Frage von neachstefrag, 149

Ist für Katzenhaltung eine Genehmigung des Vermieters erforderlich?

Also, meine Mitbewohnerin und ich stehen momentan ziemlich unter Zeitruck, da wir 2 "Katzen in Not" adoptieren möchten. Da wir kurzfristig von den beiden gehört haben, und die 2 schnell ein neues zuhause brauchen, sind wir zwar vorbereitet, aber nicht unbedingt optimal vorbereitet. Wir brauchen vor allem die Einwilligung des Vermieters. Haben diese schon angefragt, auch schon angerufen und die nette Dame von Deutsche Wohnen meinte, dass das kein Problem sein sollte, es aber einige Zeit dauern kann bis die Genehmigung da ist und diese Zeit haben wir leider nicht. Trotzdem wären wir gerne auf der sicheren Seite. Jetzt habe ich gehört, dass der Vermieter die Katzenhaltung nicht verweigern kann, wenn andere Mieter, also unsere Nachbarn, Katzen besitzen und dafür eine Genehmigung haben. Ist das richtig?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Negreira, Community-Experte für Katzen, 148

Ich würde nochmals die nette Dame von der WoBau-Gersellschaft anrufen. Wenn sie nett war, hat sie vielleicht auch eine Katze zu Hause. Erzähl ihr, Ihr würdet auch eine Privathaftpflichtversicherung abschliueßen, falls die Tiere mal einen Schaden machen sollten, das kommt immer gut. Falls Ihr schon eine solche Versicherung habt, umso besser, dann sind die Katzen sowieso mit eingeschlossen, und bitte sie, ob sie Dir die Genehmigung nicht AUSNAHMSWEISE per Fax oder Mail vorab schicken kann. Die Tiere sollen ja aus schlechter Haltung in eine vernünftige kommen, nicht wieder abgegeben werden müssen usw. usw. usw.

Es gibt zwar immer ein paar Sturköpfe, aber wenn man das ganz lieb erklärt und erkennen läßt, das man sich wirklich Gedanken macht, spielen die meisten Sachbearbeiteer mit. einen Versuch ist es wert, schaden kann es nichts. Ich halte Dir die Daumen.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 143

Trotzdem wären wir gerne auf der sicheren Seite.

Die Sicherheit kannst Du hier nicht bekommen. Niemand kennt Deinen Vermieter so genau, dass er Dir hier Sicherheit geben könnte.

Was kann Euch passieren? Ihr nehmt die Katzen zu Euch und wenn sie Euch doch noch verboten werden, gebt ihr sie wieder ab. Nutzt die Zeit bis dahin, einen Platz für sie zu finden für den Fall, dass ihr sie nicht behalten dürft.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 99

Jetzt habe ich gehört, dass der Vermieter die Katzenhaltung nicht verweigern kann, wenn andere Mieter, also unsere Nachbarn, Katzen besitzen und dafür eine Genehmigung haben. Ist das richtig?

Das ist nicht richtig.

Der Vermieter kann in jedem Einzelfall entscheiden ob er die Haltung erlaubt oder nicht.

Für die Verweigerung muß er allerdings einen nachvollziehbaren Grund nennen.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Mietvertrag, Vermieter, 78

Trotzdem wären wir gerne auf der sicheren Seite. Jetzt habe ich gehört, dass der Vermieter die Katzenhaltung nicht verweigern kann, wenn andere Mieter, also unsere Nachbarn, Katzen besitzen und dafür eine Genehmigung haben. Ist das richtig?

Nein, so ist das nicht richtig.

Nur weil die Nachbarn Tiere haben bedeutet das nicht, das man einen Freibrief hat.

Auch wenn nichts im Mietvertrag  zu Tierhaltung steht, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.

Mit entsprechender Begründung kann der Vermieter Hunde- oder Katzenhaltung verbieten.; aber nicht die Kleintierhaltung, die bedarf auch keiner Zustimmung.

Antwort
von Arya87, 81

Das kommt auf den Mietvertrag an. Schau mal rein, was da steht.

Der Vermieter darf die Tierhaltung nicht grundsätzlich untersagen. Wenn er trotzdem ein unrechtmäßiges Komplettverbot in den Mietvertrag schreibt, muss als "Strafe" alle Tiere dulden. AG Köln, Az.: 213 C 369/96 / AG Köln, Az.: 213 C 169/96. Zumindest hat dieses Gericht so entschieden.

Wenn dort steht, dass er um Erlaubnis gefragt werden muss, darf er die Haltung von Haustieren verbieten, auch wenn andere im Haus Tiere haben. Das entscheidet er dann von Fall zu Fall. Natürlich muss er Gründe nennen, aber wenn er wirklich will, findet sich immer ein Grund. Und wer will sich dann schon vor Gericht mit so jemandem anlegen?

Ich finde die Idee gut, die Haftpflichtversicherung anzusprechen. Wenn die Katzen aus einer sehr schlechten Umgebung kommen, würde ich sie auch erst mal nehmen. Die Chance, dass er die Tiere verbietet, wenn andere im haus welche haben, ist ja doch eher gering. Und Katzen sind ja auch i.d.R. kein wirklicher Störfaktor. Und wenn er tatsächlich doch noch Nein sagt, wird jeden Tierheim eure Gründe verstehen und die Katzen gern nehmen.

Alles Gute für euch vier!

Antwort
von DarthMario72, 69

Wir brauchen vor allem die Einwilligung des Vermieters.

Genau - denn Katzen gelten in der Rechtsprechung nicht als Kleintiere. Die Genehmigung bräuchtet ihr nur dann nicht, wenn der Mietvertrag ausdrücklich die Haltung von Katzen erlaubt .

Jetzt habe ich gehört, dass der Vermieter die Katzenhaltung nicht verweigern kann, wenn andere Mieter, also unsere Nachbarn, Katzen besitzen und dafür eine Genehmigung haben. Ist das richtig?

Nein, so ist das nicht richtig. Das ist immer eine Einzelfallentscheidung. Wenn allerdings ein anderer Mieter eine Erlaubnis zur Haltung von Katzen hat, müsste er eine gute und plausible Begründung liefern, euch das zu untersagen.

Antwort
von Ackermann1978, 104

Generell dürfen Haustiere nicht verboten werden (Bundesgerichtshof, Az. VIII ZR 168/12). Allerdings müssen die Belange von Mieter, Vermieter und Nachbarn berücksichtigt werden. Außerdem kommt es auf die Größe des Tiers, sein Verhalten und auf die Wohnungsgröße an.

 

www.immobilien-einblick.de/haustiere

 

Ebenfalls kommt es darauf an, was im Mietvertrag steht (Tierhaltungerlaubt / erfordert Zustimmung / verboten). Selbst bei einem Verbot können Katzen ebenfalls erlaubt sein. Solange von ihnen keine Störung / Gefahr ausgeht (BGH, Urteil vom 14.11.2007, LG Freiburg WuM 1997, S. 175). 2 Katzen sollten also ok sein (18 Katzen in Wohnung rechtfertigen beispielsweise eine Kündigung, Augsburger Amtsgericht).

Gruß

Antwort
von imager761, 62

Jetzt habe ich gehört, dass der Vermieter die Katzenhaltung nicht verweigern kann, wenn andere Mieter, also unsere Nachbarn, Katzen besitzen und dafür eine Genehmigung haben. Ist das richtig?

Nein! Das Mietrecht kennt keinen Gleichbehandlungsgrundsatz oder ein Gewohnheitsrecht :-O

Jede Haltung von Katzen oder Hunden bedarf der ausdrücklichen, idealerweise schrfiftlichen Zustimmung des Vermieters, die er genausogut verweigern kann, wenn dem ernthafte Überlegungen entgegenstehen. 4 Stubentiger, zumal Freigänger, können schon des Guten zuviel sein :-O

Ohne die Zustimmung riskiert ihr sofortiges Abschaffungsverlangen und gar eure fristlose Kündigung - wem wäre damit geholfen?

G imager761

Antwort
von elfriedeboe, 79

Bei mir war das nur Formsache ich hab dort angerufen und die haben mir die Genehmigung zugeschickt, ich hab eine Wohnungskatze da geht das meist ohne Probleme und das hört sich gut an bei dir !

Antwort
von Calim8, 78

Eigentlich können sie euch die Haltung nicht verbieten, wenn Nachbarn von euch auch Katzen haben. Ruft doch bitte nochmal an und fragt, ob ihr nicht vorab eine Genehmigung per E-Mail bekommen könnt. Ich würde die Lage schildern, dass ihr den Katzen ein neues gutes Zuhause geben wollt. Es ist kurz vor Weihnachten. Da geht das vllt. Für unsere Katzen haben wir nur eine telefonische Zusage bekommen. Wir halten seit 1988 Katzen und es hat nie Beschwerden oder Ärger gegeben.

Antwort
von OnkelSchorsch, 115

Ja und nein. Wenn in einem Mietshaus einer Mietpartei bereits das Halten von Hund oder Katze erlaubt wurde, kommt ein Vermieter in Erklärungsnot, wenn er/sie das anderen Mietern untersagen möchte.  Es kann dennoch untersagt werden, wenn beim anderen Mieter eventuell besondere Gründe für die Erlaubnis vorlagen. Aber in der Regel ist es schon so, dass wenn einmal Tierhaltung gestattet oder auch nur geduldet wurde, ein Verbot wenig Chancen hat, vor Gericht zu bestehen.


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