Frage von SarahBund97, 132

Kann mir mein Gruppenführer (bei der Bundeswehr) das Ausüben einer Tätigkeit (in meiner Freizeit und ist Gesetzes konform) in einem Verein (die DLRG) verbieten?

Hallo wie oben beschrieben geht es darum das mein Gruppenführer der Bundeswehr "verbietet" bei der DLRG in der SEG als Rettungsschwimmerin tätig zu sein. Die begründet er mit damit, dass ich die :" Pflicht der Gesunderhaltung" habe. Ps bin 18 Jahre und noch in der Grundausbildung

Antwort
von 19Sunny96, 48

Nach den Informationen die ich hier gelesen habe, stehe ich hinter Deinem Gruppenführer. In erster Linie ist das Sache des Diziplinarvorgesetzten. Nach §20 (1) 3 SG müssen auch "öffentliche Ehrenämter" dem Disziplinarvorgesetzten schriftlich angezeigt werden.
Streiten kann man sich über §20 (2) 1 SG ... meiner Meinung nach kann man dir das aber auch negativ auslegen, da die Erkältung die "Erfüllung der dienstlichen Pflichten behindert".
Außerdem ist dein Verhalten als grob fahrlässig auslegbar. Da du kein Einsatztaucher bist und dich im Rahmen eines "off lable use" (eig. ein Begriff der für Medikamente geläufiger ist...) aber dazu bereit erklärt hast. Richtig wäre gewesen, wenn du mitteilst, dass du dahin gehend nicht ausgebildet wurdest und somit den Einsatz ablehnst.
Klassisch bist du deiner Pflicht zur Gesunderhaltung nicht nachgekommen. Und das grob fahrlässig.

Und nein, es gibt leider keine Ausnahme. Dein hauptamtlicher Dienstherr ist die Bundeswehr und nicht die DLRG! Dein Job ist es also, deine soldatischen Pflichten zu erfüllen und nicht unter der Hand ein öffentliches Ehrenamt ausüben. Das dürfte euch aber im Unterricht schon erklärt worden sein.

Es gibt da allerdings noch §20 (3) SG: "Der Soldat darf Nebentätigkeiten nur außerhalb des Dienstes ausüben, es sei denn, sie werden auf Verlangen seines Disziplinarvorgesetzten ausgeübt oder es besteht ein dienstliches Interesse an der Ausübung der Nebentätigkeit. Das dienstliche Interesse ist aktenkundig zu machen. Ausnahmen dürfen nur in besonders begründeten Fällen, insbesondere im öffentlichen Interesse, auf schriftlichen Antrag zugelassen werden, wenn dienstliche Gründe dem nicht entgegenstehen und die versäumte Dienstzeit nachgeleistet wird."
Dem wird dein Chef aber zu 99,9% nicht stattgeben. Schon gar nicht in der AGA.



Antwort
von DerTroll, 67

Vieles kann man dir verbieten, auch eben wegen der Pflicht zur Gesunderhaltung. Aber das meiner Meinung nach nicht, außer es zeigt sich, daß du wegen dieser Tätigkeit wirklich nicht die volle Leistung erbringen kannst, die man bei der Bundeswehr fordert. Aber in der AGA geht es sowieso noch einen Tick strenger als sonst. Der Gruppenführer ist nur für die Dauer der AGA dein Vorgesetzter. Dann laß die Tätigkeit halt so lang erst einmal bleiben. Danach ist maßgebend, was deine neuen Vorgesetzten sagen. Es gibt jedenfalls kein generelles Verbot. Die Frage ist nur, ob das Verbot per Befehl zulässig ist. Wenn es dir so wichtig ist, dieser Tätigkeit nachzukommen, dann geh mal mit der Vertrauensperson zunächst an den Zugführer oder ggf. direkt an den Disziplinarvorgesetzen. Zu letzterem unbedingt über die Vertrauensperson, da du sonst den Dienstweg nicht einhalten würdest, wenn du deinen Gruppenführer und ggf. den Zugführer überspringst.

Aber zusammengefaßt mein Rat, befolg erst einmal die Anweisung des Gruppenführers und das für die Dauer der AGA. Danach klär das in deiner Stammeinheit noch einmal ab, wie die das sehen. Und ich bin sicher, daß die den Befehl wieder aufheben werden.

Kommentar von SarahBund97 ,

Ja bloß ich bin in Bayern und da ist grad Hochwasser. Dh   die DLRG braucht jeden Mann. Da übernimmt man schon mal aufgaben für die man eben nicht ausgebildet ist. So soll ich z. B als Einsatztaucher mittauchen (dafür bin ich nicht ausgebildet, hab aber schon Taucherfahrung..) da meinte er das wäre Gesundheitsgefährdent. Zudem ich auch noch Erkältet bin....

Kommentar von DerTroll ,

Ja, das hast du ja bei einer anderen Antwort auch schon kommentiert. Wie ich an dieser stelle gesagt habe. Unter diesem Umständen, die du leider in der Frage nicht so genannt hast, bin ich anderer Meinung. Da gebe ich dem Gruppenführer recht.

Antwort
von dandy100, 55

Ja, kann er, denn die "Pflicht zur Gesunderhaltung" ist nun mal eine festgeschriebene Sache beim Bund.

Natürlich kann man darüber streiten, welche sportliche Betätigung denn tatsächlich die Gesundheit gefährdet, aber da hast Du während der Grundausbildung keine Chance, denn grundsätzlich kann natürlich jede Sportart zu Verletzungen führen und : Diskussionen über Anweisungen sind in der Bundeswehr nicht vorgesehen, das ist nun mal kein Arbeitgeber wie alle anderen.

Also, akzeptiere es einfach, sonst wird es schwer

Antwort
von RatlosMEaM, 21

1) Wenn Sie sich vom Befehl "Das ist Ihnen verboten" unrichtig behandelt fühlen beschreiten Sie die bekannten Wege gem Wehrbeschwerdeordnung.

2) alles andere ist Kaffeesatzleserei und interessiert Ihren Dienstherren recht wenig.

3) Sie sind Soldat (Saz/FWDL ?) und als solches ist der erste Ansprechpartner in einem Katastrophenfall die Dienststelle und keine private Organisation.

Antwort
von Apfelkind86, 65

Das wird er nicht einfach so sagen.

Wie wäre es also mit allen Infos? Bist du erkältet und willst schwimmen gehen?

Kommentar von SarahBund97 ,

Ja so a bissl Schnupfen...aber des bringt keinen um...und da bei uns in Bayern grad Hochwasser ist braucht die DLRG jeden Mann. Da übernimmt man schon mal aufgaben für die man eben nicht ausgebildet ist. So soll ich z. B als Einsatztaucher mittauchen (dafür bin ich nicht ausgebildet, hab aber schon Taucherfahrung..) da meinte er das wäre Gesundheitsgefährdent

Kommentar von Apfelkind86 ,

Kann ich verstehen. Ja, dann ist sein Befehl gerechtfertigt und verbindlich!

Kommentar von DerTroll ,

Hallo, ich will an dieser Stelle mal kommentieren. Das weicht etwas ab von dem, was ich als Antwort gegeben habe. Du hast hier die Sache ja wesentlich ausführlicher beschrieben als bei der Frage. So wie du es hier schilderst, gebe ich deinem Gruppenführer recht!

Kommentar von SarahBund97 ,

Hmm ok es ist halt blöd, weil die Kameraden der DLRG mich schon mehrmals um Hilfe gebeten haben. Und ich noch einigermaßen ausgebildet bin. Gibt es da gar keine Ausnahme?

Antwort
von Reisekoffer3a, 56

"Pflicht der Gesunderhaltung" ist ein" Kaugummibegriff" !

Nach dieser Aussage dürftes du so gut wie keine Hobby"s haben.

In deiner Freizeit kannst du machen was du willst, also mach`s.

Kommentar von Apfelkind86 ,

In deiner Freizeit kannst du machen was du willst, also mach`s.

Das ist völlig falsch und kann für die Fragestellerin böse enden. Also gib keine Antworten mit solchem Halbwissen.

Kommentar von Reisekoffer3a ,

Was soll da völlig falsch sein ?????????!!!!!!!!!!!!

Eher finde ich deine Antwort als falsch!

Kommentar von dandy100 ,

Du warst wohl nicht beim Bund, wie...?

Kommentar von Apfelkind86 ,

Ich habe über 2 Jahre alle disziplinaren Ermittlungen in meiner Kompanie durchgeführt (und das waren viele!) und während dieser Zeit quasi mit dem Soldaten- und Wehrstrafgesetz unterm Kopfkissen geschlafen und mehrmals pro Woche mit dem Wehrdisziplinaranwalt telefoniert.

Kommentar von dandy100 ,

meine Frage "Du warst wohl nicht beim Bund, wie...?" bezog sich natürlich auf Apfelkind86

Kommentar von dandy100 ,

sehr richtig - vor allem beim Bund kann das sehr böse ins Auge gehen, denn das ist kein Arbeitgeber wie alle anderen, und Diskussionen über klare Anweisungen sind nicht vorgesehen

Antwort
von Laminatdealer, 61

ich glaube nicht

dafür müsste schwimmen jetzt sehr gefährlich sein oder halt gesundheitsschädlich

Kommentar von dandy100 ,

Wenn ein Gruppenführer beim Bund aber meint, dass Schwimmen gefährlich ist, dann ist das so - Diskussionen sind bei der Bundeswehr nicht vorgesehen, und während der Grundausbildung schon gar nicht

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