Frage von Joergi666, 27

Keine exakten Definitionen im Internet- wer erklärt mir einen Verbrauchervertrag im Detail?

Hallo,

nachdem die Sache hier mehrfach bei Fragen auftauchte kann mir vielleicht mal jemand erklären ob ich die gesetzlichen Regelungen zum Verbrauchervertrag richtig verstehe- insbesondere hinsichtlich dem Widerrufsrecht. Grundsätzlich kenne ich mich berufsbedingt mit vielen Rechtsbereichen gut aus - bei dem Thema Verbrauchervertrag verstehe ich die Sache so, dass nach einer Gesetzesänderung im letzten Jahr jede Privatperson die bei einem Händler etwas kauft automatisch ein Rückgaberecht von 14 Tagen hat, bzw. dies auch nicht ausgeschlossen werden kann. Richtig oder falsch? Bitte keine Antworten wie generelles Rücktirttsrecht gibt es nicht. Danke

Antwort
von Alrik2, 27

Fast richtig. Diese 14 Tage sind allerdings nur im Fernabsatzgeschäft, also Allem, wo der Kunde nicht in einen Laden geht und dort kauft, vorgesehen.

Kommentar von Joergi666 ,

Fernabsatzgeschäft ist mir vollkommen klar- auch das dies ein Teilbereich ist- bei Verbraucherverträgen gibt es aber laut Gesetz nicht nur die Einschränkung auf Fernabsatz- deshalb ja genau meine Frage http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_355.html

Kommentar von Alrik2 ,

§355 sagt doch "Wird einem Verbraucher durch Gesetz ein Widerrufsrecht nach dieser Vorschrift eingeräumt [...]". Das bedeutet, dass dieses Widerrufsrecht nicht automatisch gilt, sondern nur, wenn ein anderes Gesetz dies ausdrücklich einräumt. Dies ist, zumindest momentan und nach meinem Kentnissstand, nur beim Fernabsatzgesetz so.

Kommentar von Droitteur ,

Wie du wohl andeuten willst, wird dem Verbraucher nicht nur in Fällen der Fernabsatzverträge ein Widerrufsrecht im Sinne der §§ 355 ff. BGB eingeräumt. Nur ein Beispiel dafür sind die Verbraucherdarlehensverträge.

Ein "Verbrauchervertrag", wie du in deiner Überschrift sagst, ist übrigens viel allgmeiner einfach nur ein Vertrag zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher (deren Begriffe wiederum in §§ 13, 14 BGB geregelt sind).

Ich denke, dass ich so ziemlich die meisten deiner Fragen zum Verbraucherrecht beantworten könnte, nur bin ich nicht sicher, was genau hier deine Frage ist. So gibt es nicht nur wie gesagt ein Widerrufsrecht nicht nur bei Fernabsatzverträgen, sondern es gibt auch bei Fernabsatzverträgen wiederum (einigermaßen populäre) Ausnahmen (zB grob gesagt bestimmte individuell gefertigte Güter), so dass man genauso wenig sagen kann, es bestünde hier immer ein Widerrufsrecht.

Eine Definition, die sämtliche Regelungen, die Verbraucherschutzrechte betreffen, umfasst, erscheint mir undenkbar^^

Kommentar von Joergi666 ,

hab mich wahrscheinlich schlecht ausgedrückt- mir geht es darum wann konkret ein Verbrauchervertrag vorliegt und wann nicht - bzw. ob jeder Verbrauchervertrag - ausgenommen individuelle Güter - ein Rückgaberecht beinhaltet- nehmen wir mal z.B. ein Gebrauchtwagenkauf beim Händler vor Ort?

Kommentar von AalFred2 ,

Nach der Definition aus §310 Abs.3 BGB liegt ein Verbrauchervertrag vor, wenn ein Vetrag zwischen einem Unternehmer und einem Verbaucher geschlossen wird. Allerdings beinhaltet nicht jeder Verbrauchervertrag ein Widerrufsrecht, sondern nur beispielsweis im Fernabsatz oder bei Verbraucherdarlehensverträgen. Dein Gebrauchtwagenkauf lässt sich so nicht widerrufen.

Kommentar von Joergi666 ,

ich glaub jetzt hab ich es kapiert- vielen Dank

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