Frage von Valinamaria, 17

Kastrierte Meerschweinchen mit nicht kastrierten Meerschweinchen?

Hallo,
ich habe eine Frage und zwar hab ich seit ca. 3 Wochen 2 kastrierte Meerschweinchen Böckchen die jetzt auch seit 2 Tagen nicht mehr zeugungsfähig sind, ich wollte mir noch ein drittes dazu holen, was gerade ein paar Wochen alt ist, jetzt die Frage verstehen die 2 sich mit dem? Wegen der Sexualtriebe frage ich, kann man das überhaupt machen 2 kastrierte Böckchen mit einem nicht kastrierten?
Bitte nur "Experten" antworten, da mir das sehr wichtig ist das das gut geht mit denen, Danke im voraus, liebe grüße

Antwort
von HikoKuraiko, 9

Kann gut gehen muss aber nicht. Hängt da von sehr vielen Faktoren ab. Würde den kleinen aber auch definitiv Kastrieren lassen und zwar auch so früh wie möglich. 

Allerdings stellt sich mir die Frage wie viel Platz du hast? Unter 3m² reiner Bodenfläche wäre das Vorhaben eh schon zum scheitern verurteilt. Jungs brauchen einfach pro Kerl mind. 1m² Platz und dann müssen auch die Charaktere zusammen passen. Und dann sollten es bei "Jungs-Kleingruppen" auch eher eine gerade anzahl an Tieren sein (also 4 anstatt 3) was dann wieder mehr Platz auf einer Ebene erfordert.

Hab übrigens selbst 11 Jungs bei mir in der Gruppe. Letzes Jahr zogen 4 Unkastrierte Jungs zu meinen 7 Kastrierten und es ging über 1 Jahr ohne Probleme. Habe dann aber trotzdem alle Jungs dieses Jahr kastrieren lassen einfach damit ich für alle Eventualitäten gewappnet bin. Denn einen Plan B sollte man IMMER haben falls die Gruppe doch irgendwann auseinander bricht (und das kann bei Jungs von heute auf morgen passieren).

Antwort
von wutzwutz, 7

Hallo,

ich bin seit vielen Jahren reine Böckchen- und Kastratenhalterin und Pflegestelle für männliche Meerschweinchen und Kastraten. Die Antworten von "Goldsuppenhuhn" und "HikoKuraiko" sind sehr gut und ausführlich. Ich habe aber noch etwas hinzuzufügen:

1. Die Kastration ist die Altersvorsorge für männliche Meerschweinchen. Sie gibt dem Halter die Möglichkeit im Falle der möglichen Abgabe schnell ein Zuhause mit Artgenossen zu finden. Ein unkastrierter Bock, besonders ein alter oder greiser Vollbock, ist nahezu unvermittelbar. Ein Kastrat kann zu Mädels und auch in eine Bockgruppe ausziehen, es gibt selten Probleme. Also sollte dieser vergleichsweise kleine Eingriff frühestmöglich vorgenommen werden, falls irgendwann das Tier (aus welchem Grund auch immer) abgegeben werden muss.

2. Die Kastration ändert nichts, aber auch gar nichts am Sexualtrieb. Kastrate reiten ebenso auf, wie Vollböcke und führen den Geschlechtsakt durch. Sie "wissen" nicht, dass ihnen "untenrum" etwas fehlt. Dieser Trieb und das dazugehörige Verhalten dient nicht nur der Vermehrung/Arterhaltung, sondern vorwiegend dem Sozialverhalten und der Rangordnung untereinander. Der Sexualtrieb wird auch genutzt um Aggressionen abzubauen und ein Ventil zum Stressabbau zu öffnen. Das Verhalten ist also wichtig für die Harmonie in der Gruppe, also ist es als positiv zu bewerten.

3. Dreier Bock- und Kastratengruppen sind die schlechteste Anzahl. Einer ist immer das dritte Rad am Wagen. Bitte IMMER nur 2, 4 oder mehr männliche Tiere halten. In größeren Gruppen ist es egal, ob die Anzahl gerade oder ungerade ist. Die Gruppendynamik der Tiere sorgt dafür, dass immer ein Partner für gemeinsame Unternehmungen vorhanden ist.

4. Es gibt viele Leute, die auf Gehegegrößen und -maßen herumreiten. Hier soll 1 m² pro Bock/Kastrat das absolute Minimum und ein Garant für eine funktionierende Bock- oder Kastratengruppe sein. Dem widerspreche ich, obwohl ich weiß, dass ich bestimmt gesteinigt werde.

Ein Gehege für Meerschweinchen sollte mindestens 2 m lang und mindestens 80 xm breit sein. Länger und breiter ist grundsätzlich besser! Aber, wichtiger als die Größe des Geheges ist dessen Struktur und Einrichtung, besonders bei Böckchen- und Kastraten. Sichtbarrieren, viele Verstecke, mehrere Futterplätze und Unterstände mit mehreren Ausgängen (Tischchen) sind viel entscheidender, als ein Wahnsinnsplatz, auf dem die Tiere sich selten begegnen. Aus eigener Erfahrung über Jahre kann ich klar sagen. Kastraten benötigen nicht mehr Platz, als Haremsgruppen. Die ersten beiden Tiere sollten das von mir oben angegebene Gehegemaß zur Verfügung haben. Bei jedem weiteren Tier sollte 0,5 m² dazukommen. Dies gilt generell für jede Meerschweinchengruppe, egal ob es sich um Haremshaltung oder Bockgruppenhaltung handelt.

5. Das Alter der Tiere ist entscheidend für das Funktionieren einer Bockgruppe, aber noch entscheideder ist die Sozialisierung der einzelnen Tiere. Jungtiere müssen erzogen werden und lernen schnell. Ältere Tiere brauchen wesentlich länger um Sozialverhalten zu lernen. Eine Gruppe von halbwüchsigen Tieren unter 1 Jahr und Babies unter 12 Wochen wird immer Probleme machen. Hier kann nur ein gut sozialisiertes und bockgruppenerfahrenes Tier über 2 Jahren für Ruhe und Ordnung sorgen. Jungspundgruppen werden später immer Probleme mahen, die Tiere sind hilflos im Umgang miteinander. Hier sind die Tier nicht unverträglich, sondern sozial unfähig miteinander umzugehen.

Kommentar von Valinamaria ,

vielen lieben dank, das hat sehr viel an meiner entscheidung getan, dann hole ich mir ein weibchen, was ich von anfang an auch wollte ich das kleine aber nicht abstoßen wollte, ich danke herzlich!

Kommentar von wutzwutz ,

Moment, ich glaube Du hast meine Antwort gründlich missverstanden. Zwei Buben und ein Mädel, das geht NIEMALS. Die Jungs würden sich hoffnungslos zerstreiten. Du müßtest einen Kastraten abgeben.

Expertenantwort
von Goldsuppenhuhn, Community-Experte für Meerschweinchen, 15

Hallo Valinamaria,

nein, das wird nicht gutgehen. Wenn Du das junge Böckchen nicht kastrieren lässt, wird es - früher oder später, evtl. sofort - heftige Kämpfe zwischen den Tieren geben. Du musst das Baby-Böckchen unbedingt auch kastrieren lassen. Die Kastrationsfrist von 6 Wochen musst Du natürlich nicht abwarten, bevor Du das junge Böckchen mit den beiden anderen vergesellschaftest.

Du musst bedenken, dass Du bei Böckchenhaltung mehr Platz benötigst als bei einer gemischten Gruppe mit einem Böckchen und mehreren Weibchen. Man rechnet pro Böckchen 1qm, d. h. bei drei Böckchen sollte das Gehege 3qm groß sein.

Des Weiteren brauchst Du einen Plan B, falls sich das neue Böckchen nicht integrieren lässt oder es irgendwann zwischen den Tieren doch nicht mehr klappt. Du müsstest im Notfall zwei/ mehrere Gruppen bilden, die auch jeweils ein eigenes Gehege benötigen würden, das groß genug ist.

Ob sich das Baby-Böckchen integrieren lässt, hängt auch davon ab, wie lange die beiden anderen schon zusammen sind. Ich vermute mal, dass die beiden auch noch recht jung sind und daher nicht schon seit Jahren zusammen sitzen. Insofern dürfte es gutgehen, sofern Du das Böckchen kastrieren lässt.

Wenn die beiden anderen jedoch auch noch Babys sind, wäre ein etwas älteres Böckchen, das schon länger kastriert und gut sozialisiert ist, insgesamt sinnvoller. Sonst hast Du einen Kindergarten, in dem sich die "Kinder" den Umgang miteinander bzw. das Sozialverhalten selbst beibringen müssen.

LG Goldsuppenhuhn.

Kommentar von Valinamaria ,

hallo, vielen lieben dank :) habe dennoch eine frage, wenn ich mir das nächste woche holen würde und es direkt kastrieren lassen würde, müsste ich dann noch warten bis ich die 3 zusammen setze? oder würde das noch am gleichen tag noch gehen?

Kommentar von Valinamaria ,

und ja, die beiden sind auch noch jünger, keine babys mehr aber vielleicht ein jahr habe sie aus einem tierheim, daher ist leider nicht das alter bekannt :( aber die schätzen nicht mal auf 1-2 jahre

Kommentar von Goldsuppenhuhn ,

Ich denke, das wird mit den dreien schon gutgehen.

Eine Kastration ist zwar keine große OP, dennoch ist es ein chirurgischer Eingriff unter Narkose, der das Tier etwas schwächt. Ich würde das Schweinchen daher nicht unmittelbar nach der OP am gleichen Tag vergesellschaften, sondern noch 1 bis 2 Tage warten, je nach Verfassung des Tieres. Du solltest das aber auch mit dem Tierarzt besprechen.

Eine Vergesellschaftung ist meistens Stress für alle, es ist anstrengend, gejagt zu werden, bestiegen zu werden, etc. Da sollten alle gleichermaßen fit sein.

Ganz wichtig ist, dass Du das Böckchen, wenn Du es nach der Kastration noch von den anderen getrennt hältst, nicht im gleichen Gehege durch ein Gitter von den anderen trennst. Viele denken, dass die Tiere sich dadurch schonmal kennenlernen können. Das bewirkt aber genau das Gegenteil: Die Tiere sehen und riechen sich, können sich aber nicht wirklich kennenlernen. Das stresst und es bauen sich nur Aggressionen auf, eine Vergesellschaftung danach ist außerordentlich gefährdet. D. h. mit etwas Abstand in einem eigenen Gehege unterbringen. Für die kurze Zeit kannst Du hierfür einen normalen Käfig benutzen.

Du solltest das neue Schweinchen beim TA auch unbedingt auf Parasiten und Pilz und evtl. Erkrankungen untersuchen lassen. Nicht, dass es etwas einschleppt.

Kommentar von Valinamaria ,

super vielen dank, ja ich habe ein großes welpen gehege da sind die 2 drin, dazu habe ich noch einen käfig der 3 stöcke hat, da würde ich dann das andere erst mal drinnen lassen, einer meiner 2 kastrierten böckchen besteigt immer noch den anderen, ist das normal? ich danke wirklich

Kommentar von Goldsuppenhuhn ,

Gerne :) Den drei-stöckigen Käfig kannst Du zukünftig immer als Not-Käfig benutzen, wenn Du z. B. einen Neuzugang hast, der erstmal in Quarantäne muss, oder wie im jetzigen Fall. Ansonsten sind diese Käfige nicht als Dauergehege geeignet: 3 Stöcke bringen nichts, die oberen Etagen werden i. a. nicht benutzt, die Rampen sind zu steil, die Auf- und Abgänge sind gefährlich, kein ausreichender Platz, etc.

Dass das eine Böckchen noch immer das andere besteigt, kann schon normal sein. Er will der Chef sein und macht das dem anderen immer wieder klar. Anscheinend ist er sich seiner Rolle noch nicht sicher. Aber selbst wenn er sich diese Rolle erkämpft hat, wird er sie immer wieder festigen.

Manchmal wird auch die Rangordnung neu geklärt, dann kann es plötzlich wieder zu Kämpfen kommen. Wenn jetzt das 3. Böckchen dazukommt, wird dieses dominante Männchen auch versuchen, das neue Böckchen zu unterwerfen. Es hängt von dem neuen Böckchen ab, ob und wie schnell es sich unterwirft. Das dominante Böckchen wird jetzt sehr gefordert, wenn es zwei Böckchen unterwerfen muss. Da kann es sehr heftig zugehen.

Auch wenn sich das neue Böckchen sofort den anderen unterwirft und der Rangniedrigste wird, kann es in einiger Zeit zur erneuten Klärung der Rangordnung kommen. Du hast keine Garantie, dass die Böckchen dauerhaft friedlich zusammenleben. Daher brauchst Du eben den Plan B, damit Du im schlimmsten Fall eine neue Gruppe aufmachen kannst.

Wichtig ist wie gesagt, dass Du mind. 3qm Grundfläche hast (ich weiß nicht, was ein Welpengehege ist). Die Böckchen müssen sich aus dem Weg gehen können. Außerdem müssen die Häuschen zwei Ausgänge haben, damit nicht eines in der Falle sitzt, wenn es gejagt wird.

Antwort
von Amarisundco, 17

Es kann klappen ,muss aber nicht! Anfangs wird das mit dem jungen Kerlchen noch gut gehen, da es sich den beiden Älteren unterordnen wird.Später kommt es ganz auf die Dominanz der einzelnen Tiere an. Dann sind da noch die Sexualtriebe des jungen Burschens,die später deutlich zunehmen werden und ein Problem darstellen können,denn er kann diese nicht ausleben und wird so vermutlich auch deine beiden Kastraten bedrängen,wodurch alle drei unter Dauerstress leiden würden.Solange es sich nicht um ein Zuchttier handelt ,sollte immer kastriert werden, damit dem Tier soviel wie möglich erspart bleibt.

Antwort
von LLaayyllaa, 6

Klappt eher nur in Ausnahmefällen. Wenn sich deine zwei jetzt verstehen, würde ich keines dazuholen. 

Und ein Weibchen solltest du natürlich auf keinen Fall dazu setzen.

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