Frage von lnarse, 50

Kannst du es dir vorstellen Flüchtling zu sein?

Ich muss in der Schule ein Referat schreiben. Das "Thema" ist `Kannst du es dir vorstellen Flüchtling zu sein?´. Es wäre schön, wenn ihr mir alles schreiben könntet, was ihr darüber denkt, da ich auch fremde Personen befragen muss. Vielen Dank.

Antwort
von Silo123, 32

Ja, ich kann es mir vorstellen und ich fände es grausig.

Ich habe in Deutschland mir meinen Platz im Leben erarbeitet. Ich habe eine Ausbildung, wo ich zwar kein Geld mit verdienen kann, die aber immerhin anerkannt ist.

Ich habe hier mein Haus, meine Vermögenswerte, die mir einen Verdienst einbringen und bin einigermaßen abgesichert.

Wenn ich flüchten müßte, würde ich mein ganzes jetziges Leben verlieren.

Wenn mich überhaupt ein fremdes Land aufnehmen würde, ich hätte da nichts mehr. Meine Ausbildung würde u.U. nicht mal anerkannt, mein Vermögen, welches Sicherheit gibt, wäre weg.

Obendrein bin ich EXTREM sprachunbegabt. Ich bin froh, daß ich wenigstens Deutsch kann, aber in den meisten Ländern wäre das nichts mehr wert.

Ich würde mich wahrscheinlich immer überall ausgeschlossen fühlen, weil ich mich mit jeder Fremdsprache so schwer tue. Ich würde wahrscheinlich eher den Kontakt zu anderen Ausländern in dem Land suchen. Auch wenn diese kein Deutsch könnten, würde ich deren Englisch.... besser verstehen.,

Es könnte durchaus passieren, daß ich mich vollständig verkriechen würde, nur ständig meine Kinder vorschicken würde- die sind z.T.ziemlich sprachbegabt, aber selber aufgeben würde.

Meine armen Kinder wären total überfordert, weil ich mir nichts zutrauen würde.

Ich wäre in dem Land super höflich, noch höflicher als ich es jetzt bin, würde zumindest die Grußformeln und das Danke sagen mit meinen Kindern bis zum Erbrechen üben, damit ich nicht als unfreundlich wahrgenommen werde. Ansonsten würde ich nur versuchen, nicht aufzufallen.

Ich würde auch die niedersten Arbeiten machen, um meinen Beitrag zu leisten.

Ich hoffe , daß ich nie flüchten muß

Antwort
von Minilexikon, 10

Ich bin auch der Meinung, dass das etwas ist, was man sich eben nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selber erlebt hat.

Wir können die Bilder sehen und die Geschichten hören. Wir können uns mit den Hintergründen befassen, den politischen wie den individuellen, und uns mit Betroffenen unterhalten. Wir können verstehen. Aber es wird nie unsere eigene Vorstellung sein.

Das was fehlt, sind die Gefühle, die man auf der Flucht, davor und danach empfindet. Wir können uns durch viele Informationen aus verschiedenen Quellen immer näher in die Lage versetzen, uns das ganz ansatzweise vorstellen zu können, da wir die einzelnen Geschichten vielleicht verinnerlich haben. Aber es ist nicht unsere Geschichte.

Klar, wir wissen, dass in vielen Ländern Bürgerkrieg herrscht oder in osteuropäischen Ländern Sinti und Roma diskriminiert und ausgegrenzt werden, sodass viele von ihnen im Winter verhungern oder erfrieren oder deren Kinder nicht zur Schule gehen können, während der Rest der Bevölkerung das kann und wir sowieso.

Aber können wir uns das auch nur ansatzweise so vorstellen, wie es wirklich ist?

Antwort
von Fairy21, 40

Bürgerkriegsflüchtling, kann mir gut vorstellen, dass da einem vor allem die Angst im Nacken sitzt, Angst von Kugeln doch noch getroffen zu werden.

Angst zu verhungern, zu erfrieren.

Antwort
von himako333, 14

dort bekommst Du viele weitere Informationen...

WILLKDMMEN BEI LAST EXIT FLUCHT
DAS SPEIL, BEI DEM DU DER FLÜCHTLING BIST

http://www.lastexitflucht.org/againstallodds/

Antwort
von Apfelkind1986, 29

Ich glaube nicht, dass sich ein Deutscher das vorstellen kann. Sonst wäre der Umgang hier etwas anders.

Kommentar von Silo123 ,

Doch, ich kann es mir vorstellen und meine Vorstellung bestimmt auch meinen Umgang mit Flüchtlingen. Aber , gerade weil ich mir das vorstellen kann, bin ich im Moment zwiespältig, wie ich mit meinen neuen Nachbarn umgehen soll. Natürlich grüße ich sie höflich, sie grüßen auch höflich zurück.

Aber ich weiß echt nicht, ob ich bei denen mal klingeln soll, um weiteren Kontakt anzubieten. Sowas kann als aufdringlich wahrgenommen werden, bei Sprachproblemen sogar als bedrohlich.

 Gerade, weil ich versuche, mich einzufühlen, weiß ich nicht, was ich da am besten tue. Wenn ich mal einfach klingele, ohne besonderen Grund- vielleicht sind die dann nur geschockt, überfordert und können die nächste Nacht kaum schlafen, weil sie mein Ansinnen falsch interpretieren, mich nicht entsprechend verstehen, was ganz anderes denken.

Niemand hier hat was gegen die, aber alle! sind im Umgang unsicher- auch ich.

Dann kommen noch kulturelle Unterschiede dazu. U.U. beleidigt man sie- ohne es zu wollen- Ich meine zwar, daß jeder, der in ein fremdes Land kommt, sich als erstes mit der Kultur beschäftigen sollte, aber solche Sachen sind ECHT nicht so einfach zu finden

Antwort
von heyno61, 50

Hmm, gute Frage eigentlich. Im Endeffekt aber, kann jeder von uns auch mal ein Flüchtling werden, man weiß nie. Und wenn ich eins wäre, pff.. so wirklich kann ich mir das nicht vorstellen.. das alles durch zumachen, was in Syrien etc. passiert? Nein...

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