monaten meinen Job & meine Lebenspartnerin verlor, dass hat mich so fertig gemacht das ich mich immer mehr zurückziehte, ich verlor alle Freunde, war nur noch Zuhause. Habe extrem zugenommen seitdem da ich nur Zuhause bin, ich verlasse nicht mehr die Wohnung ausser zum Einkaufen, lasse mich gehen. Familie bzw Eltern habe ich keine, die sind seit meiner Kindheit Drogenabhängig.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter im Leben.. wie komme ich daraus..

Antwort
von ViperFlames, 14

Olexesh385i, mein Tipp wäre: hättest du denn Hobbies die du magst oder würdest du dir gerne Hobbies zulegen / ausprobieren und ggf. gefallen sie dir?

du könntest auch über Chat oder Forum neue Leute kennenlernen und wenn sie aus der selben Stadt oder dem selben Land kommen, ggf. an einem öffentlichen Ort bei Tag ein Treffen planen, falls du sie dann länger kennst und mehr über den anderen weisst?

auch würde ich eher schauen, ob aktuell ein Job für dich passend wäre oder du eher ein Hobby beginnen magst und dieses ggf. umsetzen magst, zB wenn du gerne schreibst, ob du vielleicht mal ein Buch veröffentlichen magst?

auch könntest du (wenn du gerne Videos drehst) auf Videoplattformen im Internet aktiv werden oder Blogs schreiben falls du lieber mit Text umgehst?

auch könntest du selbst Möbel entwerfen, wenn du zB die Einrichtung umgestalten willst und die aktuelle dich an etwas Negatives erinnert oder du einfach Abwechselung reinbringen willst?

Zeichen könntest du auch ausprobieren und es wäre auch in Ruhe machbar, ohne dass Freunde benötigt werden. oder neue Gerichte oder Rezepte testen, falls du lieber mit Geschmäcker oder Gerüchte umgehst?

zu Pflanzen oder ein Haustier (hierbei meine ich keinen Hund oder eine Katze, da du hier mehr Gassi gehen / rausgehen solltest, demnach das vielleicht nicht so passend sein könnte) würde ich nicht so raten, zumindest nicht als ersten Schritt...

Antwort
von PolluxHH, 27

Wichtig ist, daß Du aus der Lethargie herauskommst und Studien beweisen, daß sportliche Arbeitslose deutlich höhere Chancen haben, wieder einen Job zu finden (ähnlich bei Partnerschaften). Dies bedeutete also Sport treiben, allerdings nicht alleine, sondern in einem Club, denn alleine ist es öde. In manchen Kommunen gibt es Projekte, um dies bei Arbeitslosen zu fördern, hier könntest Du z.B. beim JC nachfragen.

Sollte Dir dann immer noch langweilig sein, kannst Du versuchen, einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, sei es bei einer Tafel oder in der Drogenberatung, denn hier kannst Du aus eigener Erfahrung berichten, wie sich Drogen auswirken können. Auch ein FSJ wäre eine Option.

Freunde sind weg? Wenn sie wirklich weg sind, waren es nie Freunde, denn echte Freunde hätten sich um Dich bemüht. Aber auch hier böte ein "Sportprogramm" in einem Club Möglichkeiten, neue Kontakte aufzubauen, ebenfalls eine ehrenamtliche Tätigkeit oder ein FSJ. Sowohl die ehrenamtliche Tätigkeit als auch das FSJ hätten den Vorteil, deinem Alltag Strukturen vorzugeben, denn ein nicht selten auftretendes Problem bei Arbeitslosen ist die schwierige Eingliederung in feste Zeitstrukturen, was man dadurch vermeiden könnte. Wer 1 Jahr nur zuhause z.B. CS:GO spielte oder vorm Fernseher hing, wird es in einem Job extrem schwer haben und mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Hartz IV zusteuern.

Setze Dir operationale Ziele zur Gewichtsabnahme, versuche, Deine Ernährung umzustellen und selber zu kochen, (preiswerteres) Convenience Food ist regelmäßig eher ungeeignet für Gewichtsabnahmen, ebenso Fast Food, zumal die Zusammensetzung nicht selten so abgestimmt ist, daß dadurch "Freßsucht" ausgelöst wird. Auf jeden Fall Verzicht auf Cola und Energy Drinks als tägliche Getränke.

Kommentar von derSystemfehler ,

Cooler Name und gute Antwort.

Kommentar von Nashota ,

Studien beweisen, daß sportliche Arbeitslose deutlich höhere Chancen haben, wieder einen Job zu finden (ähnlich bei Partnerschaften). Dies bedeutete also Sport treiben, allerdings nicht alleine, sondern in einem Club, denn alleine ist es öde.

Studien, die von 1000 Leuten auf alle hochrechnen? Jede Studie ist so gut wie das Ergebnis, was erwartet wird und verbreitet werden soll.

Und warum sollte es nötig sein, Sport in einem meist überteuerten und stickigen Studio zu machen, wo es definitiv alleine weder öde ist und man an der frischen Luft auch viel mehr Spaß hat?

Wichtig ist alleine, dass man rausgeht.

Kommentar von PolluxHH ,

Wenn es eine Panel-Befragung ist, gebe ich Dir vollständig Recht. Nichtrepräsentative Umfragen dürfen faktisch auch nicht verallgemeinert werden. Die meisten dieser Studien waren nicht repräsentativ, zugegeben, dafür aber im Ergebnis immer wieder vergleichbar, ohne daß es Ausreißer gäbe. Weder in mir bekannten sozialen, psychologischen oder arbeitsmarktorientierten Studien waren auch nur annähernd "sichtbar unsportliche Bewerber" (genau darum geht es hier) im gleichen Maße erfolgreich wie andere Bewerber bei gleicher Qualifikation.

Damit ergibt sich schon eine gewisse Prägnanz der Aussage, da sie auch durchaus plausibel ist. Würdest Du als Lageristen jemanden mit 140 kg oder jemanden mit 80 kg Körpergewicht bevorzugen? (Teils sind die Sitze nicht einmal für mehr als 150 kg zugelassen.) Auch gibt es durchaus Statistiken, die dafür sprechen, daß die Ausfallzeiten mit zunehmenden Körpergewicht korreliert sind (zunächst unauffällig, ab Adipositas Grad 2 aber schon merklich), die auch Arbeitgebern bekannt sind, nur dürfen sie es (AGG) nicht sagen, daß das bei Bewerbern als Kriterium mit einfließt.

Ach ja, von einem Studio sprach ich nicht, sondern von einem Club. Es geht hier um mehrere "Fliegen": Betätigung, Gebundenheit an feste Zeiten, soziale Kontakte, Motivation und daß man "rausgeht". Fitness-Clubs würden allenfalls kurzfristig zwei dieser Felder abdecken. Da eine soziale (Fremd)Motivation regelmäßig nicht erfolgte, die am Anfang nicht unterschätzt werden sollte, eher im Gegenteil, bräche auch das Engagement mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell weg. Ich beließ es nur allgemein, da es vom Angebot vor Ort und persönlichen Präferenzen abhängt, beides mir nicht bekannt.

Kommentar von PolluxHH ,

Eine Annahme, die ich zwar im Hinterkopf hatte, aber nicht benannte, bestand darin, daß eine deutliche Gewichtszunahme auch mit einer Änderung der Kleidergröße einhergeht, wobei die Tagesgestaltung eher darauf schließen läßt, daß man sich rudimentär mit "Sportswear" an die veränderten Proportionen garderobenmäßig angepaßt haben könnte, also auch nicht wirklich über "Abendgarderobe" verfügen dürfte, die akruell nutzbar wäre.

Auch geht mit der Gewichtszunahme ein Rückgang des Selbstbewußtseins einher. In der Kombi könnte es damit aber schwierig werden, bei Freizeitaktivitäten Kontakte zu knüpfen, welche auch fortdauern. Sport ist ein gutes Mittel, wieder an Selbstbewußtsein zu gewinnen, besonders wenn man es in einer Gruppe betreibt, die einen motiviert. Sollte es zu einer Gewichtsabnahme führen, könnte sich damit auch ein weiteres Problem relativieren, welches sich wahrscheinlich gebildet haben dürfte.

Antwort
von derSystemfehler, 19

Pollux hat recht, Sport ist wichtig. Fang einfach mit Spazieren gehen an und steiger dich langsam. Gesunde Ernährung bringt auch einiges. Wenn es geht tritt in einen Sportverein ein. Und schau mal bei Ebay Kleinanzeigen vorbei da suchen immer Leute andere für alles mögliche. Wenne quatschen willst schreib mich hier oder bei FB an. Link ist in meinem Profil. Ansonsten alles Gute.

Antwort
von Nashota, 23

Fange an, dich nicht von anderen abhängig zu machen. Es ist dein Leben, nicht das der anderen. Also pack dich selbst im Genick und tritt dich selbst in den Hintern.

Bringe dich in Ordnung, suche dir einen neuen Job, mache Sport, gehe raus. Denn das Leben findet draußen statt. Zum Rumgammeln auf der Couch bleibt immer noch genug Zeit.

Antwort
von ApfelTea, 27

Von nichts kommt nichts, so ist das nun mal. Da hilft nur aufstehen und weiter machen. Such dir einen job (oder ausbildung?), geh unter die Leute, lerne ein Mädchen kennen :) alles gute für dich

Antwort
von Gestiefelte, 26

Eigentlich müsstest du zum Arzt gehen.

Fang damit an, einfach spazieren zu gehen. Gehe über Umwege einkaufen und fange an, vernünftig zu essen.

Bewegegung und weniger fettiges und süßes und du wirst abnehmen. Dann fühlst du dich in deinem Körper etwas wohler.

Melde dich vielleicht beim Sport an und schon wirst du Leute kennen lernen, mit denen du dich unterhalten kannst.

Antwort
von Apfelschnecke39, 9

Mir gings leider so ähnlich. Ich habe durch meine Isolation eine richtige sozialangst entwickelt. In der schule hatte ich keine freunde mehr und konnte und wollte mit niemanden mehr sprechen. Zudem litt ich an schweren depressionen und magersucht , die dadurch verschlimmert wurden. Keiner hat sich drum gekümmert. Doch irgendwann kam ein tag an dem ich dachte ich würde sterben. Ich schwor mir wenn ich diesen tag bzw. diese nacht überlebe dann ändere ich was. Ich habe angefangen wieder zu essen, versucht ein bisschen mit anderen zu reden, habe jetzt die schule gewechselt und bin gerade dabei Freundschaftten aufzubauen. Mit diesem Schulwechsel habe ich meine sozialängste zum Großteil abgelegt, da ich wusste ich muss diese chance neu anzufangen nutzen. Ich stecke jetzt in einer völlig anderen rolle und das kann ich ehrlich gesagt selbst nicht erklären. Mein neues Umfeld hat einen neuen Menschen aus mir gemacht. Und ich glaube du brauchst auch ein neues Umfeld. Vielleicht ein neuer job? Da lernst du direkt neue leute kennen. Du musst es selbst wollen und in die hand nehmen, dann findest du einen weg :)

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