Frage von poppedelfoppe, 52

Kann Psychopharmaka den Gehirn auf Lebenszeit weiß machen, das es ohne den Tabletten nicht mehr geht nach der Absetzung, und wie kommt man davon wieder los?

Antwort
von frederick, 8

Die schrittweise Absetzung von Psychopharmaka verschleiert in Wahrheit nur zwei Aspekte:
Erstens den der Sucht, zweitens den der Sozialisation.

Ich will Dir damit vor nichts Angst machen, sondern nur Deine Aufmerksamkeit aufrufen, die Du vor allem für Deine Selbstwahrnehmung, also nach innen richten solltest.

Es liegt ja außerdem schon ein Widerspruch darin, dass bei den weder sozial noch medizinisch wohl angesehenen Süchten der Rat überwiegend hingeht zum „harten Schnitt“: Niemand wird einem Alkoholiker nahelegen, seinen Alkoholkonsum über ein oder zwei Jahre hin langsam auszuschleichen. Und wenn man Heroin-Abhängige in ein Methadon-Programm aufnimmt, dann vorrangig, um einen Anreiz zu bieten, sich den Beschaffungskreisen sozial fern zu halten! Wo der Entzug schleichend ist, da kann die Erziehung zu einer neuen sozialen Integration gelingen.

Die Sucht bleibt trotzdem! Zumal Methadon als Ersatzstoff auch eine Ersatzabhängigkeit schafft. Die ihrerseits irgendwann ausschleichen zu müssen nimmt man in Kauf, wenn die Chance wächst, sozial sozusagen neu programmieren zu können.

Psychopharmaka: Man nimmt nicht nur in Kauf, sondern WILL sogar neue Abhängigkeit schaffen! Und zwar nimmt man die Abhängigkeit von Psychopharmaka in Kauf, damit man Dich in die Abhängigkeit vom System positiv integrieren kann. Wo Dir selbst bisweilen die Selbstkontrolle entgleitet (oder zu entgleiten droht), da möchte man systemisch die Kontrolle über Dich als Individuum erlangen. Du sollst also aus einem Dir antrainierten Vertrauen heraus die Hilfe eines Arztes suchen, wo es Dich wieder drängt, dem (inneren, psychischen) Schmerz in Hilfsmittel hinein zu entfliehen: Dann verschreibt ein Arzt Dir wieder für eine Zeit Medikamente, damit Du keine „Drogen“ nehmen musst (oder Dir sonst etwas antust).

Dieser Weg zumindest wird in Dir immer wieder aufgerufen: Du weißt, dass Psychopharmaka Dir durch das tiefe Tal hindurchhelfen. Immer wieder. So wie es (vermeintlich) andere Drogen auch könnten. Die Hilfe liegt darin, dass der Schmerzdruck gedämpft wird: Psychopharmaka wirken ebenso unmittelbar auf Nervensystem und Nervenfunktionen ein, wie das auch andere Drogen tun. Kritisch und als Sucht anerkannt wird dieses Verhaltensschema dort, wo Dir die Kontrolle über das Ausmaß der Dämpfung entgleitet. Tatsächlich entgleitet nicht die Kontrolle über den Drogenkonsum (Droge im weitesten Sinne), sondern der immer weiter verdrängte Schmerz versucht in immer gewaltigeren Ausmaßen hervorzubrechen – und drängt also zu höherem Konsum dämpfender Mittel. – Wo das System diese Mechanismen unter Kontrolle und in der Hand hat (durch Ärzte), da nennt man es nicht mehr Sucht, sondern eine „Krankheit“ die man „heilen“ oder bei der man Dir zumindest helfen könne. Tatsächlich dreht man an den Symptomen – und verhindert, dass Du Dich dem Schmerz stellst.

Zu Deiner Frage: Wie kommt man davon wieder los? Nur mit dem dringenden eigenen Willen, der Kontrolle der bloßen Symptome, die die Umwelt nicht anbietet, sondern aufdrängt bis aufzwingt, zu entkommen. Du musst also wohl oder übel dahin kommen, die Konfrontation mit dem, was Dir Angst bereitet und was in Dir einen Schmerzdruck wach hält, zu suchen und anzugehen.

Antwort
von Rendric, 26

Viele Psychopharmaka haben ein hohes Abhängigkeitspotential.

Man muss verantwortungsbewusst mit ihnen umgehen. Das heißt, viele Psychopharmaka müssen eingeschlichen und später wieder ausgeschlichen werden. Das heißt, dass man mit Beginn der Einnahme erst sehr niedrige Dosen zu sich nimmt und die Dosierung langsam steigert bis zur Enddosierung. Beim Absetzen müssen die Medikamente ausgeschlichen werden, also es wird schrittweise die Dosierung wieder minimiert.

Auf diese Weise umgeht man Entzungserscheinungen.

Antwort
von LillyLike007, 21

Nein, du setzt die Tabletten ja ganz langsam ab von daher passiert da nichts. Ich nehme seit 1,5 Jahren Tabletten und bin jetzt auf 50 mg runter. Ich merke gar nichts deshalb denke ich wenn ich in 1,5 Jahren auf 0 gehe wird nichts passieren

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