Frage von lachs4709, 49

Kann Vermieter auch eine Mieterhöhung verlangen wenn er warm vermietet und eine Solaranlage montiert wo der Mieter keinen Nutzen hat?

Antwort
von Kuno33, 26

Die Anlage müsste man wohl als Modernisierung betrachten. Daraus könnte eine Umlage der Kosten resultieren. Ob das in diesem Fall auch gilt, halte ich für eine interessante juristische Frage. Vermutlich müsste man sich tatsächlich für diese Situation die Rechtsprechung anschauen. Denn die Solaranlage ist sicher als Fortschritt zu bezeichnen, ändert für den Mieter aber gar nichts. Das wäre also anders als z. B. der Einbau besserer Fenster oder eines Fahrstuhls usw.

Als Nichtjurist komme ich da an meine Grenzen. Die Chance, dass eine Mieterhöhung nicht möglich ist, könnte bestehen.


Kommentar von lachs4709 ,

Auch wenn ich Vollwärmeschutzisolierung und die beste Fenster hätte, würde ich keinen einzigen Cent einsparen, da ich Warmmiete bezahle und keine Betriebskostenpauschale oder Nebenkosten habe. Der eigentliche Nutzen hat der Vermieter, da er weniger Warmwasser erwärmen muss und Energiekosten einspart.

Kommentar von Kuno33 ,

Die Energiekosten werden doch aber umgelegt. Hier könnte dann doch ein Vorteil für den Mieter entstehen und damit auch ein Grund für Umlage der Modernisierungskosten nach üblichem Schlüssel. Aber die Rechtsprechung dazu müsste man dann kennen. Das geht am besten über Juristen oder die Mietervereine. Letztere beraten aber wohl nur Mitglieder. Manche Mietervereine machen aber wohl als Kennenlernangebot eine einmalige Beratung.

Kommentar von lachs4709 ,

Nein, werden sie eben nicht umgelegt.

Kommentar von Parhalia ,

Ebenfalls als "Laie" würde ich hier erst einmal eine Offenlegung der tatsächlichen Unterhalts- / und Betriebskosten des Gebäudes vom Vermieter verlangen und gleichzeitig auch mal den "ortsüblichen Mietzins" für die WHG ( Kaltmiete pro Quadratmeter ) recharchieren.

Denn der Vorwurf "Mietwucher" setzt juristisch doch schon ein gewisses Mass an "Unverhältnismässigkeit" des ( im beiderseitigen Willens ) abgeschlossenen Mietvertrages und dem regionalen Durchschnitt ähnlicher Mietkostenanteile ( KM + NK und HZG ) in Zusammenhang.

Und da ich auch kein Jurist bin @Kuno33, so würde ich mich als betroffener Mieter beratend doch im ersten Anlauf einmal an einen "Mieter-Schutzbund" ( o.Ä. ) zwecks Klärung / Beratung der individuellen Sachlage wenden.

Mfg

Parhalia 

Kommentar von lachs4709 ,

Kaltmiete kam diese woche sogar in der Zeitung. Innenstadt liegt bei 6,70Euro. Ich bezahle warm 13,50Euro und durch die Tatsache dass ich in der QM beschissen wurde 14,57Euro und jetzt soll ich 16,20Euro bezahlen.

Gerade geschaut in der Anlage hat die Vermieterin nur 8 Objekte von 2014 bis 2016 und nicht von 4 Jahren - auch interessant oder?

Der Vermieter darf die Miete auf den ortsüblichen Satz anheben (§ 558 BGB) Ortsüblich sind die Mieten, die im Schnitt innerhalb der letzten  vier Jahre für eine vergleichbare Wohnung in dieser Gegend bezahlt wurden. 

Antwort
von albatros, 8

Welche Zweckbestimmung hat die Solaranlage? Stromgewinnung? Vermutlich. Was aber hat der Mieter davon? Er bezieht seinen Strom von einem externen Versorger. Warum also sollte er solche Anlage mitfinanzieren? Er spart weder Energie noch werden seine Wohnverhältnisse nachhaltig verbessert.

Die Mieterhöhung also zurückweisen (schriftlich per Einwurfeinschreiben) und natürlich nicht zahlen.

Antwort
von selemin, 29

Nein der vertrag bleibt wie er ist mit mietkosten das kann sich erst ändern wenn der vertrag abläuft. Und kündigen fals er das will braucht er einen guten grund dann der plausibel ist

Kommentar von lachs4709 ,

Er hat jetzt die Miete erhöht und schreibt weil er Solaranlage installiert hat. Ich habe aber keinen Nutzen von der Solaranlage weil ich Warmmiete bezahle und auch nichts einsparen kann.

Was kann ich tun?

Kommentar von selemin ,

Dann is die mieterhöhung nicht rechtskräftig. Rede mal mit ihm deswgn und wens nich klapt zu einem anwalt weil du eigentlich nich mehr zahlen muss

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