Frage von Ahornbaum27, 48

Kehlkopfkrebs, wie gehe ich damit um. Hat jemand gleiche Erfahrungen machen müssen?

Hallo in die Runde,

seit vergangenem Montag ist irgendwie nichts mehr so wie es war. Mein Vater bekam die Diagnose Kehlkopfkrebs....vor einem Jahr gab es eine ähnliche Diagnose, da konnte aber nach einer Abschabung und lasern alles bösartige Gewebe entfernt werden. Nun beim Nachsorge Termin kam die Diagnose...Der Kehlkopf wird am kommenden Mittwoch gänzlich entfernt, was den Stimmverlust zur Folge hat. Er ist nun auch schon quasi ohne Stimme, da er einen Luftröhrenschnitt hat. Er wird ein Sprechventil eingesetzt bekommen und wird das Sprechen in der Reha auch wieder lernen, aber ich werde gedanklich einfach verrückt.

Ich habe mich zwar gut informiert, mit der Angehörigenbetreuung im KH gesprochen, aber ich denke von morgens bis abends nur an diese schreckliche Krankheit. Ich habe Angst meinen Vater zu verlieren, aber auch Angst mich in diesem ganzen Gedankenwirrwarr selbst zu verlieren.

Mir wird kotzübel, wenn ich an die OP denke. Wir haben ihn die letzten Tage viel besucht. Er ist gut drauf, haben viel gelacht und reden offen über die Zukunft. Aber die Angst bleibt trotzdem. Daher versuche ich gerade, soviel wie möglich über das Thema zu lesen und ihn nicht zu sehr mit Fragen zu löchern. Ich will einfach so genau wie möglich wissen, was da auf mich/uns zukommt.

Was da der richtige Weg ist, weiß wahrscheinlich niemand...Es ist nur so verdammt unfair, aber das ist so eine Krankheit immer. Letztes Jahr verlor ich meine Tante an Krebs mit 52 Jahren. Mein Vater wurde gestern 62.

Ich weiß auch gerade gar nicht, ob ich wirklich eine Frage habe oder ob ich mir das gerade einfach nur von der Seele schreiben muss und mir gerade die Anonymität das Internets zu Nutze mache.

Zu Hause rede ich viel mit meinem Mann über das Thema, der mir eine große Stütze ist. Gleichzeitig müssen wir uns aber um unseren Hausbau kümmern, was es nicht einfacher macht.

Sicher meinen einige jetzt ich jammere rum und ich solle mich evtl auch "nicht so anstellen" aber mir wird das gerade alles einfach zuviel...

Antwort vom Arzt online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Gesundheitsfrage. Kompetent, von geprüften Ärzten.

Experten fragen

Antwort
von gschyd, 28

Eine Krebsdiagnose - egal ob die eigene oder von nahen Angehörigen - ist immer extrem und es entwicklen sich unterschiedlichste Gefühle (Verlust-Angst, Verzweiflung auch Wut, Traurigkeit...). Ich kann das sehr gut nachvollziehen.

Was ich super positiv finde und Dir sicherlich immer wieder helfen wird, ist das Ihr darüber sprecht! Das ist das Allerwichtigste. Es muss nicht immer und jeden Tag sein, aber einfach die Gewissheit, dass Menschen in Deiner resp. auch in der Nähe Deines Vaters hilft.

Es ist auch gut, dass Du Dich informierst - mach dies aber mögichst objektiv, über die Ärzte & seriöse, fachlich fundierte Internetseiten
(Jedoch nicht über Foren (dort stehen viel zu viele Schauergeschichten, denn über das Positive wird viel weniger geschrieben!!) und schenkt auch unseriösen Wunderversprechungen keine Beachtung).

Und was ganz wichtig ist - Krebs ist nicht gleich Krebs!! - was also über andere Krebsarten geschrieben wird kann auch auf Kehlkopfkrebs zutreffen, muss aber nicht. Kehlkopfkrebs hat ja eine gute Überlebensrate - versuch Dich auf das Jetzt zu konzentrieren - zuerst die OP, dann die weitere Behandlung - Schritt für Schritt - Tag für Tag.

Heute ist medizinisch vieles möglich (OP, Chemo, Bestrahlung) und die Auswirkungen können vielfach (sehr) gemindert werden. Zudem kann man seinen Körper auf verschiedenste Weise unterstützen - neben Ernährung, Bewegung / Schonung auch Mikronährstoffen, Phytopharmacie, Homoöpahtie, Antrophosphie (Mistel) etc (=Komplementärmedizin).

Und formuliere immer positiv - also nicht "ich habe Angst, dass mein Vater stirbt", sondern "ich werde alles tun um meinen Vater beim Heilungsprozess zu unterstützen" oder "Der Hausbau verursacht zusätzlichen Stress" sondern "Der Hausbau lenkt mich ab" :-))

Suche nicht nach Gründen, Ursachen - die gibt es nicht.

Und wenn Dir alles zuviel wird und Du eigentlich auch gar keine Zeit hast - nimm Dir eine Std, nimm ein ausgedehntes Schaumbad, lass Dich bei der Kosmetikerin verwöhnen, mach Sport / geh spazieren, geh nach dem Einkaufen ins Cafe, triff Dich mit einer Freundin ohne über Krankheit / Hausbau zu sprechen ... denn auch in kleinen Auszeiten kannst Du Energie tanken und das ist sehr wichtig.

Liebe Ahornbaum, Du kannst mich gerne auch per PN anschreiben.

Nun wünsche ich Deinem Vater, Dir und Euch allen viel Kraft & Energie.

Kommentar von Ahornbaum27 ,

Danke, dass tut gut zu hören. Nein, auf unseriösen Seiten etc. informiere ich mich bestimmt nicht. Ich bin auf den Verein Kehlkopfoperierter Und Kehlkopfloser gestoßen und diese hatten mich auch an die Zuständige Fachkraft im Krankenhaus weitergeleitet, was mir schon sehr geholfen hat.

Dein Angebot dir per PN zu schreiben, ist sehr lieb und ich werde bestimmt darauf zurück kommen :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten