Frage von Ichbinniegeil, 80

Welche Universität bietet ein katholisches bibeltreues Studium?

Guten Tag.

Ich möchte katholische Theologie studieren und Priester, aber das gerne an einer bibeltreuen Universität. 

Kennt ihr da eine?

Ich bedanke mich recht herzlich.

(Mein Name stammt noch aus der Jugendzeit!)

Antwort
von nachdenklich30, 18

"bibeltreu" ist ein unbiblischer Kampfbegriff.

Menschen, die sich "bibeltreu" nennen, haben ein bestimmtes Bild von der Bibel. Was mit diesem Bild nicht übereinstimmt, ist für sie nicht "bibeltreu". Was die Bibel selbst dazu zu sagen hat, interessiert "Bibeltreue" in der Regel nicht. 

Man kann in vielen Dingen der Bibelauslegung unterschiedlicher Meinung sein - und das ist gut so. Man sollte sich aufgrund eigener Bibellektüre, aber auch aufgrund fundiertem Hintergrundwissen über die Zeiten und Lebensumstände eine eigene Meinung bilden.
Den Theologen, bei denen ich (ev.) studiert habe, war es immer sehr wichtig, sehr genau auf die Bibeltexte und ihre Zusammenhänge zu achten, und es war ihnen immer wichtig, auch auf die alten und neuen jüdischen Auslegungen zu achten. So manche traditionelle Auffassung musste revidiert werden. Weil es so nicht in der Bibel stand, und weil sich eine traditionelle (oftmals auch als "bibeltreu" behauptete) Auslegung als falsch erwiesen hat.

Also: Informier Dich über die Studienmöglichkeiten, bilde Dir dann, wenn Du es tust, ein eigenes Urteil - wenn Du weißt, worum es wirklich geht, und lass Dich nicht von den Lügen und Halbwahrheiten derer beeinflussen, die sich die Bibel so hübsch passend machen und auf alle anderen abfällig herab schauen.

Antwort
von Eselspur, 30

Wenn du dir sicher bist, Priester werden zu wollen, empfehle ich dir, dich an ein Priesterseminar zu wenden. Der erste Weg führt üblicherweise in das Priesterseminar deiner Heimatdiözese.

Wenn du überlegst, eventuell in einen Orden einzutreten: Ziemlich alle Ordensgemeinschaften bieten an, dass man nach einem Erstgespräch einfach mitleben kann.

Wenn du zuerst einmal mit dem Theologiestudium beginnen möchtest: Die päpstliche Hochschule Heiligenkreuz hat gerade bei konservativen Studierenden einen ausgezeichneten Ruf. Der Begriff 'bibeltreu' wird im katholischen Kontext üblicherweise nicht verwendet.

http://www.hochschule-heiligenkreuz.at

Antwort
von Raubkatze45, 21

Deine Frage verwundert mich, da du eigentlich als Katholik  mit diesem Berufswunsch wissen müsstest, dass der Begriff "bibeltreu" bei ev. Freikirchen und Evangelikalen zu finden ist und nicht in der kath. Kirche. Diese stützt sich nämlich nicht nur auf die Bibel , sondern sieht die mündliche Überlieferung und Tradition der ersten Christen als ebenso wichtige Quelle.

Ich kann mir keine theologische Ausbildung an einer kath. Uni und auch kein Priesterseminar vorstellen, die davon abweichen. Wenn du eine andere Einstellung dazu hast, musst du ev. Theologie studieren.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Raubkatze45,

zum Begriff "Tradition" lässt sich noch einiges sagen. Da melde ich mich auf anderem Weg.

Antwort
von RobertWeemeyer, 26

Das Wort Bibeltreue ist im katholischen Bereich unüblich. Der katholische Glaube orientiert sich bekanntlich nicht nur an der Bibel, sondern auch an Tradition und Lehramt.

Was stellst du dir den unter einem bibeltreuen Studium der katholischen Theologie bzw. einer bibeltreuen Universität vor?

Kommentar von wildcarts2 ,

Bibeltreue und Christentum schließt sich gegenseitig aus. Die RKK richtet sich nach dem selbst erstellten Katechismus und nicht nach der Bibel.

Antwort
von josef050153, 20

Du musst dich entscheiden, was du willst: katholisch oder bibeltreu. Beides zusammen geht nicht.

Kommentar von kdd1945 ,

knapp und auf den Punkt gebracht

Antwort
von wildcarts2, 21

Das ist unmöglich, denn die Katholische Kirche sowie jede andere christliche Gruppierung ist alles andere als Bibeltreu. Die Bibel ist nicht das Buch der Christen sondern der Juden. Sie wurde ausschließlich für Juden bzw. Judäer verfasst.

Es gibt keine einzige christliche Lehre, die in der Bibel zu finden wäre!

Das Christentum ist eine rein römische Erfindung des 3. Jahrhundert. Es besteht zu größten Teilen aus der alten römischen Religion und wurde lediglich mit der Bibel verknüpft und mit vielen weiteren kulturellen und religiösen Inhalten versehen.

Die Hauptlehre des Christentums, die Trinität, ist absolut unbiblisch. Das selbe trifft auf Himmel/Hölle und die unsterbliche Seele zu.

Mein Rat: Lieber etwas brauchbares studieren, als für das größte Verbrechersyndikat der Welt!

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo wildcarts2,

dein Halbwissen grenzt fast an Verschwörungsmythos

3. Jahrhundert? Du verwechselst das mit Konstantins Kirchenpolitik. Aber der war 4. Jahrhundert.

Undifferenziert ist auch "die Bibel": Das AT gab es vor dem Christentum, Adressaten sind nicht nur Juden, sondern die Israeliten allgemein.

Für das NT ist die Kirche der Verfasser. Kirche und eine Lehre gab es vor dem Text. Adressaten sind hier dann Juden und alle anderen.

Kommentar von wildcarts2 ,

Mein Wissen ist fundiert und basiert auf jahrelangem Studium...

Das Christentum wurde de facto erst 325 v.u.Z. erfunden (also 4. Jhrdt. habe mich da verschrieben), indem erstmals Dogmen festgelegt wurden. Zuvor gab es lediglich mehrere Sekten/Kulte, die die biblischen Schriften ausgelegt und interpretiert haben. Von Religionen bzw. EINER Religion konnte man da noch lange nicht sprechen. Zudem gibt es keine Hinweise in der Geschichte, dass zw. der Entstehung der Evangelien und dem 3. Jhrdt. eine Religion namens Christentum existent gewesen wäre!

Das AT ist NUR an Juden/Judäer gerichtet gewesen. Das VOlk Israel, welches in der BIbel beschrieben wird, hat es niemals in dieser Form gegeben! Israel war ein Stadtstaatenbündnis in Kanaan. Es stand unter ägyptischer Herrschaft und wurde 722 v.u.Z. von Assyrien vollständig vernichtet. Überlebende wurden in das Gebiet Assyriens deportiert und zum größten Teil als Sklaven verkauft. Die Israelien haben nie JHWH angebetet, sondern waren Polytheisten.

Juda war ein kleines unbedeutendes Volk von maximal 10.000 Menschen. Aus den Baalen JHWH und EL wurde im Laufe der Zeit "der alleinige Gott" und erst im 6. Jhrdt. v.u.Z. wurde er zu einem Monotheistischen Gott. Der Großteil des AT entstand ebenfalls in Babylon und beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Geschichten, Mythen und Legenden, die zu dem Volksmythos Israel kreiert wurden. Sinn und Zweck der Geschichte war es, Juda als Verwandten Israels auszugeben, um deren Land zu bekommen.

Das NT wurde ebenfalls von Judäern/Juden verfasst und de facto nicht von der Kirche. Kirchen gab es erst 250 Jahre nach vollendung des letzten NT-Textes.

"EINE Lehre" hat das NT niemals hervorgebracht und beinhaltet bis heute keine "neue" oder gar "Christliche" Lehre. Offensichtlich hast du sie nie gelesen!

Das NT zielte darauf hinaus, die Judäer zu stärken und endlich zu ihrem Ziel, einem Gottesstaat, zu verhelfen. Juda war im 1. Jhrdt. extrem geschwächt worden. Sie lebten in Gebieten, in die sie von den Römern gebracht wurden und die vormals teiwleise den Israeliten gehörten. Das Priestertum und Königshaus war nicht mehr existent und viele kleine Gruppen versuchten die Führung zu übernehmen. Die Sekte der Pharisäer gewann die Oberhand, änderte aber sehr vieles. Die Autoren des NT lehnten sich dagegen auf und wollten ein einfacheres Judentum etablieren. DAS war der Zweck des NT inkl. des vorherschenden Messiasmythos, den sie aufgriffen. Falls du es nicht weisst: Der Begriff Messias wurde auf judäische Könige angewendet. Was diese Leute also wollten, war ein neuer König, der sie aus römischer Gefangenschaft befreien und in eine glänzende Zukunft führen sollte. ...

Die Kirche hat all dies verbogen und die durch griech.Philosophie und anderweitig beeinflussten Ideen zu den Schriften eine neue Lehre etabliert. Sie nahmen ihre bisherigen Glaubenslehren und verkleideten sie mit der Bibel. ALLE christlichen Lehren basieren auf römischen und nicht auf jüdischen Hintergründen!

Antwort
von huldave, 28
Antwort
von reziprok26, 30

Priesterseminar Kath.-Uni Paderborn

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