Kann uns der Strom "ausgehen"?

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9 Antworten

Erstmal: Deine Frage ist überhaupt nicht dumm, sondern eine sehr gute sogar.

Vielleicht nur etwas unglücklich formuliert, denn Strom kann uns nicht ausgehen, denn den gibts immer. Aber der Weltenergiebedarf kann irgendwann größer sein, als unsere Stromproduktionstechnologie leisten kann.

Machen wir das mal ganz wissenschaftlich.

Die weltweite Energiebedarf aller Erdlinge betrug im Jahr 2010 (laut Wikipedia): 16 Billionen Watt pro Sekunde. Dieser Energieverbrauch steigt pro Jahr um 4% (diese 4% sind eine ganz grobe Zahl).

Fossile Energieträger sind endlich. Ob die nur noch 50 Jahre halten, oder 100 Jahre (wenn man unter der Arktis noch was findet) ist egal, irgendwann sind die weg. 

Was bleibt sind also mittelfristig (d.h. in Zeiträumen bis in 100 Jahren) die erneuerbare Energien. 

Nur ist bei denen auch irgendwann Schicht im Schacht. Das kann man sich ganz leicht ausrechnen, was ich auch gleich mache. Vorweg: Die Sonne ist der Motor aller regenerativen Energien. Wind gibts nur weil die Sonne das Land unterschiedlich stark erwärmt. Wasserkraft weil die Sonne das Wasser verdunstet, sodass es sich im Gebirge niederschlagen kann. Biomasse ist klar dass das von der Sonne abhängt und Solarkraft sowieso. Alle regenerative hängt also von der Sonne ab. 

Angenommen man bebaue die komplette Erde mit einer Technologie die die Sonneneinstrahlung mit 99% Wirkungsgrad in Strom umwandele, so erhielten wir 250 Billiarden Watt. (Die Erde ist ja eine Kugel mit 500 Billionen m², darauf fallen pro m² ca. 1000 Watt Sonnenstrahlungsleistung, aber die Hälte liegt ja im Dunkeln.) Mehr als 250 Billiarden Watt können wir nicht durch regenerative Energien erzeugen. Geht nicht, nada. Und es ist ja schon lange Zeit davor Schluss, wo sollen wir denn sonst noch leben?

Aber bleiben wir mal bei dieser Maximalzahl. Jetzt muss man nur noch ausrechnen, wie lange man bei 4% Steigerung braucht, um 250 Billiarden Watt zu erreichen. Das sind 245 Jahre

In 245 Jahren sind unsere regenerativen Energieträger erschöpft, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Da mag sich nun manch einer die Augen reiben, oder das gar nicht glauben, aber die Rechnung ist ganz einfach nachrechnen (16 * 10^12 Watt) * 1,04^245 = 2,4 * 10^17 Watt) und die Zahlen kann man nachgoogeln. (An der Stelle bitte ich auch gleich mal das zu tun, ich bin ja schließlich auch nicht fehlerlos. Sollte aber richtig sein)

Das heißt also Erdöl und Kohle sind kurzfristig (bis 100 Jahre) eine Lösung. Regenerative Energien sind mittelfristig (bis 250 Jahre) eine Lösung, aber darüber hinaus haben wir leider noch nix.

Bis es soweit ist haben wir natürlich eine Mischform aus allen möglichen Energiequellen, die uns in ihrer Masse mehr oder weniger vernünftig versorgen können. Aber auf lange Sicht müssen wir uns was einfallen lassen. Ob wir dem gewachsen sind weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass wir dem gewachsen sein müssen.

Von demher gute Nacht, oder schon guten Morgen.

 

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Wenn niemand mehr Geld verdienen will dann schon. Da das nicht passieren wird gibt es das Problem nicht. Die Frage ist eher wie wir den Strom produzieren, welche Rohstoffe wir dafür benötigen und welche Auswirkungen diese Produktion auf das Klima und uns haben. Die erneuerbaren Energien werden die Energieform der Zukunft sein. Den Energierohstoffe ob Kohle, Uran, Gas werden früher oder später zu Ende gehen. Über das wann kann gestritten werden. Es wird auch verlängert durch Tiefsee und Arktis Bohrungen aber irgendwann ist Schluss bzw. wird es so unwirtschaftlich werden das sich die Förderung nicht mehr lohnt. Und nur darum geht es! Die erneuerbaren werden immer stärker ausgebaut. Durch gute Netze werden wir diese immer besser verbinden. Wichtig wird sein, das wir den überschüssigen Strom speichern können und dann abrufen können wenn wir ihn benötigen. Das geht durch Batterien (Kraftwerke / E-Mobilität und Speicherkraftwerke. Zum Beispiel Pumpspeicherwerke in den Alpen und Skandinavien, Power to Gas (Windenergie zu Methangas), Wasserrstoffproduktion. Die schon jetzt existieren. Aber teilweise noch nicht wirtschaftlich sind. Es geht nur um den Preis!! Die Pumpspeicherwerke haben noch großes Potential zum Ausbau vor allem in Norwegen. Norwegen könnte zur Batterie Europas werden, wenn wir es wollen! Dazu benötigen wir Leistungsfähige Netze durch die Nord - und Ostsee. Diese werden gerade geplant und sind teilweise schon in Betrieb (NorNed - Norwegen/Niederlande). Wenn diese Netze existieren kann der Strom hin und her geschoben werden und die  Fluktuation der erneuerbaren kann damit ausgeglichen werden. Bis dahin wird natürlich versucht werden mit den fossilen Kraftwerken noch so lange wie möglich Geld zu verdienen. Da kommt es auf die richtigen politischen Kräfte an und auf den Druck der auf die Betreiber gemacht wird. Wir sind auf dem guten Weg!

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Natürlich. Die Stromversorgung wird ja parallel dazu immer weiter ausgebaut. Glücklicherweise wird heutzutage mehr auf natürliche Energiequellen gesetzt, denn Kohle- und Atomkraftwerke sind keine Dauerlösung. Ich bin mir relativ sicher, dass uns der Strom nicht ausgehen wird, sowohl die Energiebetreiber fast immer einfach Strom aus dem Ausland kaufen, falls dieser mal knapp werden sollte.

Hoffe ich konnte dir helfen! :)

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es wird eine neue Art Flusskraftwerke geben mit der Strom 24 Stunden erzeugt werden kann. Dazu ist es nicht mal nötig Flüsse anzustauen bzw maßgeblich verändern.
Die Grundlagen werden in Kürze in Magdeburg besprochen

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Teilweise wird sogar zuviel Strom aktuell produziert. Gerade in der Nacht, wenn die Windräder ja trotzdem laufen wird fleissig produziert und keiner nimmt es ab.

In Amerika wird teilweise der Strom der Nachts verbraucht wird verschenkt.

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Wir kaufen den Strom aus den Nachbarländern ein, die genug Atomkraftwerke haben, bis wir vielleicht irgendwann Fusionskraftwerke bauen können.

Der Strom wird uns nicht ausgehen.

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Ja, aber dem ist noch viel hin. Du bräuchtest keine Angst zu haben, dass der Strom tatsächlich nicht mehr geht, sondern eher dass er dann ein Vielfachs des momentanen Preises kostet. 

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theoretisch ja, aber in der praxis werden wir es wohl kaum erleben. - hoffe ich jeedenfalls...

kritisch könnte es werden, wenn unsere fossilen reserven zur neige gehen, bevor wir genügend regenerative energieträger am start haben. aber das ist ein unwahrcheinliches szenario

lg. Anna

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Aktuell sind wir dem noch nicht gewachsen. Aber der Ausbau für erneuerbare Energien schreitet voran.

Momentan ist die grüne Energie aber noch um ein Vielfaches teurer, weswegen eher noch in die konservativen Energieformen investiert wird.

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