Frage von FragerinAntwort, 126

Keine eigene Meinung zu haben ist in der Poltik wichtig?

Hallo liebe Community! Und zwar beschäftigt mich seit langem ein bestimmtes Thema.

Schon seit Jahren war ich der Ansicht und es wurde mir auch immer beigebracht sowie gesagt (im privaten Umfeld, aber auch in der Schule), dass es sehr wichtig ist, sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Dieser für mich immer geltende Grundsatz wurde vor einem Monat, als ich in die Oberstufe kam komplett verworfen.

Seit ich in meinem Poltik-Leistungskurs sitze, sagt uns unsere Lehrerin wie unwichtig eine persönliche Meinung ist.

Es ist ihr besonders wichtig, dass wir nie, NIEMALS "Meiner Meinung nach...." "Ich finde...." oder ähnliche Dinge sagen sollen bzw in einer Arbeit schreiben, da unsere Meinung nach den Erzählungen der Lehrerin "niemanden interessiere"

Da ich mir sehr für Politik interessiere, habe ich desöfteren gelesen, dass wenn man Politiker werden will es auch wichtig ist, dass man seine eigene Meinung verwerfen soll.

Da stellen sich so viele Fragen in meinem Kopf:

· Selbst letztes Jahr (10. Klasse) sollten wir z.B die Flüchtlingskrise bewerten und sagen ob wir dafür oder dagegen sind. Es war sehr Meinungslastig. Jetzt wird auf einmal alles verworfen, wie kann das sein?

· So oft wird uns erzählt, dass die Meinung einzelner auch wichtig ist um etwas zu bewirken(z.b bei wahlen)... Wirkt das jetzt etwa nicht mehr?

·Ich verstehe einfach nicht ob es nun wichtig ist sich eine eigene Meinung zu bilden oder man es einfach lassen soll... Aber wo kommen wir hin, wenn niemand mehr eine eigene Meinung hat?

Antwort
von MrHilfestellung, 50

Es geht bei dem Weglassen solcher Formulierungen nicht darum keine eigene Meinung zu haben, die solltest du nämlich haben, es geht darum, dass solche Formulierungen einfach nicht schön klingen und in Klausuren selten nach der eigenen Meinung gefragt wird.

Kommentar von voayager ,

Nehmen wir mal Wikipedia als Paradebeispiel, wenn da ein Schreibender was von seiner eigenen Meinung in einen Artikel einbaut, dann fliegt solch eine Textpassage, oftmals der ganze Artikel wieder raus. Das wird in dieser Enzyklpädie niemals geduldet, egal in welchem Portal auch immer.

Antwort
von voayager, 27

Eine eigene Meinung zu haben ist für komplexe Angelegenheiten einfach zu wenig, so wird es wohl auch deine Lehrerin sehen. Es kommt also darauf an, möglichst Erkenntnisse sich anzueignen, bzw. diese zu besitzen. Doch damit nicht genug, auch die eigenen Bedürfnisse und die Seinesgleichen sind von großer Bedeutung. Der Politiker bzw. die Politikerin sollte aber nicht ihre Bedürfnisse hervorheben, das interessiert nun wirklich Niemanden, sondern er oder sie sollte die Interessen und Bedürfnisse der Wählenden ermitteln, sie kennenlernen, diese als Richtschnur des politischen Handelns nehmen. Also so das Ideal, tatsächlich geschieht dies in einer Klassen gesellschaft weigentlich fast nie, denn es werden in erster Linie die Interessen der Herrschenden, also der Großbesitzenden erst einmal vom bürgerlichen Stat abgedeckt, dies als Orientierung und Leitlinie genommen. Manchmal fällt für das Wahlvolk auch ein paar Brosamen ab, doch das sind im Grunde nur Späne.

Noch mal zurück zu der in der bürgerlichen Gesellschaft so viel gepriesenen eigenen Meinung. Diese ist stets nur subjektiv, engstirnig und fast immer unwissenschaftlich, so dass der Willkür und der Beliebigkeit durch bloße eigene Meinung Tür und tor geöffnet ist. Sie ist im Grunde der bloße Zwitter von Erkenntnis und Bedürfnis, d.h. es reicht wedfer für das eine noch das andere davon. Es kommt also darauf an, ersteinmal was zu erkennen und dann prüfen, ob es mit den eigenen Bedürfnissen in Einklang steht.

Antwort
von Myrine, 29

Natürlich sollt ihr euch eure eigene Meinung bilden, allerdings hat diese im Politikunterricht nicht viel verloren. Dort geht es nämlich darum politische, soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge und Vorgänge zu analysieren und sachlich(!) zu beurteilen.

Eure Lehrerin "verbietet" euch eure Meinung im Politikunterricht vermutlich so rigoros, damit ihr nicht von hinten anfangt, indem ihr von eurer Meinung ausgehend die passenden Begründungen und Fakten sucht. Dadurch würde man nämlich viel übersehen (Tunnelblick).

Außerdem wird in den meisten Aufgabenstellungen, die in den Klausuren so auf euch zukommen, eure Meinung einfach nicht gefragt sein. Wenn ihr sie dann doch anbringt ("Meiner Meinung nach..." "Ich finde..."), dann gibt es Punktabzug, das wäre nämlich am Thema vorbei geschrieben. Da gewöhnt man sich am besten von Anfang an dran.

Antwort
von SarahTee, 33

Hallo,

ich finde das schwachsinnig. Natürlich ist es auch wichtig, dass man noch für andere Meinungen offen ist, aber das schließt nicht aus, dass man eine eigene Meinung haben kann. Wie sollst eine Person denn wählen gehen,... ohne eine eigene Meinung? Die eigene Meinung eines Menschen macht doch gerade die Person und deren Charakter aus und ist ein wichtiger Teil in unserem Leben. Und es gibt sehr wohl Menschen, die deine Meinung interessiert. Ich diskutiere oft mit Freunden und meiner Familie über bestimmte Themen und da interessiert mich gerade die persönliche Meinung des anderen. Oder bei Petitionen,.... die Meinung eines Menschen zählt oft sehr viel. Ich glaube eher, dass die Aufgabenstellung neutral beantwortet werden soll und sie dann deine eigene Meinung nicht interessiert.  Manchmal ist eine neutrale Haltung sicher ganz praktisch, aber nur manchmal.

Ich wünsch dir ganz viel Glück.

LG SarahTee

Kommentar von voayager ,

Wieso ist das schwachsinnig? Wer nur ne eigene Meinung hat, hat ansonsten nix mehr weiter in seinem geistigen Gepäck - das war`s dann also auch schon, kann man da nur noch sagen.

Kommentar von SarahTee ,

Das kommt darauf an, ob die Person noch für anderes offen ist. Ich kann eine eigene Meinung haben und trotzdem andere Meinungen anhören und darüber nachdenken.

Antwort
von TednDahai, 36

"ich finde" es komisch, dass deine neue Lehrerin das sagt.. Mir wurde ebenfalls beigebracht sich eine eigene Meinung zu bilden und nichts auf Vorurteile zu geben.

Klingt jetzt blöd.. aber es gibt einfach Lehrer, wo man hinschreiben muss was sie hören wollen. egal was deine eigene Meinung ist. Für mich klingt es nach so einer Lehrerin.

Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist ein wichtiger Grundsatz und du solltest dir auf jeden Fall immer wieder deine eigene Meinung bilden und Tatbestände von allen Seiten betrachten..

Sicherlich interessiert nicht jeden deine Meinung. Deshalb solltest du dir trotzdem eine Bilden :) Sonst wirst du irgendwann eine Marionette des Systems, dass dir sagt, was du zu denken und zu meinen hast :)

Hoffe ich konnte einen Denkanstoß geben :)

Kommentar von voayager ,

jeder Dummbatz hat nur ne eigene Meinung, mehr hat er oder sie nicht

Kommentar von TednDahai ,

Ist das eine Zustimmung oder ein Gegenargument?

Antwort
von straton, 30

Eine seltsame Einstellung einer Lehrerin, die immerhin komischerweise versucht, gerade ihre eigene Meinung eben zur Meinungsbildung Euch Schülern aufzudrängen.Man stelle sich vor, alle Bürger würden sich dieser Richtlinie beugen, welchen unglaublichen Weg hätten wir Bundesbürger damit beschritten. Lass Dich also nicht beirren und steigere Deine Meinungsbildung, die natürlich Kritik oder das Gegenteil beinhalten kann, je nach Art des Objekts. Es ist doch leicht, in Arbeiten den Eindruck eigener Meinung zu verbergen.  Aber höre doch zu wie Politiker und auch Wissenschaftler sowie Bekannte und Verwandte sich äussern. Wie oft fällt die Einführung: Meiner Meinung nach..... usw.

Ein altes Sprichwort: Schuster, bleib bei Deinen Leisten! Also mach, was Dir lieb ist und notwendig erscheint.

Antwort
von paulagerdes, 35

In dem Moment, wo Du eine eigene Meinung hast, wird das Thema von Dir subjektiv betrachtet und v.a. BEWERTET. Eine andere Person könnte das gleiche Thema mit ganz anderen Augen sehen. In der Wissenschaft ist es immer wichtig, möglichst objektiv zu bleiben. Daher sollte man ein Thema möglichst sachlich und wertfrei durchdringen. Und ganz am Schluss kannst Du Dir eine eigene Meinung bilden, aber dies ggf. anderen nicht offen mitteilen (je nachdem, wie es eben formuliert werden soll).

Antwort
von casala, 27

das ist lediglich IHRE, mehr oder weniger, berechtigte meinung oder ausbildungsziel.

ich würde mal annehmen, daß die ich-bezogenheit oftmals von den medien mißverstanden wird, oder mißverständlich rüber gebracht wird.

die kunst besteht also, den spagat zwischen persönlicher meinung und gefälliger allgemeinmeinung zu finden. das als lernziel zu vermitteln könnte deine lehrerin versucht haben.

das ändert aber nichts daran, daß man durchaus eine eigene meinung haben kann/soll  .


Kommentar von voayager ,

Die bloße eigene Meinung befördert lediglich die Egozentrik, mit der unsere Gesellschaft überreichlich "gesegnet" ist.

Kommentar von casala ,

das streite ich aber ab, weil das eine zu negative aussage ist.

die eigene meinung spiegelt lediglich wieder, daß man begebenheiten durchaus unterschiedlich sehen kann.

egozentrik ist da eher eine eingeengte wahrnehmung, die selten akzeptiert wird.

Antwort
von Philippus1990, 35

Was deine Lehrerin damit meinte, war wohl, dass es sich unprofessionell anhört. "Meiner Meinung nach" - so reden Siebtklässler. Wenn du etwas sagst, ist doch klar, dass es deine Meinung ist. Indem Du aber sagst, etwas sei deiner Meinung nach so, machst Du deine ganze Aussage unwichtig. Es gibt ja schließlich noch viele andere Meinungen. Und Politiker haben schon eine eigene Meinung, äußern diese aber nicht immer, weil diese beim Wähler schlecht ankommen könnte.

Antwort
von Khoonbish, 29

Natürlich sollt ihr eine eigene Meinung haben.

Ich glaube, sie meint, dass du in Klausuraufgaben, die nicht explizit von dir verlangen, dass du Stellung beziehen sollst, deine Meinung nicht äußern sollst. Außerdem klingt es auch so als würdest du nur eine vage Vermutung abgeben und keine auf Fakten basierende Antwort.

Dass ihr das nicht "sagen" sollt (also während der mündlichen Mitarbeit), halte ich für blödsinnig. Wobei auch hier wieder gesagt werden kann, dass wenn deine Meinung nicht gefragt ist, sie auch nicht geäußert werden sollte, da es wahrscheinlich nicht zur Beantwortung der Frage beiträgt.


Kommentar von voayager ,

Nein, diese Lehrerin fördert so eine geistige Disziplin, denn sie erwartet mehr als nur ne eigene Meinung, die kann schließlich jeder x-belibige Tölpel auch haben.

Antwort
von paulklaus, 5

Hallo !

Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, sämtliche Antworten vor meiner eigenen zu lesen...

Es ist nach meiner - ähem ! - subjektiven Ansicht davon auszugehen, dass sich die Lehrerin unglücklich ausgedrückt hat oder du sie missverstanden hast.

Zwangsläufig äußerst du deine Meinung in vielen sowohl schriftlichen als auch mündlichen Bereichen - und "Meiner Meinung nach" finde ich sprachlich keineswegs "kriminell".

Nur: Indem du einen Text analysierst - konkret ein Barock-Sonett von Andreas Gryphius - , äußerst du ZWANGSLÄUFIG deine Ansicht - wie auch bei jeder Form z.B. der Erörterung.

(Die Analyse Von Kriegs-Lyrik ist im Politik-U. durchaus möglich !)

Im Falle jedweder Analyse wäre also die Hinzufügung "Nach meiner Meinung" (fast) tautologisch.

Sollte die Lehrerin indessen der Ansicht sein, ein Schüler solle keine eigene Meinung HABEN, so ist sie SCHLICHT DOOF ! In dem Falle erinnere sie an den Satz des großen Aufklärers I. Kant:

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen !"

pk, Lehrer

Antwort
von SchIaufuchs, 38

Ziel des Politikunterrichts ist nicht so sehr Meinungsbildung wie die Fähigkeit, gesellschaftspolitische Vorgänge zu beurteilen. Das ist nicht dasselbe. Dass Du dabei eine Meinung entwickeln magst, ist tatsächlich zweitrangig gegenüber der Fähigkeit, Vorgänge zu verstehen und zu analysieren, um sich - im Einzelfall - dann ein Urteil zu bilden.

Vermutlich wollte Eure zunächst überraschend argumentierende Lehrerin das sagen, nämlich dass es nicht angemessen ist, quasi mit einer fertigen Meinung quasi über Sachprobleme herzufallen. Sie wollte das Fach womöglich von der irrigen Vorstellung befreien, dabei gehe es vorrangig um Meinung statt um Methoden des Verstehens und Beurteilens.

Antwort
von OlliBjoern, 12

Ich denke, man muss unterscheiden zwischen "in der Politik" und "im Politikunterricht". Natürlich solltest du privat (bei Wahlen) und auch gerne öffentlich eine politische Meinung haben.

Was deine Lehrerin meint, war vermutlich (ich kenne sie ja nicht) lediglich auf den Unterricht und z.B. eine Klausur bezogen. Wenn in der Klausur nach den Definitionen von "Demokratie" und "Monarchie" gefragt ist, ist ja keine Meinung gefragt, sondern, wie diese Definitionen lauten (ebenso wie man eine Definition in der Physik abfragen kann).

Könnte das so in etwa hinkommen?!

Antwort
von pritsche05, 7

Die letzten ca. 20 Jahre haben gezeigt das Wendehälse ruhiger und sicherer Leben als solche die sich wirklich Gedanken machen, besonders wenn es um das Volk geht.

Antwort
von Lenn14, 44

Glaub nicht alles, was dir deine Lehrer erzählen. Das ist der erste Schritt zur eigenen Meinung: Nicht alles glauben!

Kommentar von voayager ,

du kennst sie doch garnicht, weisst nicht welche Ziele und Vorstellungen sie hegt

Antwort
von NickelPump, 10

Pappnase du sollst nach Sach-und Werturteil argumentieren, da hat: Meiner Meinung nach minimi ich glaube minimi nichts zu suchen

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