Frage von MaddinR1, 71

Kann Vermieter kündigen aufgrund Kürzung Nebenkosten?

Hallo in die Gemeinde =)

folgender Sachverhalt: ich wohne seit 1.1.2014 in einer Mietwohnung und habe Anfang diesen Jahres nach MÜNDLICHER Rücksprache mit dem Vermieter meine Nebenkosten für das Jahr 2016 halbiert. Er war damit einverstanden, jedoch ist hier keine schriftliche Abmachung erfolgt! Ich wohne alleine und bin nicht oft in der Wohnung, deswegen erschienen mir die Nebenkosten für 2015 deutlich zu hoch.

Es lag keine schriftliche Vereinbarung vor. Könnte dies ein Kündigungsgrund seitens des Vermieters sein?

Vielen Dank.

Antwort
von MAB82, 31

Wenn du schon seit 2014 dort wohnst, muss es ja schon mal eine Abrechnung gegeben haben. Das wäre doch ein Anhaltspunkt ob die Nebenkosten wirklich zu hoch waren. Hast du damals viel Geld zurück bekommen, hättest du das Recht die Nebenkosten von deiner Seite aus entsprechend zu kürzen, allerdings nur in Textform. Die Nebenkostenvorrauszahlungen dürfen nicht willkürlich hoch sein, sondern müssen in etwa den realen Kosten entsprechen.

http://www.betriebskostenabrechnung.com/blog/betriebskostenvorauszahlung-kuerzen...

Antwort
von ChristianLE, 27

 und habe Anfang diesen Jahres nach MÜNDLICHER Rücksprache mit dem Vermieter meine Nebenkosten für das Jahr 2016 halbiert.

 

Gemäß § 560 (4) BGB sind derartige Anpassungen von Vorauszahlungen in Textform vorzunehmen.

Deine mündliche Absprache ist im Zweifel nichts wert.

Könnte dies ein Kündigungsgrund seitens des Vermieters sein?

 

Wenn sich dein Vermieter an nichts erinnern kann und durch deine geminderte Zahlung insgesamt ein Zahlungsrückstand von mindestens zwei Monatsmieten entstanden ist, kann dies eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

Antwort
von anitari, 23

Was genau ist denn zu Nebenkosten vereinbart?

Monatliche Vorauszahlungen oder eine Pauschale?

Sollten monatliche Vorauszahlungen vereinbart sein darfst Du dich aber nicht über evtl. Saftige Nachzahlung bei der nächsten Abrechnung beschweren.

Mieter dürfen zwar die monatlichen Vorauszahlungen selbst anpassen, aber erst nach erfolgter Abrechnung.

Eine Pauschale kann nur angepaßt werden wenn diese Möglichkeit vertraglich vereinbart ist.

Was verstehst Du unter deutlich zu hoch?

Wie groß ist die Wohnung?

Was ist alles in den NK enthalten?

Gab es für 2014 eine Gutschrift?

Antwort
von albatros, 5

Die Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen darf von beiden Vertragsseiten vorgenommem werden. Das nach sowohl inhaltlich als auch formel korrekter Abrechnung ab übernächstem Monat nach Zustellung der Abrechnung.

Einfach so nach Gutdünken ohne Hintergrund geht natürlich nicht.

Solltest du eine Pauschale vereinbart haben, darf diese nur angepasst werden, wenn diese Möglichkeit im MV vereinbart ist.

Antwort
von coding24, 37

Vertrag ist Vertrag. An den haben sich beide zu halten. Und auch, wenn er nur mündlich ist.

Das Problem ist, dass du natürlich schlecht nachweisen kannst, dass ihr beiden eine Vereinbarung miteinander hattet.

Ich persönlich vermute, dass er dich dafür sicher abmahnen und in Zahlungsverzug setzen muss - bin mir aber nicht sicher, da der Zeitpunkt der Zahlungen ja eindeutig im Mietvertrag geregelt ist. Ich würde es für dich aber eher als schwierig auslegen.

Antwort
von ScharldeGohl, 23

Gemäß des Mietvertrags hast du einen entsprechenden Anteil an den Nebenkosten zu tragen, und da spielt es überhaupt keine Rolle wie oft du in der Wohnung dich aufhältst. Gerade in einem größeren Haus mit mehreren Mietparteien lebt man in einer sogenannten Solidargemeinschaft, und dazu bist du verpflichtet. Wenn du dann auch noch aus reinem Bauchgefühl heraus die Nebenkostenabrechnung halbiert hast, ohne rechnerisch nachzuweisen dass du vielleicht im Recht sein könntest, ist eine Kündigung seitens des Vermieters nachvollziehbar

Antwort
von AntwortMarkus, 35

Wenn du die Vereinbarung nicht belegen kannst und der Vermieter auf die vollständige Zahlung besteht dann mußt du das auch zahlen.

Antwort
von Bitterkraut, 8

Nein, das ist kein Kündigungsgrund. Die Abrechnung wird ja zeigen, ob die Maßnahme richtig war oder ob du nachzahlen mußt. Wäre der Vermieter mit der Kürzung der Nebenkosten nicht einverstanden, hätte er eine höhere Zahlung erst mal anfordern müssen.

Antwort
von Apfel2016, 33

Natürlich....da du nichts schriftlich hast kann er ja einfach sagen du zahlst nicht Vollständig.

Antwort
von gunnar90, 16

Gemäß deinem Mietvertrag musst du anteilig deiner Wohnungsgröße und deines Verbrauchs Neben- und Heizkosten zahlen, egal, wie oft du dich in der Wohnung aufhältst. Wenn du die Nebenkostenvorauszahlung (ich vermute mal, dass du diese meinst) kürzt, ist das erstmal völlig egal, denn dann wird dir bei der Jahresabrechnung der dicke Betrag ins Haus flattern, den du dann zu zahlen hast. Oder sieht dein Mietvertrag eine Pauschalmiete vor? Aus deinen merkwürdigen Angaben kann man das nämlich nicht erkennen.

Antwort
von Saisonarbeiter2, 35

ohne zeugen dieser mündlichen absprache schon... NK halbieren finde ich schon arg..

Kommentar von MaddinR1 ,

Ok. Was heisst arg. Ich bin teilweise wochenlang nicht da, habe nur LED Birnen verbaut. Dusche viel ausserhalb. Meine NK halten sich daher im Minimum.

Kommentar von anitari ,

Ein nicht geringer Teil der NK, eigentlich die meisten, sind verbrauchsunabhängig. Da spielt es keine Geige wie lange und oft man nicht in der Wohnung war.

Kommentar von bwhoch2 ,

... und bei den Heizkosten helfen die lieben Nachbarn mit, dass diese nicht zu niedrig werden, denn ein wesentlicher Teil wird verbrauchsunabhängig umgelegt und da kannst Du sparen, wie Du willst, Du musst trotzdem mitzahlen.

Willkür ist also fehl am Platz.

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