Frage von b00mx, 54

Kein Schlaf dank Vollmond?

Hey Leute ich kann nun seit Stunden (seit ca. 12:00)nicht schlafen und habe wieder bemekt, dass es Vollmond ist. Ich rege mich extrem auf, weil ich sehr wahrscheinlich wieder bis 12:00 schlafen werde. So habe ich nichts ja mehr vom Tag.. Was würdet Ihr mir empfehlen? evtl. einfach wieder aufstehen bis ich müde bin oder doch einfach im Bett welzen bis ich einschlafe? Habt Ihr Erfahrungen? Wie handelt Ihr diese Situation?

Antwort
von uteausmuenchen, 13

Hallo b00mx,

schauen wir uns das mal genau an... Es ist gerade 10:30, an der Frage steht "vor 8 Stnden", macht 2:30 und Du schreibst, Du bist erst um 12:00 ins Bett. Gut, 2 Stunden wach liegen ist unangenehm, aber nicht so ungewöhnlich. Wenn Du deswegen bis 12:00 Schlaf nachholen musst, stellt sich aber schon die Frage, warum Du nicht früher ins Bett bist... ;-)

Wie lange man wach liegt, hängt außerdem damit zusammen, was man vor dem Zubettgehen gemacht hat. Ein spannender Film oder Actionspiele am Bildschirm mit viel blauem Lichtanteil halten uns munter.

Schlaf hat etwas mit dem Melatoninspiegel im Blut zu tun. Ist der hoch, sond wir müde. Bewegung und Licht senken den Melatoninspiegel. Vor allem helles und blaues Licht. Am Bildschirm zu sitzen bis kurz vor der Schlafenszeit kann deshalb zu längeren Einschlafphasen führen: Erst wenn das grelle Licht weg ist, baut sich das Melatonin langsam im Blut auf.

Action dagegen sorgt für Adrenalin im Blut. Auch das hält uns munter; erst wenn der Adrenalinspiegel im Blut sinkt, können wir entspannen und einschlafen. Sich zu ärgern hat einen ähnlichen Effekt. Wer allzu ungeduldig darauf wartet, einzuschlafen, der verkrampft anstatt zu entspannen - und wird eher unwahrscheinlich Ruhe finden.

Auch zu spätes Essen oder koffeinhaltige Getränke halten uns wach. Eine Cola oder ein zu spät getrunkener Energy-Drink kann uns locker 2 Stunden wach halten.

Ich habe eine Freundin, die sagt jedesmal, wenn sie schlechte Laune hat: "Ich bin so gereizt heute - heute muss Vollmond sein!!"

Ich habe das über Monate hinweg spaßeshalber jedesmal nachgeschlagen: Sie sagt genau dasselbe bei JEDER Mondphase. Weil die es aber jedesmal sagt, verknüpft sie selbst in ihrer Wahrnehmung den Begriff "Vollmond" mit ihrer schlechten Laune. Das wirkt selbstverstärkend, weil jedesmal die Erinnerung verstärkt wird, dass schlechte Laune und Vollmond zusammengehören bei ihr.

Mit dem Schlaf ist das ähnlich. Rund jeder Dritte sagt von sich, dass er/sie bei Vollmond nicht gut schäft. Und damit ist eben nicht gemeint "weil der Mond genau in mein Fenster scheint und mich dann am meisten blendet." Das kann natürlich sein: Wer sein Fenster zum offenen Feld hat, der tut vielleicht gut daran, die Vorhänge etwas vorzuziehen, wenn Vollmond ist. Innerhalb geschlossener Ortschaften oder gar in Städten sind die durch den Vollmond hervorgerufenen Helligkeitsunterschiede vernachlässigbar.

Ich habe ein Bild von einer optischen Täuschung angehängt. Was siehst Du darauf? Viele Menschen sagen: Ein weißes Dreieck! Du auch? .... Schau genau hin. Tatsächlich sind nur 3 schwarze Ecken und 3 schwarze Kreissegmente eingezeichnet. Das Dreieck ergänzt Dein Gehirn.

Das macht unser Gehirn nämlich so, wenn es vermeint, ein Muster zu erkennen. Muster erkennen können, das war in der Evolution lebenswichtig. Wer als erster aus ein paar Streifen den Tiger erkennen konnte, der lief als erster weg. Von dem stammen wir ab. Deshalb hat er uns diese Fähigkeit "Mustererkennung" vererbt.

In komplexen Situationen versucht unser Gehirn aber manchmal Muster zu erkennen, wo keine sind. Wenn wir nicht schlafen können, sucht das Gehirn nach einem Erklärungsmuster für den ab und zu fehlenden Schlaf. In manchen Nächten fällt uns dann der Vollmond auf.

Der Vollmond ist ein suuuper Sündenbock: Er ist unpersönlich - nicht wir haben uns falsch verhalten oder haben Sorgen, nein, der Mond ist schuld. Und er gibt uns gleichzeitig das Versprechen, dass sich das Schlafproblem kurzfristig wieder von selbst erledigt. Der Schlafforscher Jürgen Zulley formuliert das als "man kann beruhigter schlecht schlafen".

Tatsächlich notieren wir uns nicht als Gegenbeispiel für unsere Vermutung, wenn wir einmal bei einer anderen Mondphase schlecht schlafen - in diesen Fällen denken wir einfach GAR nicht an den Mond - oder lassen uns ala "war bestimmt Vollmond" im Nachhinein bestätigen, was vielleicht gar nicht zutraf. Genauso wenig notieren wir uns, wenn wir in einer Voillmondnacht bestens schlafen.

Alle diese Gegenbeispiele notieren und erinnern wir nicht. Wir merken uns immer nur die Fälle, in denen uns der Mond einmal auffällt, wenn wir schlecht schlafen. Psyschologen nennen diesen Auswahleffekt "selektive Wahrnehmung": Sie bestätigt immer(!) unsere Erwartungen, weil wir nur dann gucken, wenn unsere Erwartung eben zutrifft.

Was aber kommt heraus, wenn man immer schaut? Genau das machen Forscher in Schlafstudien. Dort werden Daten aus allen Mondphasen zusammengelegt und verglichen. Und prompt verschwinden die Effekte, die der Volksmund dem Vollmond andichtet:


Die österreichischen Schlafforscher Klösch und Zeitlhofer haben sich 2003 gefragt: Hat die Mondphase Einfluss auf die Schlafqualität. Untersucht wurden in ihrer Studie Schlaftagebuchaufzeichnungen aus insgesamt 5152  Nächten. Die Teilnehmer durften ihren Schlaf nach vorgegebenen Kriterien bewerten - doch bei keinem dieser Kriterien konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den Vollmondnächten, den Neumondnächten, den Nächten während des

zunehmenden/abnehmenden Mondes und den als "neutral" eingestuften Nächten gefunden werden. Dies gilt gleichermaßen für Gesunde, Patienten, Männer und Frauen. Zwischen 25 und 30% stuften Vollmondnächte
in Bezug auf die Schlaf- und Aufwachqualität als die besten bis sehr
gute Nächte ein, etwa 45% gaben diesen Nächten durchschnittliche Werte.Das deckt sich mit den Ergebnissen noch größerer Untersuchungen am Max Planck Institut. (https://www.mpg.de/8271794/schlaf\_vollmond)

Der Vollmond beeinflusst den Schlaf nicht. Das sind wir vielmehr selbst mit unseren schwankenden Gewohnheiten, unseren Sorgen und Erwartungen. Wie bei optischen Täuschungen entsteht aber über unbewusst ablaufende Mustererkennung leicht der Eindruck einer Häufung bei Vollmond. Und wer sich selbst vor dem Zubettgehen sagt "heute werde ich bestimmt schlecht schlafen, weil Vollmond ist", der wird sehr wahrscheinlich recht behalten, weil die Erwartung schlechten Schlafes selbstverstärkend ist.

Daher am besten:

  • entspannen
  • sich keine Sorgen machen: Der Körper steckt einmal 2 Stunden weniger Schlaf locker weg
  • nicht ärgern
  • lieber im Bett ein entspannendes Buch lesen als aufstehen
  • kein grelles Licht anmachen

Grüße


Antwort
von kami1a, 5

Hallo! 

Wie handelt Ihr diese Situation?

! Raum abdunkeln und gut ist, Der Mond hat nicht die Bedeutung wie viele glauben. Jupiter z. B. hat 63 Monde. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems. Unser Mond ist lediglich der fünftgrößte Mond im Sonnensystem und seine Auswirkung auf die Erde und speziell den Menschen wird oft erheblich überschätzt.

Oft wird da die Gravitation ( Anziehungskraft ) ins Spiel gebracht. Aber ein dicker Mensch der direkt neben Dir steht übt - zumindest physikalisch - eine größere Anziehungskraft auf Dich aus.

Der Mond ist für den Schlaf ebenso wichtig - oder unwichtig - wie eine Glühbirne an Deiner Decke und die muss man auch ausschaalten.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von ChrisTApe, 15

Ich habe das auch das ich bei Vollmond nicht schlafen kann. Bzw schlafwandle ich bei Vollmond was auch nicht unbeding angenehmer ist. Ich beuge das vor mit einer Menge Energydrinks damit ich die Nacht durchmachen kann. Das wird dann bei mir meist ein Filmemarathon. Ich hab es mir schnell abgewöhnt zu versuchen zu schlafen denn es geht einfach nicht. 

Ich wünsche dir trzd. viel Erfolg bei deinen Plänen.

Grüße ChrisTApe.

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