Frage von NEUGIER1998, 30

Kann mir wer eine gute und einfache defintion und die Prinzipien des Stoizismus und des Epikursmus geben?

Ja schreibe morgen drüber klausur und checke nichts... Please help meeeeeee

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von berkersheim, 7

Für die gesamte antike Philosophie ging es immer darum, aktuell den Weg zu einem gelingenden Leben zu finden. Für die Antike gab es nicht das Jenseits des Christentums mit Himmel und Hölle, sodass das aktuelle Leben nur ein sich Bewähren oder ein Missraten war, was letztlich dann in einem ewigen Gericht bewertet wurde und dann auf Ewigkeit zur Erlösung oder zur Verdammnis führte. Das Christentum erst hat die Gestaltung der aktuellen Lebens für relativ unwichtig erklärt, ein Bruch mit der gesamten Philosophie der Antike.

Für die Stoa galt ja die Vorstellung, dass in einem Logos, in einem höheren Zusammenhang die Sinnhaftigkeit des Lebens verankert ist und man wie ein Entdecker sich immer bemühen sollte, die sinnvolle Ordnung des Logos und den eigenen Platz darin zu erkennen, um ein gelingendes Leben zu führen. Aufklärung war für die Stoa das Erkennen der höheren Ordnung des Logos und ein sich darin einfügen. Seelenruhe erlangte man, wenn man sich, orientiert an den vom Logos gesetzten Tugenden als höheren Werten, in der Vorstellung sicher sein konnte, gemäß der höheren Ordnung des Logos sein Leben zu gestalten. Diese Vorstellung wird später bereits von Kant und dann stark von Hegel wieder aufgegriffen in seiner Weltvernunft. Dabei war dem Menschen durch seine Vernunft als Anteil am Logos möglich, gemäß der höheren Vernunft zu handeln. Falsche Urteile dagegen begünstigte ein Zuwiderhandeln, ein Verfallensein in die Niederungen der Emotionen, ein Herausfallen aus der Seelenruhe.

Der Epikureisums lehnte dieses geschlossene Weltbild der Stoa ab, wonach es eine höhere Ordnung überhaupt gäbe, der gemäß man handeln sollte. Für den Epikureismus galt es, im breiten aufklärerischen Sinne Erfahrungen zu sammeln und abzuklären. Die Welt ist zwar ein Netz von Verflechtungen, die man wissenschaftlich und in Orientierung an positiven Erfahrungen besser handhaben kann, doch eine "höhere Vernunft" lehnt der Epikureismus ab. Epikur ist sehr sprachkritisch und legt großen Wert darauf, dass in der Benutzung von Sprache abgeprüft wird, welche Realbezüge wirklich gemeint sind, weil Sprache zu falscher
Pauschalisierung neigt, mit Emotionen unpräzise aufgeladen ist und die korrekte Bezeichnung von Vorgängen wichtig ist, um Realität besser zu erkennen und diese Erkenntnis zu kommunizieren. Seelenruhe kommt für den Epikureismus aus der Erfahrung, sein Leben "im Griff" zu haben durch Erkenntnisgewinn und eine möglichst richtige Meinung. Epikur betont immer wieder, wie falsche Meinungen auch zu einem "falschen Leben" führen und es wichtig ist, seine Meinungen ständig zu überprüfen und zu verbessern. Diese Sprachkritik Epikurs findet sich später z.B. bei Nietzsche wieder, obwohl er nicht angibt, dass er bei Epikur abgeschrieben hat.

Antwort
von Ottavio, 10

Beide Lehren haben gemeinsam, dass sie nach der Attaraxia streben, dem Nicht-Aufgewühlt-Sein der Seele. Während aber dem Epikuräer die Freude (nicht die Lust !) das höchste Ziel ist, ist es dem Stoiker die Einheit mit dem Weltprinzip.

Antwort
von gromio, 14

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EPIKUREER UND STOIKER

Die Epikureer und die Stoiker gehörten zwei unterschiedlichen philosophischen Schulen an, von denen keine an die Auferstehung glaubte.

Die Epikureer glaubten zwar an die Existenz von Göttern, dachten aber, dass sich diese Götter für die Menschen nicht interessierten und sie weder straften noch belohnten; Gebete und Opfer galten demnach als nutzlos. Lust war für sie das höchste Gut im Leben. Moralprinzipien waren für ihr Denken und Handeln nicht ausschlaggebend. Allerdings wurde zur Mäßigung geraten, um die schmerzhaften Folgen von übermäßigem Genuss zu vermeiden. Die Suche nach Erkenntnis hatte lediglich den Zweck, sich von religiösen Ängsten und Aberglauben zu befreien.

Die Stoiker dagegen glaubten, dass alle Dinge Teil einer unpersönlichen Gottheit seien und die menschliche Seele aus einer solchen Quelle hervorgehe. Einige waren der Meinung, die Seele werde letztendlich mit dem Weltall vernichtet, während andere dachten, sie werde schließlich wieder in dieser Gottheit aufgehen. Nach Ansicht stoischer Philosophen konnte Glückseligkeit dadurch erreicht werden, dass sich der Mensch an der Natur ausrichtete.

cheerio

Antwort
von Tila123, 9

Unsere Ethiklehrerin hat Stoizismus immer anhand eines Beispiels erklärt:

Du stehst hinter einem Auto an der Ampel und hast es eilig. Sehr eilig!. Die Ampel wird grün, aber das Auto vor dir fährt einfach nicht los bzw. sehr langsam und du kannst nicht überholen. Als Vertreterin(-in) des Stoizismus schluckst du deine Wut runter, weil du kannst eh nichts daran ändern. Also hupst du nicht oder beschimpfst die Person nicht. Du akzeptierst es. 

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