Frage von Whonder, 146

Keine ernste Depression?

Vorab weg: Wer dieses Thema nicht ernst nimmt und hier nur ist um einen niveaulosen Kommentar abzugeben wird gemeldet. Das kann ich nun gar nicht ab. Die Seite hier ist dafür da um Hilfe zu bekommen. (Egal in welcher Situation.)

Ich bin 18 und bin schon eine Weile in einer Depression. Selber habe ich das an mir selber nie wirklich ernst genommen. Erst seit ca. 1 Jahr merk ich wie schlimm es wirklich ist - oder auch nicht; denn, wenn ich von Schicksalen anderer höre (Egal ob von Bekannten oder im Fernsehn etc.) dann denke ich mir immer, dass ich eigentlich ziemlich lächerlich bin und hasse mich dann doch selbst.

Würde dies hier nicht anonym gestattet sein würde ich wahrscheinlich nicht mal etwas über dieses Thema posten. Ich rede ungern über sowas. Selbst meine Therapeutin (Die ich seit 2-3 Monaten habe. Hatte davor einen anderen der Inkompetent war und hab ihn dann für 1 Jahr verlassen und dachte das bringt nichts. Die neue geht aber besser auf mich ein.) weiß nicht alles über mich.

Momentan ist sie im Urlaub über die Feiertage..aber der Druck in mir ist gerade so groß, dass ich wenigstens fremde Meinungen hören möchte.

Ich habe mittlerweile keine Freunde mehr. (Und das sage ich nicht wie diese Pseudo-Traurigen die eigentlich wenigstens 3-4 Freunde haben und denen das nicht reicht) Ich hatte Stress in der Schule mit anderen, weil sie womöglich mit meiner Aufgedrehten Art nicht klar kamen und nun Stress, weil ich dadurch eingeschüchtert bin und alles zu Herzen nehme und dadurch schnell rumzicke.

Ich habe zwar einen Freund (und ich weiß nicht ob ich nicht schon unter der Erde ohne ihn wäre. Er gibt mir wenigstens für die Zeit in der wir gemeinsam sind Kraft) und eine "halb"-Freundin... aber das wars (Halb...da sie mich sehr enttäuscht hat wie jeder andere und wir erst seit kurzem wieder Kontakt haben).

Ich wurde in der Schule wie gesagt fertig gemacht. Sowohl von Schülern als auch Lehrern.

Meine Eltern sind geschieden nachdem meine Mutter es nicht mehr aushielt, weil er Drogen nahm und eine Gefahr darstellte.

Der neue Freund bringt mich dazu mich zu verletzen, weil er mich wie Dreck behandelt. Aber nur MICH. (Mutter soll nicht allein sein. Außerdem haben die beiden auch ein Kind. Sie soll nicht allein aufwachsen..)

Und immer wieder werde ich anonym fertig gemacht (z.B. Internet, weshalb ich selber nun überall anonym bin und sogar eine Zeit lang komplett weg.) oder Freundschaften stellen sich als hinterhältige Feindschaften heraus.

Wenn ich dann aber andere Schicksale sehe... Vergewaltigung...aufgeschnittene Arme mit fetten Narben (Ich verletze zwar zum Blut, aber es sind keine tiefen Wunden. Harmlos), keiner der Familienangehörigen können einen leiden (Ich hab wenigstens nur zu Hause Stress... auch, wenn meine Mutter ein Engel ist. Aber sie kann einfach nichts tun.), dann fühle ich mich lächerlich...

Zur Frage: Sollte ich meine "Depression" nicht all zu ernst nehmen? Kennt das jemand?

Antwort
von fluk89, 59

hallo erstmal ich habe langjährige erfahrungen in dem bereich und hätte da vielleicht ein paar tips für dich die du aber annehmen solltest wenn man wirklich aus depressionen rauskommen möchte muss man dinge tun und sachen akzeptieren die einem wiederstreben.

1.ohne hilfe geht es nicht.nur durch ständige professionelle hilfe kannst du so eine kriese überwinden.ein mensch mit dem du alles teilen kannst ist sehr wichtig sei es ein freund oder ein verwandter.die anzahl der freunde spielt keine rolle.

2.depressionen sind mit das heimtückischte was es gibt. gerade wenn man denkt man hat sie besiegt oder es geht einem besser braucht es nur einen kleinen auslöser irgend etwas vollkommen unwichtiges und man hat das gefühl der ganze fortschritt den man gemacht hat ist weg aber dem ist nicht so. man sollte den depressionen nicht glauben.

3.von dem was ich aus deinen aussagen lese ist mit einer der gründe für deine depressionen eine innere veränderung.du hast eine fixierung auf die vergangenheit und musst dir dessen bewusst werden.in einer therapie lernst du wie du deinen fokus verändern kannst.

4.selbstverletzung ist ein warnsignal aber auch ein ausdruck dafür das du dinge noch ausdrücken möchtest.du kannst daran erkennen das es schlimmer wird wenn du anfängst die sachen in dich hinein zu fressen.

5.sowas wie harmlose depressionen gibt es nicht.es betrifft viele menschen und viele wollen es nicht wahrhaben weil es nicht zu ihrem gelernten passt.ich denke du bist da anders was dir eine höhere chance gibt da raus zu kommen.

wenn du noch fragen hast schreib zurück viel erfolg

Kommentar von Whonder ,

1. Ja, ich gehe ja zur Therapie. Leider hat mir die davor aber eine große Skepsis gegeben. Dennoch bin ich mit der momentanen zufrieden. Was die Freunde angeht: Die Anzahl ist nicht wichtig, ja, da bin ich schon immer der selben Meinung gewesen. Ich finde zu viele sogar anstrengend. Aber so wirklich GAR keinen zu haben ist dann doch frustrierend. Man möchte dann doch gerne als Mädchen eine Freundin zum Quatschen haben wo der Freund nicht mitreden kann

2. Das dachte ich auch. Daher auch die Inkompetenz des vorigen Therapeuten. Sobald ich nur einen Tag lächelnd zur Thera kam, hieß es ich bin kurz davor, dass es mir wirklich einfach Super geht. (Vonwegen)

3. Ja das hat mein Freund mir auch gesagt...ich soll die Vergangenheit ruhen lassen. Aber die Angst ist immer da. Dass es sich wiederholt. Und irgendwie bin ich nicht stark genug um einfach zu mir selbst zu sagen ich solle den Hintern bewegen.

4. wie gesagt: das reinfressen trifft zu da ich ungern über meine Probleme rede. Ich hör mir gerne Probleme anderer an, da ich weiß wie das ist und dann mit Erfahrung versuche zu helfen. Aber wenn man selber nichts sagt oder nicht weiß wie, dann kommt es halt zu "aussetzern"

5. Danke jedenfalls fürs Mut zureden (:

LG

Antwort
von Kitharea, 39

Also erst einmal tut mir leid was dir passiert. Vor allem auch weil es mich an mich erinnert...
In meinem Fall war es so dass ich immer geholfen habe so gut ich konnte und sobald es denen besser ging sind sie abgehaun - falscher Fokus jetzt steh ich alleine da weil ich keinem mehr helfen will, dem es nicht um mich geht. Und die "moderne" Welt führt dazu dass keiner zweimal hinsieht gefühlt. Pech für mich^^
Das Thema Depression hat für mich 2 Seiten - immer eigentlich - zum Einen jemanden zum Reden der einen Versteht und einem nicht aus jedem Mist einen Strick baut wie viele "normale" Menschen im Leben. Ich "schätze" es geht darum zu erkennen dass man - wie man auch ist - in Ordnung ist. Es geht nicht darum Anderen zu gefallen oder was andere über dich denken. Das ist Seite 1. Seite 2 ist natürlich auch dass jeder ein anderes Leben hat - andere Prüfungen andere Voraussetzungen - was auch immer. Wir sind verschieden und das ist gut so. Seite 2 geht darum zu erkennen und vor allem akzeptieren dass die Welt so ist wie sie ist. Eigentlich bedeuten beide Seiten dasselbe - einmal aus der Ich-Perspektive einmal aus der Fremd-perspektive.
Zusammengefasst kann man "vielleicht" sagen: Letztendlich wird man Fakten akzeptieren müssen die man nicht ändern kann. Aber man wird stark genug sein um das zu können weil man weiß man ist in Ordnung.

Therapie ist Stärke sammeln und erkennen. Ich denke schon dass man eine Depression die erkannt wurde, nicht einfach ignorieren sollte. Aber WISSEN tut das keiner außer dir. Ein wichtiger Teil einer Therapie ist sich selbst gut beobachten zu lernen um zu merken, wie es einem geht und was einem gut tut. Und auch wenn du Menschen siehst denen es schlechter geht als dir. Jeder hat seinen eigenen Rucksack und keiner kann beurteilen wie schwer der ist - das ist sehr subjektiv.
Natürlich leiden wir vorwiegend unter First-World-Problems - aber ich bin sicher es gibt auch Menschen die alles haben die auch leiden wie Hunde.

Also wenn du das Gefühl hast es geht dir besser wenn du nicht in deiner Depression versinkst dann mach das - wenn es dir gut geht beim Therapeuten und du das Gefühl hast du lernst stetig dazu und dich gut fühlst danach - dann mach das. Lass dein Gefühl entscheiden welchen Weg du gehst.

Kommentar von Whonder ,

Gefallen ist so ein Ding...anderen gebe ich den Rat auf andere Meinung zu **** und zu tun was man für richtig hält. Sobald mir aber ein Fremder aus privaten Frust sagt ich sei z.B. hässlich, dann nehme ich das sofort zu Herzen. Und egal wer sagt mich solls nicht jucken - das Gefühl BLEIBT. Egal ob man so tut als wäre nichts. Man tut nun mal nur so als ob aber das Gefühl ist da.

Alles so akzeptieren wie es ist...ja...der Rat ist von allen da...aber nicht so einfach (Aber ich denke das kennst du auch selber...allein schon weil ich das mit dem Helfen kenne das du beschrieben hast)

Und ob die Thera hilft - Ich kann es nicht sagen aber hoffe das Beste. Ich will immerhin eine Zukunft die mich normal in der Gesellschaft aufwachsen lässt. Normale Beziehungen, normaler Gehalt, normales Ummfeld, normales Leben.

Danke dir! 

Kommentar von Kitharea ,

Normal ist langweilig :D
Ich weiß dass viele mit Ratschlägen um sich schmeißen die mitunter sogar stimmen. Das Problem NACH einer Therapie ist dass man sich in viele Situationen zwar erinnert aber sich nicht mehr so gut hineinversetzen kann dass man es auch noch fühlt und versteht wenn andere berichten.

Natürlich muss man akzeptieren was Fakt ist ABER akzeptieren heißt nicht runterschlucken und daran zu Grunde gehen sondern es auch zu FÜHLEN und erst dann kann man damit umgehen. Viele verstehen unter akzeptieren so etwas wie "Mist tut das weh aber ich muss es ja eh akzeptieren" - nein. Damit unterdrückt man sich selbst und genau DAS sollte nicht sein. Eher sowas wie "Mist tut das weh - wie fühlt es sich an - was sorgt dafür dass es besser wird - was passiert da mit mir" - DAS sind zuerst einmal die richtigen Fragen - akzeptieren kommt danach.

Aber ja - vieles was du beschreibst kommt mir sehr bekannt vor - ich habe auch mit meinem Ego zu kämpfen mitunter - je nachdem worum es geht. Ich habe lang gebraucht um zu akzeptieren dass ich nicht perfekt sein muss und das hat mir einen riesen Haufen Stress genommen. Inzwischen mag ich meine Fehler und es ist mir WIRKLICH egal was Andere darüber denken - mich für dumm halten und so weiter. ABER das alles hat lange gedauert...

Also - akzeptieren heißt daran arbeiten MIT einer Situation leben zu können und zwar nicht unterdrückt sondern gefühlt. So würd ich das sagen.

Kommentar von fluk89 ,

du hast recht du bringst es auf eine weise auf den punkt wie ich es nicht könnte (siehe unten)

Antwort
von Seanna, 53

Leid ist immer subjektiv und nicht vergleichbar.

Und jemandem mit ner (vergleichsweise) 'simplen' Depression (simpel in der Behandlung!) mag es durchaus genau so schlecht gehen und alles schwer fallen wie (im Extrem) dem hochdissoziativen Opfer von Menschenhandel und Kinderpornografie mit schwerer Traumafolgestörung (die schwer zu behandeln ist!).

Keinem von beiden geht es zwangsläufig schlechter oder "ist schlimmer dran" oder hat "Therapie mehr verdient" oä. - solche Vergleiche bringen auch nichts.

Für jeden ist sein eigenes Leid das Schwerste und am schwersten auszuhalten, da man ja auch nur das erleben muss. Darauf sollte man sich konzentrieren - nicht die anderen.

Kommentar von Whonder ,

Danke für deine Meinung. Bringt mich jedenfalls zum Nachdenken..

Antwort
von Mysterion1, 45

Ich hab auch keine Freunde, hatte noch nie eine Freundin (m/20), wurde auch in der Schule gemobbt, meine Eltern sind auch geschieden, ich hab auch manchmal Depressionen, ich fühle mich auch oft sehr einsam, also ja kenn ich und du bist nicht der Einzige :)

Kommentar von Whonder ,

Die Frage ist ja..ob das normal ist. Ich denke immer, andere haben es schwerer, daher ist das eigentlich dumm von meiner Seite..und doch kann ich es irgendwie nicht abstellen.

Aber gut zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Danke (:

Kommentar von Mysterion1 ,

Naja...was ist schon normal? Ich weiß ja nicht wie du das siehst aber ich bin so alleine, weil ich nicht wie alle Anderen bin. Ich saufe nicht, bin gebildet, lege höchsten Wert auf Anstand und Loyalität...tja und damit fällt man einfach durch's Normalo-Raster und wird als Außenseiter abgestempelt und ein paar Hirnlose wollen sich ggf. darüber lustigmachen. Als ich noch zur Schule ging hab ich es mir zeitweise mehr oder weniger gefallenlassen aber jetzt nicht mehr. Bin jedoch immer noch allein. Wurde von etlichen Mädchen verarscht, ebenso wie von angeblichen Freunden. Also haben entweder sie oder ich den Kontakt abgebrochen, tja ist halt so. Ich fühle mich zu intelligent und zu gutherzig für diese hohle Gesellschaft. Klingt vllt sehr arrogant aber ich sehe das so und wahre Freunde gibt es meiner Meinung nach nicht. Also ich denke es ist normal so zu sein. Wir sind nicht die Einzigen und wir sind auch nur Menschen.

Kommentar von Whonder ,

Du wirkst mir jedenfalls sofort sympatisch. Allein durch die Aussage der hohlen Gesellschaft muss ich dir sofort zustimmen. / Man kann einfach nicht so sein wie man ist heutzutage ohne fertig gemacht zu werden. Alle müssen gleich stumpf sein. Ist doch dämlich..

Kommentar von Mysterion1 ,

Danke :) Ich finde du bist auch sehr sympathisch :)

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