Frage von Ashatny, 54

Kein Arbeitsvertrag ist das richtig?

Hallo zusammen, Ich habe seit einem Monat neue Arbeit doch einen Arbeitsvertrag bekomme ich nicht. Ist das alles so rechtens oder kann ich jetzt einfach gehen? Mein Chef hält sich an keine Absprache und holt mich aus dem freien Tagen raus. Die Betreuung meines Sohnes ist nicht mehr gesichert.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 38

Auch wenn Du keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hast, Du arbeitest schon im Betrieb und dadurch ist ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ohne Probezeitvereinbarung entstanden.

Wenn Du kündigen willst, musst Du Dich an die Kündigungsfrist nach § 622 Abs. 1 BGB halten und die beträgt vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats.

Einfach gehen, kannst Du nicht. Du bist aber auch nicht verpflichtet in Deiner Freizeit Anrufe des AG entgegen zunehmen. Wenn im Arbeits-, Dienst-/Schichtplan Dein freier Tag eingetragen ist, dann kannst Du diesen auch nehmen. Ist bekannt wann der AN zu arbeiten und wann er frei hat, kann der AG das nicht einseitig ändern.

Außerdem muss der AG Arbeitseinsätze mindestens vier Tage im Voraus bekannt geben. Der Ankündigungstag und der Tag an dem Du arbeiten musst, zählen nicht zu dieser Vier-Tage-Frist. Geregelt ist das im § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz und findet nach gängiger Rechtsprechung nicht nur bei der "Arbeit auf Abruf" sondern auch bei Schicht-/Einsatzplänen Anwendung.

Kommentar von Ashatny ,

Unsre Arbeitszeiten werden über WhatsApp besprochen was sehr unseriös ist. Das wusste ich alles bis vor zwei Wochen noch nicht. Es gibt ja nix schriftliches nur ein Personalbogen. Egal was man von Chef will nur über WhatsApp.

Kommentar von Hexle2 ,

Egal wie Du Deinen Einsatz bekommst, Dein Chef darf Dich nicht von einem auf den anderen Tag einteilen und wenn die Einteilung gemacht ist und Du frei hast, brauchst Du nicht kurzfristig "einzuspringen".

Wenn Du das dem AG nicht sagen willst, ist halt mal der Akku leer und Du konntest die Nachricht nicht lesen ;-)

Du kannst Deinem Chef aber auch sagen, dass Du Deine Schicht in angemessener Zeit im Voraus kennen musst um Deine privaten Termine zu planen und nicht bereit bist kurzfristig immer alles über den Haufen zu werfen und an Deinem freien Tag nicht zur Arbeit kommen kannst/willst.

Wenn Du dort sowieso aufhören willst, würde ich Dir empfehlen auf Dein Recht zu bestehen. Da wirst Du wahrscheinlich gar nicht selbst kündigen müssen, das wird Dein Chef dann schon übernehmen.

Kommentar von elektromeister ,

Der WhatsApp - Verlauf sollte von Dir exportiert werden, Damit hast Du einen Einsatzplan.

Das dann ausdrucken und sich als Arbeitszeitbestätigung vom direkten Vorgesetzten abzeichnen lassen. (Beweiserzeugung)

Wenn kurzfristige Änderungen kommen, sollten Diese Begründet werden. (Man kann ja mal ne Ausnahme machen, wenn es in der Firma Klemmt und alles Drunter und Drüber geht) Aber das sollte die Ausnahme sein.

Zuletzt die Einstellungen bei WhatsApp ändern. Dann kann der Chef nicht mehr sehen, ob Du online bist oder das Geschriebenen auch gelesen hast.

So hast Du eine Möglichkeit zu behaupten: oh, das habe ich erst heute mittag gelesen.

Der Chef kann nicht einfach darauf Vertrauen, dass alle MA sich grundsätzlich ständig in Arbeitsbereitschaft befinden. Dass ist nach geltendem Recht unzulässig. Arbeitsbereitschaft ist mit dem Mindestlohn zu vergüten. Gibt es ein neues Urteil drüber und Rufbereitschaft ist auch zu vergüten. z.B. Je angefangene 12 Stunden eine Arbeitsstunde.

Kommentar von Ashatny ,

so schnell kündigen nicht weil die jeden brauchen

Kommentar von Hexle2 ,

Dann kannst Du doch auf Dein Recht bestehen und Deinen freien Tag behalten ohne einzuspringen. Kündigt Dein AG doch, hast Du auch was Du möchtest.

Du solltest Dich nach einem anderen Job umsehen und dann fristgerecht kündigen. In der Zwischenzeit bestehe auf Deine Rechte.

Antwort
von Maximilian112, 42

Auch ein mündlicher Vertrag ist ein Arbeitsvertrag. Das BGB und andere Gesetze regeln die notwendigsten Dinge.

Geregelt ist zB auch Deine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. bzw zum Ende des Monats.

Für das AA ist es egal ob schr. oder mündlicher Vertrag.

Allerdings solltest Du auch darauf achten das der Chef sich an die Absprachen hält. Wenn dem das dann nicht gefällt wird er von sich aus eine Kündigung aussprechen.

Antwort
von lifefree, 18

Das ist auf keinen Fall richtig.Du solltest in Zukunft keine Arbeit mehr beginnen ohne einen schriftlichen Arbeitsvertrag in Händen zu halten.Habt ihr keine Personalabteilung? Wenn ja, erkundige Dich dort.Auch solltest Du vorsichtshalber mal bei Deiner Krankenkasse sowie bei der Rentenversicherung anrufen, ob Du dort von Deiner Firma gemeldet wurdest, da diese für Dich dort Beiträge einzuzahlen hat.Die Frage der Krankenkassenzugehörigkeit ist wichtig, falls Du krank werden solltest.Solltest Du in Deiner Firma weiterhin  keinen Arbeitsvertrag erhalten, erkundige Dich  bei der Gewerkschaft z.B. Verdi, was zu tun ist.Auch beim Arbeitsgericht könntest DU vorbeigehen und Dir dort Rat einholen.




Kommentar von Ashatny ,

ich arbeite in einem Kiosk und das auch zum ersten Mal. war vorher immer nur Gastronomie und weiß garnicht wo ich mich hin wenden müsste.

Kommentar von elektromeister ,

liebe(r) lifefree
 von wem hast du denn dieses "halbwissen"

Ein Arbeitsvertrag ist einfach zu begründen und benötigt nicht die Schriftform.
Ich hatte einmal den Fall: Der NEUE kan und fragte: "Arbeit?" Der AG sagte: Da, Schubkarre, Sand nach oben auf die 2, Etage fahren."

Fertig!!!

Der Neue ist übrigens noch heute bei der Firma und hat immer noch nix schriftliches. Und das ist schon 30 Jahre her. Das Einzige was er bekommt sind die Lohn und Sozialversicherungsbescheinigungen.

Kommentar von lifefree ,

In einem schriftlichen Arbeitsvertrag werden viele Einzelheiten festgelegt wie , Arbeitsbeginn,Überstundenvergütung, Arbeitszeit, ob Vertrag befristet oder unbefristet, Gehalt bzw. Stundenlohn. Bei Streitigkeiten - die vor Gericht enden können - sieht jemand alt aus, der nur einen mündlichen Arbeitsvertrag hat, denn er hat ja nichts in der Hand.

Antwort
von Griesuh, 54

Ein Anstellung ohne Arbeitsvertrag und ohne eine Stellenbeschreibung ist ein NO GO.

Bestehe auf deinen Arbeitsvertrag. Bekommst du keinen , gehe von diesem AG weg. denn dort stimmt was nicht.

Jedoch musst du dich an die Kündigungsfrist von 14 Tagen wärend der Probezeit halten.


Kommentar von Ashatny ,

Also arbeite ich ja so zu sagen schwarz? werde ich trotzdem beim ohne sperre beim Amt genommen?

Kommentar von Griesuh ,

Davon ist leider auszugehen. Hast du denn eine Meldebescheinigung bekommen?

Kommentar von Familiengerd ,

Also arbeite ich ja so zu sagen schwarz?

Wohl kaum, wenn Du schon einen Personalbogen ausfüllen musstest - das würde bei einer vom Arbeitgeber geplanten Schwarzarbeit eher nicht geschehen.

Alleine die Tatsache, dass es keinen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt, bedeutet nicht "Schwarzarbeit!"

Schwarzarbeit liegt nur dann vor, wenn der Arbeitgeber keine Sozialabgaben und Steuern abführt; die Form des Arbeitsvertrags (schriftlich, mündlich oder bloß "faktisch") spielt dafür keine Rolle!

Der Arbeitgeber ist aber nach dem Nachweisgesetz NachwG § 2 "Nachweispflicht" Abs. 1 zwingend verpflichtet, innerhalb eines Monats nach Arbeitsbeginn Dir die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich und unterschrieben auszuhändigen!

Kommentar von Griesuh ,

familiengerd: Die Frage nach der Meldebescheinigung ist noch immer offen. Ohne Meldebescheinigung arbeitet er schwarz.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn es sich nicht gerade um das Gaststättengewerbe, Baugewerbe, Fleischverarbeitung usw. handelt, dann hat der Arbeitgeber einige Wochen Zeit für die Anmeldung.

Kommentar von Griesuh ,

Sie arbeitet dort schon seit 4 Wochen !!!!!

Kommentar von Familiengerd ,

Na und??

Die Anmeldefrist beträgt 6 Wochen - abgesehen von bestimmten Wirtschaftsbereichen (u.a. Bau, Reinigen, Gastronomie, Logistik usw.), bei denen die Anmeldung sofort erfolgen muss!

Kommentar von Maximilian112 ,

Ohne Vertrag wird es wohl auch keine Probezeit geben.

Kommentar von Familiengerd ,

Ein Probezeit kann auch mündlich vereinbart werden (mit dem Problem der Beweisbarkeit); die Vereinbarung muss nur dann schriftlich sein, wenn die Probezeit als befristetes Arbeitsverhältnis "vorgeschaltet" werden soll.

Kommentar von Ashatny ,

Ich habe nur einen personalbogen ausgefüllt. denn ich mir kopiert habe wo aber nix weiter über die Arbeit drauf steht.

Kommentar von lenzing42 ,

Ohne Arbeitsvertrag kann man auch keine Probezeit vereinbaren.

Kommentar von Familiengerd ,

Ein Probezeit kann auch mündlich vereinbart werden; die Vereinbarung muss nur dann schriftlich sein, wenn die Probezeit als befristetes Arbeitsverhältnis "vorgeschaltet" werden soll.

Kommentar von Ashatny ,

ich arbeite in einem Kiosk,ich werde mich morgen erkundigen ob ich überall richtig angemeldet bin.

Antwort
von brummitga, 49

wenn kein Vertrag - nicht mehr arbeiten. Da hängen ja auch rechtliche Fragen dran

Kommentar von Familiengerd ,

wenn kein Vertrag - nicht mehr arbeiten.

Das ist schlicht Unsinn.

Kommentar von Griesuh ,

Nix unsin. denn ohne Vertragt ist der AN in der Pflicht im Falle des falles zu beweisen was der AG angeblich mündlich gesagt haben soll.

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich ist die Aussage "wenn kein Vertrag - nicht mehr arbeiten" Unsinn, denn es gibt einen Vertrag: mündlich mit mindestens den gesetzlichen Standards, weil es ansonsten - wie Du selbst richtig feststellst - Beweisprobleme gibt.

Kommentar von Ashatny ,

es wurde nix mündlich abgesprochen außer Stundenlohn.

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