Frage von waschdalos12, 75

Kann mündliche Übereinstimmung rechtlich bindend sein ?

Ich bin seit über einem Monat zur Untermiete in einer 3er WG. Nun habe ich mich recht schnell mit meinen Mitbewohnerinnen überworfen und meinen künftigen Auszug angekündigt(kein festes Datum!). Ich hatte für 3 Wochen meine Freundin zu Besuch in meinem Zimmer. Ich vereinte zu Beginn eine pauschale Nebenkostenbeteiligung auf mündlicher Basis für meine Freundin. Diese war mündlich. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht die Höhe angemessen für mich einschätzen und stimmte zu. Ich teilte ihnen jedoch erst 10 Tage danach meine Ablehnung mit. Ich erhielt von der Hauptmieterin gestern die Kündigung sowie eine schriftliche Zahlungsaufforderung mit Verweis auf diese Vereinbarung unter Bezeugung der anderen Mitbewohnerin. Kann man diese noch Wochen danach widerrufen? bzw. in meinem Untermietvertrag ist schriftlich nichts vereinbart.

Danke für schnelle Antworten, denn es ist wirklich dringend!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 11

Nun habe ich mich recht schnell mit meinen Mitbewohnerinnen überworfen und meinen künftigen Auszug angekündigt(kein festes Datum!). 

Man muss laut BGB schriftlich kündigen, wenn man aus dem Mietvertrag will.

Ich hatte für 3 Wochen meine Freundin zu Besuch in meinem Zimmer. Ich vereinte zu Beginn eine pauschale Nebenkostenbeteiligung auf mündlicher Basis für meine Freundin. Diese war mündlich. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht die Höhe angemessen für mich einschätzen und stimmte zu.

Dann musst Du das auch bezahlen, mündliche Vereinbarungen sind aber manchmal schwer zu beweisen.

Ich würde auf die Forderung von 50 € eingehen um weiteren Ärger aus dem Weg zu gehen.

Sie haben nämlich bei dem Kündigungsschreiben ebenfalls auf ein (ich sag mal 2 minütigen Smalltalk)Gespräch mit einer angeblichen Vereinbarung meines Auszuges zum 01.03.16 mit 2 Wochen flexibelzeit verwiesen. 

Wer hat gekündigt, Du oder die Vermieterin? Wenn es die Vermieterin ist, dann nur mit entsprechender Begründung.

Kündigungsfristen sind einzuhalten, aber man kann durchaus kürzere Kündigungsfristen vereinbaren, ist aber wiederum die Frage ob man es beweisen kann.

MfG

Antwort
von waschdalos12, 31

Also hätte ich von Beginn an diese Ablehnen müssen?

Ich glaube ich habe mich recht einlullen lassen von den zweien bei diesen "Vereinbarungen". Mir ist aufgefallen dass sie mittlerweile nur noch zu zweit mit mir kommunizieren möchten. 

Sie haben nämlich bei dem Kündigungsschreiben ebenfalls auf ein (ich sag mal 2 minütigen Smalltalk)Gespräch mit einer angeblichen Vereinbarung meines Auszuges zum 01.03.16 mit 2 Wochen flexibelzeit verwiesen. 

Ich hatte diesen Zeitraum lediglich als nächstrealistische Auszugsmöglichkeit angedeutet. Im Vertrag stehen 3 Monate Frist.

Es geht mittlerweile nicht mehr um einen hohen Betrag!

Kommentar von Gerhart ,

Bitte setze deine Kommentare unter die Kommentare der Antworter.

Die Kündigung der Vermieter ist vermutlich unbegründet oder mit einem nichtigen Grund versehen. Daher würde die Kündigung wirkungslos sein. Was schreiben die Vermieter dazu?

Kommentar von waschdalos12 ,

ups da habe ich das falsche Bild gezeigt.

Sie beruft sich auf ihr Sonderkündigungsrecht §573 BGB. 

Damit habe ich kein Problem.Im gegenseitigen Interesse wollen wir die Trennung, jedoch die Frist muss doch eingehalten werden? 

Sie tritt doch als mein Vermieter auf, der echte Wohnungsvermieter ist außenvor! 

Kommentar von Gerhart ,

Hier könntest du das erleichterte Kündigungsrecht des Vermieters nach BGB 573 a gemeint haben, dass allerdings mit einer verlängerten Kündigungsfrist um 3 Monate einher geht. Sonderkündigungsrechte gibt es damit nicht.

Bei einer alternativen Lösung durch Auflösungsvertrag sind auch die die Fristen einvernehmlich festzusetzen und folgen nicht der "Kündigung".

Kommentar von waschdalos12 ,

genau das meinte ich, aber was meinst du mit "Fristen folgen nicht der Kündigung" ? 

Kommentar von Gerhart ,

" Im Vertrag stehen 3 Monate Frist."

Bei einer einvernehmlichen Auflösungsvereinbarung gelten keine Fristen wie bei einer Kündigung nach dem Mietrecht. Die Vertragspartner vereinbaren eine Auflösung des MV zu einem bestimmten Termin einvernehmlich.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 34

Du hast eine Pauschalmiete per Mietvertrag vereinbart. Der besuchsweise Aufenthalt deiner Freundin über 3 Wochen wäre dadurch gedeckt. Wenn du aber einer mündlichen Vereinbarung zugestimmt hast 120 EUR zusätzlich zu zahlen, dann musst du das auch einhalten. Deshalb ist zu empfehlen die verlangten 50€ zu überweisen. Nachhakend : Für welchen Zeitraum wurden die 120€ vereinbart? Wer sind die vermeintlichen Zeugen der Vereinbarung?

Kommentar von waschdalos12 ,

Ursprünglich für 4 Wochen Aufenthalt,jedoch sind 3 daraus geworden. 

Die andere Mitbewohnerin wäre die Zeugin. 

Antwort
von Lumpazi77, 42

Die Vereinbarung ist rechtlich gültig, da kannst Du nicht einfach "zurücktreten" , es sei denn, die Vereinbarung wäre unzumutbar ! Das musst Du aber ggf. beweisen.

Antwort
von SchnellesHigh, 42

Ja ist bindend sogar eine nonverbale Zustimmung ist bindend!!

Antwort
von robi187, 32

mündelche vertäge sind auch vertäge nur es ist eine frage wie man es beweisen kann?

Kommentar von Lumpazi77 ,

steht doch in der Frage !

Kommentar von robi187 ,

wo die grenze ist wäre eine beratung die nicht machen möchte oder auch kann? denn die frage ist ob man ein vorbehalt darin sehen könnte?

aber überlege mal um was für einen betrag es geht und was eine beratung kostet? der mieterverein könnte da günstig helfen?

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