Frage von numeruno, 34

Kann mir jemand sagen was pro und contra Argumente für die Direkte Demokratie sind?

Antwort
von GoodFella2306, 24

Ein fettes Contra:

Sehr viele Bundesbürger haben neben ihrem Leben weder die Zeit noch die Muße, sich übergreifend und umfassend mit politischen Themen auseinander zu setzen. Das wiederum bedeutet, dass viele Menschen Gefahr laufen, nicht wirklich zu verstehen welche Entscheidung getroffen werden soll.

In einigen Fällen können Bürger noch nicht mal über die Aufgabe von Regional- und Bundestagswahlen eine Aussage treffen. Die politische Bildung und das Interesse reicht an vielen Stellen nicht aus.

Aus diesem Grund hat man nach dem WK2 die parlamentarische Demokratie mit ihren Volksvertretern eingeführt. Es ist deren Arbeit, sich beruflich mit den Themen auseinander zu setzen und zum Wohle des Volkes zu entscheiden.

Diese Entscheidungen mögen für einige manchmal schwer nachvollziehbar sein, das ändert aber nichts an deren Gültigkeit und Sinn.

Kommentar von Busverpasser ,

Daher funktioniert das in der Schweiz auch so schlecht?

Und Volksvertreter entscheiden freilich nur zum Wohle des Volkes! Ausgeschlossen, dass hier Interessenkonflikte vorliegen können!

Kommentar von GoodFella2306 ,

Siehe Antwort von kubamax:

Die Schweiz ist kleiner, die Abstimmungszirkel sind kleiner, man nimmt sich mehr Zeit, es wird öfter und ruhig debattiert. Fachleute werden um Rat gebeten. Schon wärs, wenn es das in Deutschland gäbe. Hier wird doch nur rumkrakeelt.

Antwort
von GoodFella2306, 15

Pro-Argument:

Bürger können direkter an der Gestaltung von Gesetzgebung und Gesellschaft teilhaben als bei einer parlamentarischen Demokratie. Sie spüren weitaus direkter und kurzfristiger die Auswirkungen ihrer Abstimmung. Somit kann (nicht wird!) direkte Demokratie zu mehr Bürgerbeteiligung und Politikzufriedenheit beitragen.

Abhängig davon ist jedoch, dass Bürger wirkliches Interesse an demokratischer Meinungsbildung haben, und nicht nur ein nahezu kindisches Blockadeverhalten an den Tag legen.

Demokratie bedeutet, dass die Mehrheit vorgibt was für alle gilt. Einige Menschen in Deutschland sind jedoch nicht willens, diese Tatsache zu akzeptieren.

Antwort
von Busverpasser, 11

Ein Pro Argument ist, dass direkte Demokratie weniger anfällig ist, um von Lobbyisten in eine bestimmte Richtung gelenkt zu werden.

Antwort
von kubamax, 10

Max Weber hatte gesagt, ein (Volks-)Demokratie birgt die Gefahr, dass eine Demagoge sich hevortut, dem dann das Volk nachrennt.

Aristoteles war ebenso ein (Volks-)Demokratiegegner. Für ihn musste die Bürgerschaft von ausgewählten Männern mit sittenhaften Tugenden und Intelligenz vertreten werden.

Wenn also die Demokratie an sich schon so verletzlich ist, dann ist es die direkte Demokratie erst recht. Die Schweiz ist kleiner, die Abstimmungszirkel sind kleiner, man nimmt sich mehr Zeit, es wird öfter und ruhig debattiert. Fachleute werden um Rat gebeten. Schon wärs, wenn es das in Deutschland gäbe. Hier wird doch nur rumkrakeelt.


Kommentar von Busverpasser ,

"Aristoteles war ebenso ein (Volks-)Demokratiegegner. Für ihn musste die
Bürgerschaft von ausgewählten Männern mit sittenhaften Tugenden und
Intelligenz vertreten werden."

Wenn dem nur so wäre...

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