Frage von tanji163, 34

Kann mir wer bei meiner Hausaufgabe für Wissenschaftstheoretische Fragestellungen (Medien- und Kommunikationswissenschaften) helfen?

Hallo :) Ich habe folgendes Problem. Ich hab während einer Vorlesung gefehlt, weil ich eine andere Besuchen musste bei der Anwesenheitspflicht war. Jetzt haben wir aber eine HÜ bekommen in der VO in der ich nicht da war, die ich unbedingt machen möchte, weil ich dadurch einen Bonus für die Klausur bekomme. Kann mir wer in kurzen und einfachen Sätzen erklären was ich mit folgender Fragestellung anstellen muss?

Bitte wählen Sie drei der folgenden theoretischen Ansätze und ordnen Sie diese neben einer kurzen Skizzierung/Erklärung hinsichtlich der Reichweite der Theorie, dem erkenntnistheoretischen Hintergrund und dem wissenschaftstheoretischen Status ein.

a. Agenda Setting b. Uses and Gratification Approach c. Schweigespirale d. Two Step Flow (Opinion Leader) e. Öffentlichkeit als Korrektiv (Journalismus als 4. Gewalt) f. PR und persuasive Kommunikation (Propaganda) g. Medienkonzentration (economies of scale) h. Verständigungsorientierte Kommunikation i. Kulturindustrie j. The medium is the message k. Katalysatorwirkung von Gewaltdarstellungen l. Politainment, Mediendemokratie m. Mediatisierung als Metaprozess n. Habitus und Diskurstheorie o. Dominante und Widerständige Lesarten

mich verwirren dabei vor allem die Begriffe Reichweite der Theorie, erkenntnistheoretischer Hintergrund und wissenschaftstheoretischer Status. Diese stehen zwar auf seinen Folien sind aber nicht erklärt.

Danke im Voraus an jeden der mir die Fragestellung 'aufdeutscht' :)

Antwort
von holodeck, 13

Da kann man dir ja nur zurufen: "Raus aus der Schweigespirale!"

Du lachst noch? Wie wäre es denn besser damit, eine Kommilitonin zu fragen, welche die Vorlesung mitgeschrieben hat? Nur um ganz auf Nummer sicher zu gehen. Profs sind ja häufig überaus eigen, was ihre persönlichen Zuordnungen und Einschätzungen angeht, und ohne diese konkrete Info wird die Aufgabe für dich fast unlösbar sein. Oder ist mit endloser Googelei verbunden.     
   

"Erkenntnistheoretischer Hintergrund" will grundsätzlich wissen: wie denkt der Forscher, die Forscherin? In welcher erkenntnistheoretischen Tradition steht er/sie? Systemisch, konstruktivistisch, materialistisch, naturalistisch, positivistisch, pragmatisch? Was folgt daraus für die Weltsicht bzw. die Problemanalyse und die Theoriebildung?     


"Wissenschaftstheoretischer Status" will wissen, wie weit im Wechselspiel von Induktion und Deduktion die Theoriebildung denn nun schon vorangeschritten ist, und "Reichweite" - ein soziologischer Begriff - bezeichnet in etwa den Abstand zu "Alltagstheorien" aka Bauernregeln mit "gering", "mittel" und "weit". Je größer die Reichweite, desto höher das Abstraktionsniveau. Je geringer, desto eher handelt es sich um den Ausschnitt eines Erklärungsmodells, der nahe an der Praxis ist.     

Erklärt ist das Prinzip hier:   
wikipedia.org/wiki/Theorie_mittlerer_Reichweite    

Ansonsten google in der Büchersuche auch mal nach "Der Zerfall des Publikums. Nachrichtennutzung zwischen Zeitung und Internet." und führe dir das Kapitel 3 "Wissenschaftstheoretischer Hintergrund" zu Gemüte. Dann verstehst du auch besser, weshalb du unbedingt eine Kommilitonen fragen solltest, weil du dich sonst dumm und dusslig denkst ;-))   

Wenn du noch immer diese Aufgabe bewältigen möchtest - ohne Rücksprache mit einer Kollegin - so musst du in punkto "Schweigespirale" wissen:

“Wissenschaftstheoretische Grundlagen fehlen nicht nur in vielen empirischen Studien zur Theorie der öffentlichen Meinung, sie werden auch in Überblicksdarstellungen kaum diskutiert oder verkürzt und teilweise falsch dargestellt".

http://www.rkm-journal.de/archives/6979    

Oijoijoi ...

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