Frage von Soldat1991, 54

Kann sich die Diagnose noch ändern?

Wie aus vorangegangenen Beiträgen meinerseits hervorgeht, wurde im Rahmen eines zehntägigen stationären Aufenthaltes die Diagnose "Dissoziale Persönlichkeitsstörung" gestellt.

Am gestrigen Abend und am heutigen Morgen, saß ich jeweils sechs Stunden mit der Mutter eines ehemaligen Kameraden von der Bundeswehr zusammen, welche pensionierte psychologische Psychotherapeutin ist.

Ich fühtle mich sofort gut aufgehoben und bemerkte gleich zu Anfang, dass sie sich viel mehr Mühe gab, mehr über mein Leben und meine Person herauszufinden, als es die Ärzte und Psychotherapeuten in der psychiatrischen Abteilung des städtischen Krankenhauses taten.

Zudem sagte die Dame, dass die Diagnose "Dissoziale Persönlichkeitsstörung" viel zu vorschnell gestellt wurde und es einer Stigmatisierung gleichkommt. Sie stellte die Vermutung an, dass es sich bei mir vielmehr um natürliche Reaktionen aufgrund eines nicht verarbeiteten Traumas handelt. Wenn man so will eine Posttraumatische Belastungsreaktion oder Belastungsstörung mit leicht ausgeprägter dissoziativer Symptomatik. Was die Ärzte laut ihr hätten erkennen müssen.

Wie bereits erwähnt steht eine vollstationäre Psychotherapie an.

Kann sich die Diagnose im Rahmen dieses Aufenthaltes noch ändern und sollte ich den Ärzten das vielleicht unmittelbar vor Beginn der stationären Psychotherapie mitteilen ?

Antwort
von Seanna, 33

Diagnosen können sich immer ändern. Insbesondere unter Behandlung.

Würde da unvoreingenommen hingehen, auf Trauma-Hintergrund hinweisen und die dann eigene Schlüsse ziehen lassen.

PS-Diagnosen sind immer stigmatisierend... Sie deswegen ganz zu vermeiden ist aber auch Unsinn. Für sowas gibt es das Verdachts-Kennzeichen "VD F60.x".

Kommentar von Soldat1991 ,

Um eine Verdachtsdiagnose handelt es sich nicht. Das war die endgültige Diagnose seitens der Psychiaterin. Sie war fest davon übezeugt und schickte mich nach zehn Tagen mit der Begründung heim, dass man nicht die Zeit hätte mich zu therapieren und das Personal zur Behandlung einer dissozialen Persönlichkeitsstörung außer Stande sei.

Antwort
von DocHeisenberg, 28

Ja, häufig wird mit der für den Patienten bestmöglichsten Diagnose begonnen, und dann nach und nach abgestuft oder gesichert. Dies macht der Arzt aus versicherungstechnischen Gründen, meist ist daher die gefestigte Enddiagnose um einiges schlimmer. Viel Glück.

Kommentar von Soldat1991 ,

Schlimmer als eine dissoziale Persönlichkeitsstörung kann es nicht kommen. Schließlich ist diese Störung nicht umsonst in veralteter Bezeichnung als Psychopathie/Soziopathie bezeichnet.

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