Frage von CarosPferd, 69

Kaufe einen neuen Sattel, Erfahrungen mit Springsätteln?

Ich werde für mein Pferd einen neuen Sattel kaufen. Bisher hatte ich einen passier Sattel und war sehr zufrieden damit. Genügend pauschen, hatte genug Halt und alles gut, dieser Sattel passt aber nun nicht gut genug auf mein Pferd, einen 1,70 großen, kompakten aber recht kräftigen/kalibrigen Hannoveranerhengst.

Ich bräuchte einen Springsattel, mir wichtig (außer dass er halt super passt) ist dass er pauschen hat (vorne wie hinten) Mittwoch kommt nun der Sattler mit einer Auswahl wieder. Ich wollte nun einfach mal fragen was ihr so für Erfahrungen gemacht habt, da ich bisher immer mit den Sätteln die da waren geritten bin und es das erste mal ist, dass gar keiner von unseren Sätteln passt.

Mit welcher marke habt ihr gute Erfahrungen? In welchen sitzt ihr beim Springen besonders sicher? Sonstige Tipps/Vorschläge/Erfahrungen?

Freue mich über alle Berichte :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 50

Was einfach enorm wichtig ist, ist, dass er beiden passt. Also nicht nur dem Pferd, auf das achten heutzutage glücklicherweise die Leute, sondern auch dem Reiter. Denn der Sattel kann alle Sitzfehler verursachen und auch alle eliminieren - es sei denn, diese sind durch körperliche Unzulänglichkeiten des Reiters verusacht. Das findet man durch eingehendes Probereiten heraus.

Dann achte ich noch pingelig drauf, dass er mit loser Kissenfüllung gepolstert ist und sich der Baum gut anpassen lässt, denn wir wissen ja alle, wieviel sich Pferde verändern können, schon von Saison zu Saison. Und wenn dann der Baum beim dritten Mal die Segel streicht, wie es bei vielen ist oder gar nie zu ändern geht oder der Sattler die Statik des Kissens zerstören muss, indem er es groß genug aufmacht, um ein Schaumstoffkissen, das nicht mehr passt, raus zu holen, wäre es schade um die Investition.

Mit all diesen Kriterien bin ich für beide Pferde bei einem Passier Eventing gelandet, der im Vielseitigkeits-Gelände geritten wird und der mir einfach sooo gut passt. Das breitere Warmblut hat den in meinem Fall einfach in 2 Kammerweiten größer als das schmalere, denn das ist ja die Angabe vor Kauf und man kauft am besten Baum und Kopfeisen in einer dem Pferd aktuell passenden Größe, zumindest wenn es aktuell ganz passabel bemuskelt ist, sodass sich das Pferd in beide Richtungen verändern kann und der Sattel noch genug Luft Richtung enger und Richtung weiter hat, dass der Sattler handeln kann. Die Sattler wissen das gut einzuschätzen und raten normalerweise auch dazu.

Dann sollte man auch mit dem Sattler eingehend beraten, ob es nun wirklich sinnvoll ist, direkt das Exemplar, das man probegeritten hat, anzupassen. Es hätte den Vorteil, dass man 1:1 weiß, was man geritten hat. Hochwertige Sättel sind Teil-Handarbeit und können sich geringfügig anders anfühlen, wenn man dann seinen bekommt. Und man bekommt ihn sehr schnell, weil er nur im Fall, dass der Baum nochmal angepasst werden muss, in die Werkstatt muss. Kissten polstern geht vor Ort. ABER: Man muss ihn halt so nehmen, wie er ist. Viele Hersteller machen ohne oder mit nur geringem Aufpreis doch eine Menge Individualkonfigurationen. Ich selbst warte lieber ein bisschen auf MEINEN als jetzt den zu nehmen, der schon da ist und suche dann genau aus: Welche Farbe möchte ich, wie lang soll die Sattelblatt (bzw. korrekt heißen sie Satteltaschen) -länge sein, dass es optimal für mein Bein passt, möchte ich die Standard-Gurtaufhängung oder rät mir der Sattler zu einer anderen, möchte ich alle Pauschen klettbar, sodass ich munter tauschen kann, wenn mir im Lauf der Jahre eine nicht mehr so gut passt wie beim Probereiten, ... Es gibt so viele Möglichkeiten, den Sattel noch besser auf sich selbst anpassen zu lassen bzw. mehr für's Geld zu bekommen und wenn es nur ist, dass er einem in der Sonderfarbe besser gefällt. Bei den meist > 2.500 Euro, die man dafür ausgibt, darf er einem schon auch gefallen, find ich. Auf die paar Wochen Wartezeit kommt es ja oft nicht an.

Antwort
von TaDe123, 22

Also ich bin ein absoluter Fan von Prestige. Hatte wirklich noch nie ein so gutes Gefühl in einem Sattel und mein Pferd lief dementsprechend muss ich sagen viel besser und sehr entspannt. Wegen des Preises habe ich jedoch einen JC Sattel. Auch sehr bequem aber kein Vergleich zu Prestige.

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 46

Am besten fragst du nicht nach Erfahrungsberichten zu bestimmten Sattelmarken und Modellen, sondern probierst selbst aus. Denn nicht jeder Sattel passt zu jedem Reiter. (Und nicht jeder Sattel gefällt jedem Reiter. Wir sind alle unterschiedlich gebaut, haben unterschiedliche Körperformen und sind sind verschieden groß.)

Bei einem Sattel ist wichtig, dass das Po-Gefühl stimmt. Pferd und Reiter müssen sich mit dem Sattel wohl fühlen.

Die beste Methode einen geeigneten Sattel zu finden, ist tatsächlich ausprobieren (dabei sollte weniger auf die Marke und das Modell geachtet werden, sonder hauptsächlich auf den Sitzkomfort und Passform.)

Der Sattler bringt dir ja verschiedene Modelle mit. Probiere diese ausgibig aus und gucken was dir am meisten zusagt..... ist kein Sattel dabei, dann geht die Suche weiter.

[Ich nutze zum Dressurreiten auch einen Passier- Sattel (Grand Gilbert) und liebe diesen über alles. Zum Springen bin ich von Passier ab, da ich auf den Sätteln die der Sattler mir mitgebracht hat nicht sitzen konnte.... so nutze ich zum Springen nun einen Kentaur - Dieser passte von den Sätteln die ich zur Auswahl hatte von Form und Komfort am besten zu mir und meinen Bedürfnissen.]

Kommentar von CarosPferd ,

Ja klar probiere ich aus und schaue was auch zu mir passt,

Dachte nur jmd hat vielleicht auch Erfahrungen gemacht von wegen Haltbarkeit, Qualität und so.

Und vorallem auch auf was ich alles so achten sollte, da ich ja noch nie einen neuen Sattel gekauft habe (wie zB baroque geschrieben hat im zweiten Absatz fand ich auf jeden Fall unter anderem sehr hilfreich) :)

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