Frage von LIs1995, 36

Kann sie mich jetzt anzeigen?

Hallo, ich habe über Kleiderkreisel einem anderen Mitglied etwas verkauft, er hat mir normal das Geld überwiesen (4.60) und ich schickte den Artikel los.

Das ist nun über eine Woche her und er ist immer noch nicht bei der "Kundin" angekommen, sie würde von Tag zu Tag verärgerter was ich auch verstehe jedoch warf sie mir dann plötzlich vor die Wäre noch nicht mal abgeschickt zu haben, ich habe auch leider keinen Beweis den ich ihr geben könnte.

Heute drohte sie mir "Du wirst noch von mir hören" und "wenn sie morgen nicht da ist sehen wir weiter" (sie hat meine Konto Daten) aber kann sie mich jetzt anzeigen? Ich HABE die Wäre verschickt und ich lüge NICHT aber glaubt mir dann noch jemand? Bzw warum sollte man ihr glauben dass sie mich nicht anflunkert die Uhr schon längst hat und nur das Geld zurück haben möchte?

Danke im voraus.

P.s. ja ich weiß, viele unterstützen Kauf und Vekauf im Internet nicht so aber manchmal lässt es sich nicht ändern wenn grad kein Flohmarkt in der Nähe ist.

Antwort
von Friedel1848, 21

1. Anzeigen kann sie dich, weil jeder jeden anzeigen kann. Allerdings wird diese Anzeige nichts bringen. Denn erstens kümmert sich die Polizei bzw. Staatsanwaltschaft nicht um zivilrechtliche Streitigkeiten und zweitens liegt hier keine Straftat vor. Zu denken ist zwar an einen Betrug, aber dazu müsste man dir beweisen, dass du einen solchen begangen hast. Das wäre nur der Fall, wenn du die Käuferin getäuscht hättest, du würdest ihr Ware zusenden, das in Wirklichkeit aber nie wolltest und nur das Geld haben wolltest.

2. Auch zivilrechtlich hat die Frau nichts gegen dich in der Hand. Beim Versendungskauf trägt der Käufer das Risiko. Das regelt § 447 BGB. Du bist also aus dem Schneider, sobald du die Ware an das Transportunternehmen (also die Post) übergeben hast.
Sollte die Frau dich verklagen wollen, bräuchte sie einen Beweis dafür, dass du die Ware gar nicht versendet hast. Kann sie diesen Beweis nicht erbringen, dann geht sie leer aus. Die Käuferin würde im Falle einer Klage die Beweislast tragen.

Mach dir also keine Sorgen! Eine Straftat hast du nicht begangen und man wird dir auch keine nachweisen können. Auch zivilrechtlich bist du nicht in der Position, etwas beweisen zu müssen, das muss immer der, der durch eine Klage etwas positiv festgestellt haben will (außer in ein paar Fällen, wo eine Beweislastumkehr greift).

Kommentar von LIs1995 ,

Ok, vielen Dank für deinen Rat.

Kommentar von Interesierter ,

In Bezug auf eine Straftat ist deine Antwort korrekt. 

In Bezug auf zivilrechtliche Ansprüche ist deine Antwort falsch! Der Herausgabeanspruch begründet sich aus dem unstrittigen Kaufvertrag. Aus diesem Schuldverhältnis kann sich der Verkäufer durch Leistung befreien. Die Beweislast für die Leistung liegt beim Verkäufer. Im Streitfall muss der Käufer den Anspruch beweisen, was anhand des Kaufvertrages kein Problem ist. Der Verkäufer muss folglich die Lieferung beweisen, was er nicht kann. 

Richtig ist, dass die Gefahr des zufälligen Unterganges mit der Übergabe an den Transporteur auf den Käufer übergeht. Folglich liegt die Beweislast für den ordnungsgemäßen Versand einschl. korrekter Adressierung beim Verkäufer. 

Antwort
von Interesierter, 31

Damit hast du ein Problem!

Im Streitfall müsstest du beweisen, dass du deiner vertraglichen Verpflichtung zur Lieferung nachgekommen bist. Bei unversichertem Versand liegt das Transportrisiko beim Empfänger. Der Gefahrenübergang findet mit der Übergabe an den Transporteur, in diesem Fall mit der Übergabe an die Post statt. 

Hier müsstest du nun nachweisen können, dass du das Päckchen korrekt adressiert und ausreichend frankiert abgeschickt hast. Wie ich deiner Fragestellung entnehmen kann, bist du dazu nicht in der Lage. 

Folglich wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als der Käuferin den überwiesenen Betrag zurückzuerstatten. 

Kommentar von Friedel1848 ,

Das ist falsch. Das Problem hat die Käuferin. Denn erstens trägt sie bei einem Versendungskauf (§ 447 BGB) das Risiko, und zwar sobald die Ware an das Transportunternehmen übergeben wurde. Außerdem ist die Käuferin zweitens als mögliche Klägerin in der Position, dass sie beweisen müsste, dass die Verkäuferin die Ware gar nicht abgeschickt hat. Das wird sie nicht können. Die Käuferin trägt die Beweislast für Tatsachen, die für sie positiv sind.

Kommentar von Interesierter ,

Wenn du schon meinst, mich berichtigen zu müssen, dann sollte das, was du schreibst, schon der Wahrheit entsprechen. 

Den Gefahrenübergang im Zuge der Übergabe an den Transporteur hatte ich schon erwähnt. Das ist aber auch nicht der springende Punkt.

Für die Übergabe liegt die Beweislast definitiv beim Verkäufer und nicht beim Käufer. Das heisst, der Verkäufer muss die korrekte Adressierung und den Versand beweisen. 

Antwort
von Turbomann, 24

@ Lis1995

Tja, wie willst du denn jetzt beweisen, dass du die Uhr verschickt hast.

Hättest du das als versichertes Paket verschickt, dann hättest du einen Nachweis, den man als Verkäufer normalerweise dem Käufer zukommen lässt.  Dort sind Sendedaten, wo beide Seiten im Internet nachverfolgen können, wo auch die Zustellung dokumentiert ist.

Du kannst das Geld zurück überweisen und beim nächsten Verkauf n u r mit versichertem Versand deine Ware verkaufen.

Ich verkaufe seit Jahren privat und hatte mit versichertem Versand noch nie Pech. Wer das bisschen Porto nicht bezahlen will, dann nehme ich Abstand vom Verkauf.

Manche Käufer reisen auch auf die Tour, denn bei unversichertem Versand können sie immer behaupten, sie hätten keine Ware bekommen. Gibt es immer wieder mal solche Menschen.

Kommentar von LIs1995 ,

Das weiß ich eben nicht aber wie oben steht muss ich das anscheinend gar nicht.

Aber danke für den Tipp

Kommentar von Interesierter ,

Doch, den Versand müsstest du im Streitfall beweisen. 

Antwort
von einfachichseinn, 32

Deswegen behält man solche Belege oder verschickt Post per einschreiben.

Ich würde einfach mal zur Post gehen und nachfragen, was da passiert ist. Zur Not würde ich ihr das abend zurück bezahlen

Antwort
von MoonlightAngel, 36

Hättest den Beleg der Post aufheben sollten und es versichert verschicken sollen dann hättest du eine sendungsnummer gehabt und sie hätte es nachverfolgen können. So hast du keinerlei Beweise und theoretisch kannst du wegen Betrug Belang werden.

Kommentar von LIs1995 ,

Das weiß ich jetzt auch dass das schlauer gewesen wäre.

Aber hätte hilft mir nicht mehr viel.

Danke.

Antwort
von Nico0363, 1

Bist du vielleicht mal auf den Gedanken gekommen, dass sie (vielleicht) eine Betrügerin ist? Oder bin ich der einzigste dem diese Geschichte hier komisch vorkommt? Also sie sagt die Ware ist nicht angekommen und will bestimmt später das Geld wieder haben. Sei bitte weiterhin vorsichtig.

Aber mal eine andere Frage: Warum hast du keine Quittung mit Sendungsnummer bekommen?

Antwort
von FrauEule, 35

Du solltest ein Beleg von der Post bekommen haben oder hast es per Brieftaube verschickt? Falls du nichts in der Hand hast überweise das Geld zurück

Antwort
von Jaasmin18, 36

Und wenn sie dich anzeigt hat sie auch kein Beweis dafür das sie es nicht bekommen hat.sie könnte ja auch sagen ja ich Habs nicht bekommen aber es liegt Schon seit paar tagen bei ihr Zuhause. Damit sie ihr Geld wiederbekommt. Keine Angst dir passiert schon nix.

Kommentar von Interesierter ,

Strafrechtlich magst du recht haben. Zivilrechtlich jedoch liegt die Beweislast beim Verkäufer. 

Kommentar von Friedel1848 ,

Das ist falsch. Die Beweislast für eine behauptete Tatsache liegt grundsätzlich bei dem, der diese für ihn positive Tatsache behauptet. Das ist hier die Verkäuferin im Falle einer Klage ihrerseits. Kann sie ihre Behauptung nicht beweisen, wird die Klage abgewiesen. Dazu kommt der Umstand, dass das Risiko beim Versendungskauf ab Übergabe an das Versandunternehmen auf den Käufer übergeht.

Kommentar von Interesierter ,

Du hast wohl im Schuldrecht nicht so richtig aufgepasst. 

Du hast mit der Aussage, die Beweislast für eine behauptete Tatsache liegt grundsätzlich bei dem, der diese für ihn positive Tatsache behauptet absolut Recht. Nur ist dein Schluss aus dieser Aussage vollkommen falsch.  

Aus dem unstrittigen Kaufvertrag ergeben sich für beide Parteien Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssen. Der Käufer ist zur Abnahme und zur Zahlung, der Verkäufer zur Lieferung verpflichtet. 

Aus diesem Schuldverhältnis können sich beide Parteien durch Erbringung der geschuldeten Leistung befreien. 

Die Zahlung ist unstrittig. Bleibt die Lieferung. Beruft sich der Verkäufer darauf, diese Schuld sei durch Leistung erloschen, liegt die Beweislast eindeutig bei ihm. Aus Käufersicht reicht die Begründung des Leistungsanspruches als Beweis aus. 

So lange der Verkäufer seiner Beweispflicht nicht nachkommt, kommt ein evtl. Verlust auf dem Transportweg gar nicht zum tragen. 

Kommentar von LIs1995 ,

Ich habe schon mal so eine Uhr verschickt und da ist rein gar nichts passiert. Sie ist innerhalb von 3-4 Tagen angekommen, unversichert, ich verstehe nicht warum sie dann jetzt nicht ankommt.

Kommentar von Interesierter ,

Ich gehe mal davon aus, dass du die Ware ordnungsgemäß verschickt und auch korrekt adressiert hast. 

Dein Problem ist, dass du den Versand nicht beweisen kannst. Du hast keinen Einlieferungsbeleg. Folglich würdest du bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung den Kürzeren ziehen. 

Ob nun die Sendung bei der Post verloren ging oder ob der Käufer dich über den Tisch zieht, ist von aussen nicht feststellbar. Deswegen wäre der Einlieferungsbeleg so wichtig. 

Antwort
von hollerbluete, 23

wie hast du es denn verschickt? Warensendungen haben bis zu zehn tage Laufzeit, und manche Ecken Deutschlands bekommen auch nicht mehr täglich Post.....die soll einfach noch ein bisschen Geduld haben

Kommentar von LIs1995 ,

In einem gepolsterten kleinen Umschlag, mit angegebenem Porto. 

Kommentar von hollerbluete ,

und? ist es inzwischen angekommen

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