Frage von Jiroux1995, 50

Kater uriniert ins Bett und will nicht raus?

Mein Kater (6 Monate, vor zwei Wochen kastriert, gechipt und geimpft) uriniert immer noch fast jeden Tag ins Bett. Ich kann mein Bettzeug ja wohl nicht alle zwei Tage waschen. Ich bin verhältnismäßig oft zuhause, da ich studiere und viel Zeit habe. Er uriniert entweder morgens früh, wenn ich noch schlafe oder während ich in der Uni bin. Man darf Katzen für so ein Verhalten nicht bestrafen, das weiß ich, aber ich habe mir jetzt ein Anti-Geruchsspray gekauft, da ich dachte, dass es nach der Kastration langsam aufhören sollte, aber gestern und heute hat er es wieder getan. Mein Bett kann ich auch nicht jeden Tag einsprühen, dann kann ich ja nicht anständig drin schlafen. Ich spiele übrigens auch recht viel mit ihm und schenke ihm viel Aufmerksamkeit. kann es sein dass er verwöhnt ist?

Hab mir jetzt überlegt, ihn während der Uni aus meinem Zimmer zu sperren und ihn auch Nachts nicht drin schlafen zu lassen.

Ich kann ihm sogar Freilauf bieten, aber davor hat er Angst und traut sich nicht ohne Begleitung. Er war noch nie allzu lange alleine draußen, und richtig für ne Stunde aussperren will ich ihn auch nicht. Wie kann ich Ihn daran gewöhnen? Ein mal als er etwa für 10 Minuten vor der Tür war, hat ihn eine fremde Katze angegriffen, aber ich hab das relativ schnell bemerkt und rein geholt. Ich denke daran könnte es auch liegen. Aber er kann auch nicht sein ganzes Leben drin verbringen...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Luzie9, 11

Beim Tierarzt warst du? Hat der Kurze ganz sicher keine Blasenentzündung? Kann z.B. vom Stress kommen. Anzeichen: sehr häufiges Urinieren, immer nur winzige Mengen, z.T. mit Blut vermischt. Bevorzugt außerhalb des Katenklos. Im Katzenklo entweder langes Gescharre - oder gar kein Urin mehr. - Blasenentzündungen und Harnsteine kommen bei Katern häufig vor. Das ist für den Kater sehr schmerzhaft, aber der Tierarzt kriegt das schnell wieder weg.

Gibt es sonst einen Anlass für Stress, aus Katzensicht betrachtet? Ist bei dir jemand aus- oder eingezogen? Hast du neue Freunde, sind neue Tiere in der Nachbarschaft, gibt es neue Geräusche? Falls ja, wäre das schon mal ein Grund für das Notpinkeln. 

Eine stabilere Psyche erreichst du übrigens, wenn der Kater einen Gefährten hätte. Im gleichen Alter, nicht allzu dominant. Oder ein freundliches, sozialisiertes, erwachsenes Tier, von dem der Junge sich etwas abgucken kann.

Falls der Kater gesund ist, sieht es so aus, als ob er sich nun mal daran gewöhnt hat, in dein Bett zu pinkeln. Es bedeutet für ihn Sicherheit, Wohlfühlen, es riecht ja nach ihm. Dagegen hilft leider wirklich nur, ihm den Zugang zu verwehren. Z.B. dein Bett mit Malerfolie abzudecken oder den Kater nicht mehr ins Zimmer zu lassen - sofern du das aushältst, denn wo eine Katze hinwill, da kommt sie auch hin. Und natürlich musst du ihm eine Alternative anbieten.

Steht denn das Katzenklo richtig? An einem ruhigen Ort? Ist es ausreichend befüllt? Mit feinem Streu? Viele Katzen (besonders junge) mögen kein scharfkantiges, grobes Katzenstreu. Fast alle Katzen stehen aber auf feines Streu mit Babypuderduft - ja, das ist pevers, aber sie werden regelrecht süchtig danach.

Rausgehen: Geh anfangs immer mit dem Katerchen mit. Tritt nach draußen und locke ihn, so macht es auch eine Katzenmutter. Erst nur ein paar Meter, dann immer weiter. Er wird schnell seinen Aktionsradius ausweiten. Wichtig ist, dass er bei Bedarf immer reinkann. Zumindest in den ersten Wochen/Monaten. Er ist halt noch zu klein, um sich gegen Feinde zu wehren.

Katzen können Marotten haben. Meine 8-jährige Katze pinkelt z.B. zu gerne auf hochflorige Teppiche, das hat sie schon immer gemacht... Das ist natürlich einfacher zu vermeiden, indem ich weiche Wuschelteppiche aussortiere.


 

Antwort
von Katzenkumpel, 7

Ein erster Gedanke sollte in solchen Fällen stets der Vorstellung beim Tierarzt gelten, da z.B. Harnwegsinfekte, Blasenentzündung, etc. als Ursache für die Unsauberkeit in Frage kommen.

Mit 6 Monaten ist Dein Kater meines Erachtens für Freilauf noch ziemlich jung. Fachleute empfehlen ein Mindestalter von ca. 8-9 Monaten, weil dann der Orientierungssinn ausgeprägt, und die OP-Naht der Kastration gut verheilt ist.

Wenn die Situation es erlaubt, dann wäre es also gut, wenn Du Ausschau nach einem Kumpel für Deine Fellnase halten könntest.
Ideal wäre es z.B., wenn Du eine(n) passende(n) Partner(in) aus dem Tierheim adoptieren kannst.
Da Katzen durch Beobachten und Nachmachen (voneinander) lernen, könnte eine zweite, vielleicht etwas ältere Katze, Dir ggf. auch einiges an "Erziehungsarbeit" abnehmen.
Ein ausgeglichenes Katerchen und sein neuer Kumpel würden es Dir sicherlich mit einer doppelten Portion Katzenliebe danken.

Katzen sind Gewohnheitstiere und reagieren empfindlich auf kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung. Daher kommen auch Überforderung (Stress), Unterforderung (Langeweile, z.B. als Einzelkatze), Verunsicherung oder Angst als Auslöser in Betracht.

Wenn mangelnde Hygiene der Katzentoiletten (mind. 1-2 mal tägliche Reinigung, regelmässiger Streuwechsel inkl. Auswaschen der Katzentoiletten, etc.) nicht in Frage kommt, könnte die Unsauberkeit z.B. auch folgende Ursachen haben:

  • Zu wenige Katzentoiletten vorhanden. Da Katzen ihr "Geschäft" gerne sauber trennen, gilt als Faustregel, dass man immer eine Katzentoilette mehr anbieten sollte, als man Katzen hat (also z.B. 1 Katze vorhanden => mind. 2 Katzentoiletten benötigt).
  • Katzen reagieren empfindlich auf Veränderungen, wie z.B. auf den (häufigen) Wechsel des Katzenstreus oder der Katzentoilette, Ortswechsel der Katzentoilette, Duftstreu, Klumpstreu vs. nichtklumpendes Streu, etc..
  • Katzen versuchen mitunter, vorhandenen Geruch - z.B. von Waschmitteln oder Weichspüler - durch ihren eigenen Geruch zu überdecken. Auf intensive Duftstoffe sollte man daher möglichst verzichten.
  • Katzen wollen, auch auf der Katzentoilette, immer ausreichend
    Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung haben. Vielleicht stehen die Toiletten zu beengt?
  • Falls es sich um Katzentoiletten mit Abdeckung/Haube handelt, werden diese von manchen Katzen gemieden, weil auch hier die Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt ist.
  • Eine andere Ursache könnte eventuell auch ein ungünstiger Stellplatz der Katzentoiletten sein (laut, unruhig, etc.).

Samtpfoten haben die Angewohnheit, sich bevorzugt an Orten zu erleichtern, die bereits nach Katzenurin riechen (selbst dann, wenn der Geruch dort für uns Menschen längst nicht mehr wahrnehmbar ist).

Saugfähige Untergründe, wie z.B. Betten, Polster, Kissen, Decken, Kleidungsstücke, Teppiche etc., laden dabei besonders zur Erleichterung ein.

Einerseits ist es daher wichtig, die Ursachen für die Unsauberkeit zu ergründen und dauerhaft abzustellen. Andererseits müssen Urinflecken so nachhaltig gereinigt werden, dass es dort nicht zu Wiederholungen kommt.

Dazu müssen die betroffenen Stellen zunächst herkömmlich gereinigt, und anschließend in der Regel mit Spezialreinigern, wie z.B. Biodor oder Urine Off (sog. Enzymreiniger), behandelt werden, die bei der Reinigung verbliebene Harnsäurekristalle zersetzen können.

Im Falle verunreinigter Betten reicht es dabei z.B. nicht, lediglich den Bettbezug möglichst heiß (d.h. bei mind. 60°C) zu waschen. Vielmehr müssen auch die Bettdecke, betroffene Kissen, Laken bzw. Spannbettbezüge, weitere Decken bzw. Unterlagen und ggf. auch die Matratze entsprechend behandelt werden.

Eine (Inkontinenz-)Auflage aus dem Sanitätsfachhandel könnte zumindest Schutz für die Matratze bieten, eine stabile Folie o.ä. als "Tagesdecke" das Bett vielleicht gänzlich für Samtpfoten unattraktiv machen.

Alles Gute und viel Erfolg!

Antwort
von Cwaay, 11

Glaub mir, hole dir noch eine zweite Katze dann bessert sich das schnell. Am besten ein liebes Weibchen. Er fühlt sich einsam, ein Mensch ist kein Katzenersatz, und Katzen sind eben reine Rudeltiere (bis auf die Jagt).

Antwort
von Cwaay, 8

Mit zweiter Katze werden die Tiere auch ruhiger, trauen sich mehr, spielen miteinander. Das ist das beste was du machen kannst.

Antwort
von GunnarPetite, 29

Ganz klar, er revanchiert sich für die Kastration und ganz ehrlich - ich kann´s irgendwie verstehen.

Kommentar von Glueckskeks01 ,

Grins. :-)

Antwort
von gretaundjulchen, 7

1. KaKlo zwei bis dreimal täglich reinigen
2. Zweitkatze anschaffen! Dein Kater ist unglücklich alleine, Katzen sind Rudeltiere.
3. Benutzt er das Klo für beide Geschäfte, oder nur für groß?
4. Wie alt war er, als du ihn bekommen hast?

Antwort
von bwhoch2, 27
kann es sein dass er verwöhnt ist?

Nein, er rächt sich!

Kommentar von Jiroux1995 ,

Er hat auch schon vorher ins Bett gemacht, deshalb hab ich ihn in erster linie kastrieren lassen. :D

Kommentar von bwhoch2 ,

Dann ist es Gewohnheit und nicht Rache.

Du hast ihn vorher wohl verwöhnt und nun sieht er nicht ein, warum er seine Gewohnheiten ändern soll.

Definitiv: Ein Tier gehört nichts ins Bett! Nun kannst Du vor allem eines machen: Aus dem Schlafzimmer aussperren!

Außerdem gibt es Tierpsychologen, insbesondere Katzenpsychologen. Wende Dich an eine/n solche/n.

Antwort
von Smexah, 23

Womit ist denn sein Klo gestreut? Ist ihm das villt. zu kratzig oder so?

Kommentar von Jiroux1995 ,

Ich frag ihn mal, mom.
Ne ist graues, normales Streu. 

Kommentar von Smexah ,

Benutzer er es? Sonst mal andere Varianten Probieren.

Kommentar von Jiroux1995 ,

Ja er benutzt es. 

Kommentar von Luzie9 ,

...aber offensichtlich eben doch nicht immer.

Tipps:

- Feineres Streu,

- öfter saubermachen,

- Zweitklo . (Manche Katzen haben gern getrennte Stellen für Großes und Kleines Geschäft).

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