Gibt es so etwas wie eine Standard-Reihe an der man sich orientieren kann?

Der Grundstein wird in der Schule und dem Elternhaus gelegt. Und danach hilft nur lesen, lesen, lesen.
Mit der SZ-Bibliothek ist man gut beraten. Gibt es auf http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/catalog/editionen/SZ-Bibliothek.js...

lesen ,lesen,lesen
OSQuest am 24. November 2008 18:02 oder schlau rumlabern, wie hier

Wenn du keine Ahnung hast und nicht weißt, wo du anfangen sollst,
spezialisier dich auf ein Gebiet.
Dann kannst du immer sagen, das deine Interessen dort liegen und du für andere Gebiete keine Zeit hast.
borhap am 24. November 2008 18:05 Das ist wirklich pfiffig!

Kommt auf die Altersklasse an, aber an dem Struwwelpeter, "Max und Moriz" und Schillers Glocke kommt man nicht vorbei.
"Die Abenteuer des Tom Sawyer" von Mark Twain habe ich als Jugendlicher auch gelesen.
Absoluter Klassiker wäre in meinen Augen Jack London mit den Werken Wolfsblut, Ruf der Wildnis und natürlich "Südseegeschichten".
Karl May würde mir heutzutage wegen der Überladung mit Klischees im Halse steckenbleiben, habe ich aber als Kind gerne gelesen.
Für Erwachsene hätte ich noch Kurt Tucholsky "Der bewachte Kriegsschauplatz" anzubieten - aus diesem Werk entstammt das berühmte Zitat: "Soldaten sind Mörder" aber nur wenn man das ganze Manuskript gelesen hat, versteht man was Kurt Tucholsky damit sagen wollte.
Zwei wichtige Bücher wären noch von Günter Wallraf zu nennen - er war übrigens an den Texten der Musikgruppe "Bots" (Sieben Tage lang) beteiligt. Das eine Buch wäre "Der Aufmacher" und das andere "Ganz Unten"
Sozialkritische Science-Fiction: "1984" von George Orwell "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury "Die Zeimaschine" von H.G. Wells "Die Mars-Chroniken" von Ray Bradbüry "Der Affenplanet" von Piere Boulle
Aber ich hätte noch mehr zu bieten: Esotherik: "Das Glasperlenspiel", "Siddharta" und "Piktors Verwandlung" von Hermann Hesse "Johanes" vom lucy Körner Verlag
Romantik: "Hallo Gott, hier spricht Anna" von Fynn
Soziologisch: "Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry (Dieses Buch wird im Französisch-Unterricht an Gymnasien gerne im Original gelesen)
Wer eimen okkulten Krimi mit Überraschungseffekt mag dem könnte ich das "Druidentor" von Wolfgang Hohlbein oder "Das Jesus Video" von Eschbach empfehlen.
Das "Neue Testament" habe ich auch komplett durch...
Es kommt daran an, welche Anspruche sie haben und was sie wissen wollen. Sie können den "Affenplaneten" lesen oder "Herr der Ringe". Wenn Sie sich aber ein fundiertes sehr anspruchsvolles Wissen aneingnen müssen, dann müssen Sie die kanonischen Autoren des Abendlandes lesen. Da müssen sie halt die Tragödien des Äschylus, Sophokles und Euripides, die "Metamorphosen" des Ovid, die "Dialoge" des Platons, die "Illias" und Odysse" des Homers und schliesslich die "Äneas" des Virgil. Das für die Grundlage der klassischen Literatur auf der sich dann die gesamte Kultur der Abendlandes stützt. Idealer weise wäre danach die Bibel, dann die "Bekennungen" des heiligen Augustin und schliesslich als krönenden Abschluss der mittelalterlichen Literatur die "Göttliche Komödie". Danach 10 Dramen von Shakespeare (oder am besten den ganzen Shakespeare), 10 Dramen von Calderón de la Barca (bei Wikipedia & Co. werden Sie schon sehen welche Dramen sie von beiden lesen sollten). Calderón ist in Deutschland ziemlich vergessen. Dass ist auch eine Folge des amerikanisierungs-Prozesses, den wir in diesem Land seit der Ami-Eroberung 1945 erleben. Wenn möglich suchen sie die Übersetzungen von A.W. Schlegel, die von J.D. Gries und die von J.v. Eichendorff. Diese Übersetzungen bekommen Sie nur noch im Antiquariat. Aber es lohnt sich. Nach Shakespeare und Calderón müssen sie den "Don Quijote" von Cervantes lesen. Das ist die Basis auf der sich die gesamte spätere Literatur aufbaut. Wenn sie diese Autoren gelesen haben, werden sie das wissen haben um alle anderen spätere Autoren zu verstehen. Schliesslich möchte ich ihnen auch noch das Werk von Jorge Luis Borges empfehlen. Die anspruchsvollsten zeitgenössische Denker, Philosophen, Dichter, Literaten und Kritiker erkennen im Werk Borges den Abschluss der Moderne. Viele sind der Meinung, dass seit Shakespeare, Calderón und Cervantes, Borges der einzige grosse Schriftsteller ist, der es geschafft hat eine Synthese der gesamten Philosophie des Abendlandes und der Probleme der Moderne zu schaffen. Ich hoffe, diese Antwort hat Ihnen geholfen. N.
Nachdem meine Vorredner schon inhaltliche Antworten gaben, möchte ich dann noch folgendes anmerken: Um Literatur an sich zu verstehen, ist u.a. die "Enzyklopädie der Literaturwissenschaft" von Klaus Weimar sehr empfehlenswert und auch preiswert:-).
Viel Spaß

Die Dozenten für Germanistische Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben etwa 2004 eine Liste der für jeden Studenten relevanten Werke zusammengestellt. Diese Liste könnte ebenfalls als Leitfaden hilfreich sein: https://www.uni-jena.de/img/unijena/faculties/phil/germlit/lektuereliste.doc
Du musst rausfinden, was Du gerne liest. Als erstes - liest Du lieber:
a) Prosa (Romane, Erzählungen, Epen) b) Lyrik (Gedichte, Balladen) c) Dramen (Tragödien, Komödien)
Dann finde raus, welche Epoche Dich am meisten interessiert. Bei den meisten Gelegenheitslesern die ich kenne ist das die Moderne (frühes 20. Jahrhundert) oder die zeitgenössische Literatur.
Wenn Du das näher eingegrenzt hast, dann kannst Du Bescheid sagen und ich kann Dir eine bessere Empfehlung geben.